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Kultur

Wir GRÜNEN im Römer setzen uns mit großem Engagement für die vielfältige, innovative und international vernetzte Kulturlandschaft Frankfurts ein. Es gilt ein großes künstlerisches Erbe der Stadt Frankfurt zu bewahren und zu fördern. Kunst und Kultur stehen für sich selbst und sind in allen ihren Formen für Frankfurt und für die Menschen in unserer Stadt von Bedeutung. Deshalb ist es auch unser Ziel, Kunst und Kultur als Ort der vielfachen Auseinandersetzung und identitätsstiftenden Wirkungen zu unterstützen und zu entwickeln.

Städtische Bühnen

Nach rund 15 Jahren der Prüfungen und Untersuchungen hat die Koalition im Dezember 2023 beschlossen, einen Schritt Richtung „umgekehrte Kulturmeile“ mit der Oper am bisherigen Standort am Willy-Brandt-Platz und dem Schauspiel an der Neuen Mainzer Straße auf einem Grundstück der Helaba und der Frankfurter Sparkasse zu gehen.

Wir sind froh über diese Lösung, da sie in kulturpolitischer, ökologischer und stadtplanerischer Hinsicht Vorteile gegenüber den anderen Varianten hat. Den noch auszuhandelnden Vertrag mit der Landesbank Hessen-Thüringen und der Frankfurter Sparkasse werden wir auch hinsichtlich der Kosten genauestens prüfen.

Uwe Paulsen, Sprecher für Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft

Freie Szene

Die Situation der Künstler*innen der sogenannten Freien Szene hängt zu einem großen Teil davon ab, inwiefern die Stadt Frankfurt im Haushalt genügend Mittel für diesen Bereich der Kultur veranschlagt. 
Viele Kultureinrichtungen müssen sich nach dem Wegfall der Corona-Hilfen um eine ausreichende 
Finanzierung sorgen. Wir haben in zahlreichen Gesprächen mit Vertreter*innen der Freien Szene 
sicherstellen können, dass für den Haushalt 2023 die Mittel erhöht wurden. Das ist für die Vielfalt 
der Frankfurter Kulturlandschaft unabdingbar. Auch für die Provenienzforschung der Museen haben wir 
Gelder bereitgestellt, denn wir müssen das koloniale Erbe auch in Frankfurt aufarbeiten.

 

Wir haben in den Haushalten 2022 und 2023 für die Freie Szene die Projektmittel und institutionellen Fördermittel insgesamt um 1.245.000 Euro erhöht.

 

Paulskirche und Haus der Demokratie

Die unabhängige Expertenkommission Paulskirche, die von der Bundesregierung, der hessischen Landesregierung und der Stadt Frankfurt eingesetzt wurde, hat im April 2023 ihren Bericht vorgelegt und darin konkrete Empfehlungen für die Zukunft und Ausgestaltung des Demokratieortes Paulskirche und eines Hauses der Demokratie ausgesprochen. Sie hat ein Konzept für ein noch zu realisierendes Haus der Demokratie und die Paulskirche als einen nationalen Erinnerungsort vorgelegt, das die wesentlichen Anregungen der Stadtverordnetenversammlung aus den Jahren 2019 und 2020 übernommen hat. In den nächsten Schritten werden wir als Stadt in Kooperation mit dem Bund und dem Land Hessen die baulichen, inhaltlichen und finanziellen Voraussetzungen der Umsetzung dieses Konzeptes erörtern.

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English Theatre Frankfurt

Wir haben die Bemühungen des English Theatre Frankfurt (ETF) zur Weiternutzung der Spielstätte im 
Gallileo-Tower bereits seit Frühjahr 2022 unterstützt – sowohl medial als auch im Ausschuss. Wir freuen 
uns, dass im Januar 2024 nach intensiven Verhandlungen der Stadt Frankfurt eine Lösung verkündet 
werden konnte und das Theater nach der Sanierung in das Gallileo zurückkehren kann. Bis dahin begleiten wir das ETF auch im Interim: das gemeinsam mit der Theaterwerkstatt Mousonturm genutzte Fritz-Rémond-Theater im Zoo. 

Das ETF ist eine wichtige Kulturinstitution, deren Bedeutung weit über die Grenzen unserer Stadt hinausgeht. Als größtes englischsprachiges Theater auf dem europäischen Kontinent bietet es nicht nur für erwachsene Besucher*innen ein anspruchsvolles Programm, sondern ist auch für die kulturelle Bildung und das Erlernen der englischen Sprache von Kindern und Jugendlichen eine Leuchtturminstitution.

