Bildung und Betreuung
Rund 80.000 Schüler*innen gibt es zum Schuljahr 2023/2024 in Frankfurt am Main. Davon gehen 73.850 Kinder auf allgemeinbildende Schulen. Das sind 3.000 Schüler*innen mehr als im Vorjahr.
Die Frankfurter Bevölkerung wächst und die Zahl der Kinder steigt. Das ist erfreulich, stellt uns jedoch vor Herausforderungen. Als Stadtpolitik ist es unsere Aufgabe, den Kindern und Jugendlichen eine hochqualitative frühkindliche und schulische Bildung zu ermöglichen. Dazu müssen die Rahmenbedingungen stimmen – von den Gebäuden bis hin zur IT. Dafür setzen wir GRÜNE uns beharrlich ein.
Neue Schulen werden gebaut
Bei der Schulwahl zählt für uns der Elternwille und Eltern fragen vermehrt Schulplätze an Gymnasien nach. So lag im Schuljahr 2023/2024 die Übergangsquote derjenigen Kinder, die in ein Gymnasium wechselten, bei knapp 57 Prozent. Neben der wachsenden Bevölkerung ist dies ein weiterer Grund, weshalb dringend mehr gymnasiale Schulplätze geschaffen werden müssen.
So wurde zum Schuljahr 2022/23 das Gymnasium Süd gegründet, welches eine maximale Kapazität von 1.620 Schulplätzen bietet. Ab dem Schuljahr 2024/25 werden außerdem zwei weitere Gymnasien in der „Neuen Börse“ eröffnet, mit denen nochmals jeweils 1.620 Schulplätze geschaffen werden. Damit werden zwischen 2021 und Sommer 2024 drei Gymnasien mit insgesamt 4.860 Plätzen neu gegründet worden sein.
Darüber hinaus wurden weitere Schulplätze im gymnasialen Bereich geschaffen. Die IGS Carlo-Mierendorff-Schule ist zum Schuljahr 2022/2023 um eine neue gymnasiale Oberstufe für bis zu 560 Schüler*innen erweitert worden und die im selben Jahr erfolgte Erweiterung des Gymnasiums Nord am provisorischen Standort in Westhausen bietet 650 weitere Schulplätze.
Wir stehen ein für einen besseren IT-Support
Um mündige Bürger*innen in einer moderneren Informations- und Wissensgesellschaft auszubilden, Kinder und Jugendliche individuell fördern zu können und die Schulen zu einem Ort zu machen, an dem sich Kinder wie Lehrer*innen gerne aufhalten – dafür wollen wir die Digitalisierung der Schulen maßgeblich voranbringen. Wir setzen auf moderne Infrastruktur, Schul- und Bildungsverwaltung, E-Akten, Lern- und Arbeitsumgebungen sowie die Ausstattung mit WLAN, Hard- und Software-Lösungen zum Lernen und Lehren sowie nicht zuletzt auch deren Wartung.
Digitale Endgeräte sowie Lern- und Dokumenten-Managementsysteme können den Unterricht nur dann erfolgreich unterstützen und begleiten, wenn ein kohärentes IT-Support-System deren Funktionalität sicherstellt. Ohne angemessenen Support besteht die Gefahr, dass die mit hohem personellen und finanziellen Aufwand angeschaffte Ausstattung nicht genutzt wird. Das an den hessischen Schulen angewendete mehrstufige Support-Konzept stieß an seine Grenzen, weshalb wir mit einem Antrag den Magistrat beauftragt haben, ein neues IT-Support-Konzept für die Frankfurter Schulen zu erarbeiten.
Um die reibungslose Umsetzung des Digitalpaktes zu gewährleisten, müssen die Schulen entlastet werden. Neben der Erweiterung des First Level Supports durch ein Call Center für Standardanfragen und längeren Servicezeiten der Hotline, benötigen die Schulen auch Unterstützung vor Ort. Hierzu ist geplant, dass IT-Manager*innen einmal pro Woche in die Schulen kommen, sodass die Probleme direkt adressiert werden können.
Julia Frank, bildungspolitische Sprecherin
TUMO-Lernzentrum
Wir haben uns für ein TUMO-Lernzentrum in Frankfurt stark gemacht. Dort können sich Jugendliche Fähigkeiten in digitalen Technologien und kreativen Methoden aneignen, unter anderem in den Bereichen Animation, Programmierung, 3D-Modellierung und Robotics aber auch Musik, Film und Fotografie. Die Schüler*innen begeben sich in Selbstlernsessions und Workshops auf ihre eigene – digital unterstützte – Lernreise. Das Angebot ist freiwillig und kostenlos. Ziel ist es Jugendliche zu befähigen, mit den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung in Gesellschaft und Arbeitsweit umzugehen. Das Lernzentrum wird eine optimale Ergänzung zu den umfangreichen bereits bestehenden digitalen Lern- und Weiterbildungsangeboten darstellen und diese weiter stärken.