Julia Eberz, Sprecherin für Kultur

Musikbunker

Gerade für Bands, deren Proberäume besondere Anforderungen an die Schalldämmung zum Schutz 
der Nachbar*innen aufweisen müssen, sind Proberäume in einer dicht besiedelten Stadt wie Frankfurt 
rar und daher sehr wertvoll. Die Musikbunker bieten sich als ideale Orte für Proben und Auftritte an. Von 
Bedeutung sind sie aber auch als Lehr- und Lernorte. Gerade viele Kinder und Jugendliche nehmen 
dort Musikunterricht, der zuhause in der Regel nicht möglich wäre. Die kurzfristige Schließung des 
Musikbunkers im Marbachweg durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Anfang 2022 hat nicht 
nur die Frankfurter Bandszene, sondern die Kultur insgesamt erschüttert. Gleichzeitig liefen bzw. laufen die langfristigen Mietverträge von fünf städtischen Musikbunkern (Heddernheim, Germaniabunker, Leunastraße, Schmidtstraße, Schmickstraße) aus. Zwar haben sich die Mietverträge automatisch um jeweils ein Jahr verlängert, trotzdem herrschte unter den Mieter*innen und den Bands, die die Proberäume nutzen, große Verunsicherung. Auf Initiative von uns GRÜNEN hin wurde eine 15-jährige Verlängerung der Mietverträge festgeschrieben und die Musiker*innen haben nun endlich Planungssicherheit.

Sommerwerft

Die Sommerwerft gehört zum Frankfurter Kultursommer wie kaum ein anderes Festival. Im Gegensatz zu den meisten anderen Festivals ist die Sommerwerft auch für Menschen ohne oder mit wenig Einkommen erlebbar, denn bei den Aufführungen wird lediglich um freiwillige Spenden gebeten. Dies ist „Kultur für alle“ in Reinform und die Sicherung dieses Events hat für uns GRÜNE daher eine hohe Priorität. Mittels einer zusätzlichen, einmaligen Förderung in Höhe von 50.000 Euro konnten wir die Durchführung der Sommerwerft 2023 im gewohnten Umfang sicherstellen.

Nida

Wichtige Grabungsfunde haben NIDA zur internationalen Bedeutung für die althistorische und provinzialrömische Forschung gemacht. Die Hinweise, dass diese Stadt, ihre militärische Funktion und ihre kulturgeschichtliche Bedeutung völlig neu bewertet und gesehen werden muss, wurden in wissenschaftlichen Kongressen bereits weltweit debattiert. Es ist uns gelungen, die ortsgebundene Authentizität und Erlebbarkeit am Fundort beziehungsweise in dessen unmittelbarer Nähe zu bewahren. Die substanzielle Erhaltung des Bodendenkmals am Ort ermöglicht zukünftigen Generationen sich neu und anders mit den Funden auseinanderzusetzen, die dauerhafte Sichtbarmachung im pädagogischen Kontext vor Ort eine Identifizierung mit dem eigenen Lebensort und seiner Geschichte.

2000 Jahre alte römische Funde und Wohnungsbau? Klar geht das: Nida war vor Frankfurt und wir brauchen Wohnungen. Wir vereinbaren archäologische Funde mit aktueller Stadtentwicklung. Integrieren 
wir also die Funde und machen sie der Bevölkerung zugänglich!

Sylvia Momsen, Kulturpolitikerin

Papageno Musiktheater

Das Papageno Musiktheater im Palmengarten spielt im Bereich „kulturelle Bildung“ seit über 25 Jahren 
eine wichtige Rolle in Frankfurt. Die zahlreichen Aufführungen für Schulklassen sind in der Regel 
Monate im Voraus ausgebucht, die Schüler*innen kommen dabei nicht nur aus Frankfurt, sondern aus 
ganz Hessen und darüber hinaus. Das Dach und die Klimaanlage des Papageno sind inzwischen in die 
Jahre gekommen und müssen dringend erneuert werden. Die Klimaanlage läuft seit Anfang Januar 
2024 nur noch in einem Notbetrieb und ein Austausch ist dringend geboten. Dafür haben wir über einen Etatantrag 170.000 Euro zur Verfügung gestellt. 

Atelier 1318 der Freien Kunstakademie

In einer Zeit, in der junge Menschen viel digital kommunizieren, ist die Begegnung mit der Wirklichkeit 
von Stein, Holz, Metall und Farbe eine unersetzliche Erfahrung. Damit erleben junge Menschen haptische 
Erfahrungsbereiche zur Ausbildung ihrer eigenen kreativen Fähigkeiten und Ausdrucksmöglichkeiten. Im Atelier 1318 können sie sich erproben, angeleitet von ausgebildeten Künstler*innen. Das haben wir im 
Haushaltsjahr 2023 mit 45.000 Euro unterstützt.

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