TUMO wird ein Ort der Inspiration, des kostenlosen Lernens und der Gemeinschaft für die junge Generation in Frankfurt – denn es ist so wichtig, dass Kinder unabhängig vom Einkommen der Eltern ihr volles Potenzial entfalten können und ihre Begeisterung für das Lernen und Erforschen in der digitalen Welt geweckt wird. Wir freuen uns sehr, dass wir auch in Frankfurt ein TUMO-Lernzentrum auf den Weg bringen. Als außerschulisches Lernangebot füllt es eine wichtige Lücke und bietet die einmalige Chance, sich in Zukunftstechnologien fit zu machen. Denn die Generationen von morgen brauchen viel mehr als nur ein Tablet, sie brauchen Kreativität und Resilienz, um sich einer wandelnden Welt anzupassen und deren Zukunft aktiv mitzugestalten.
Dana Kube, Initiatorin des TUMO Lernzentrums in Frankfurt am Main
Etwa 45.000 Schüler*innen im Alter von 10 – 18 Jahren können mit einem TUMO-Lernzentrum erreicht werden.
Digitale Helden
Zudem freuen wir uns, dass wir den Verein Digitale Helden fördern können, der sich seit langem für die Stärkung digitaler Kompetenzen von Schüler*innen, Eltern und Lehrkräften einsetzt, insbesondere im Kampf gegen Cyber-Mobbing, Stress und Ausgrenzung im Netz und im Klassenraum. Ihr Mentoring-Programm unterstützt Schulen dabei, sicherer mit digitalen Herausforderungen umzugehen und das soziale Zusammenleben zu verbessern. Ihre Arbeit kann als Vorbild für zukünftige Projekte zur Sensibilisierung gegen Cybermobbing und -gewalt in der gesamten Stadt dienen.
Tageseltern als wichtige Säule der Kinderbetreuung
Die Trägervielfalt in der Kinderbetreuung ist uns nach wie vor wichtig und wir arbeiten darauf hin, dass sie erhalten bleibt und gestärkt wird. Ein guter Beitrag dazu ist die Absicherung der Tageseltern durch eine neue Satzung. Gerade im U3-Bereich sind die kleinen Gruppen bei den Tageseltern ein Beitrag zu Vielfalt und Qualität in der Betreuung. Mit der neuen Satzung soll die finanzielle Situation der Tageseltern verbessert und die Zahl der Plätze weiter erhöht werden.
Zur Kitaplatzentwicklung seit 2021
Seit 2021 sind 532 Betreuungsplätze für Kinder von null bis zehn Jahren geschaffen worden. In Frankfurt werden zum Stichtag 1. März 2022 insgesamt 44.874 Kinder betreut. In der Zeit von 2015 bis 2021 wurden stadtweit 7.100 Betreuungsplätze geschaffen.
In den Betreuungseinrichtungen der Stadt, der freien Träger und in den Tagesfamilien stehen insgesamt 12.549 Plätze für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren zur Verfügung.
Kostenloses drittes Krippenjahr
Zum 1. Mai 2023 sind die Elternentgelte für Kinder im letzten Krippenjahr entfallen. Hierfür nimmt die Stadt Frankfurt in den Jahren 2023 bis 2026 insgesamt 58,8 Millionen Euro in die Hand. So werden Frankfurter Familien finanziell entlastet und aufgrund des zusätzlichen Anreizes werden mehr Kinder in die Betreuung kommen. Dies erweitert ihre Teilhabe an frühkindlicher Bildung und erhöht ihre Chancen auf einen späteren Schulerfolg. Zudem ist es ein weiterer Baustein, der es Eltern erleichtert, Familie und Beruf zu vereinen.
Mit der Entgeltfreiheit im dritten Krippenjahr werden Kinder in Frankfurt nun ab dem vollendeten zweiten Lebensjahr bis zum Schuleintritt durchgängig entgeltfrei betreut.
Die Entgeltfreiheit im letzten Krippenjahr bedeutet für Familien mit Kindern eine jährliche finanzielle Entlastung von 2.376 Euro, wenn die Kinder einen Ganztagsplatz besuchen. Insgesamt betrifft es 5.750 Plätze in städtischer oder freier Trägerschaft und in der Kindertagespflege.
Marlene Riedel, Sprecherin für frühkindliche Bildung und Betreuung