Wirtschaft
Die Stadt Frankfurt ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort und Finanzhub. Unsere kommunale Wirtschaftspolitik zielt darauf ab, lokale Wirtschaftsaktivitäten genauso wie ökologische Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung zu fördern. Wir brauchen nachhaltige, interkommunale Gewerbegebiete und einen lebendigen Gründungsstandort. Wir fördern das lokale Handwerk ebenso wie den lokalen Einzelhandel.
Masterplan Handwerk
Im Stadtgebiet Frankfurt gibt es rund 7.300 insbesondere kleine und mittelständische Handwerksbetriebe. Diese wollen wir als Koalition fördern und unterstützen. Dafür haben wir das Wirtschaftsdezernat beauftragt einen „Masterplan Handwerk“ zu entwickeln. Denn Frankfurt ist eben nicht nur Banken-, Handels- und Industriestadt, sondern auch ein zentraler und bedeutender Handwerksstandort. Der Koalitionsvertrag für die Jahre 2021 bis 2026 sieht vor, Frankfurt als Handwerksstandort zusammen mit dem organisierten Handwerk in seiner Gesamtheit stärker in den Blick zu nehmen und den Handwerksstandort Frankfurt-Rhein-Main zukunftsfit zu machen. Wir wünschen uns dabei vor allem ein Konzept, in dessen Mittelpunkt sogenannte Handwerkerhöfe stehen, die zudem auch das Stadtteilgewerbe stärken.
Den Einzelhandel unterstützen
Besonders nach Corona ist der Einzelhandel in Teilen in einer schwierigen Situation. Wie vor der Pandemie bemühen wir uns in Kooperation mit Gewerbevereinen in den Stadtteilen, die Situation für den Einzelhandel und die Gastronomie zu verbessern, indem wir etwa die Aufenthaltsqualität in den Einkaufsstraßen erhöhen. Im Rahmen eines Pilotprojekts sollen dem Einzelhandel zum Beispiel Sondernutzungsgenehmigungen für Warenauslagen auf Parkflächen gewährt werden. Geschäfte können ihre Waren, wie Obst, Blumen und Bücher, nun direkt vor ihrer Tür präsentieren, was zu einem lebendigeren Stadtbild beiträgt. Diese Initiative kann nicht nur das Einkaufserlebnis in Frankfurt steigern, sondern auch die Nutzung des öffentlichen Raums verbessern. Dadurch, dass nun auch Parkflächen für die Warenauslage genutzt werden, können Zufußgehende entlastet werden. Nach einem Jahr soll das Projekt evaluiert und über die Ausweitung bzw. Fortsetzung entschieden werden.
Gewerbegebiete – nachhaltig und interkommunal
Frankfurt leidet bekanntlich unter Flächenmangel, was auch die Industrie und das Gewerbe in Mitleidenschaft zieht. Derzeit fehlen ca. 90 Hektar Gewerbeflächen, die auch in Zukunft nur schwer zu finden sein werden. Deswegen setzen wir GRÜNE uns dafür ein, interkommunale Gewerbegebiete zu entwickeln bzw. auszuweisen. Dafür werden momentan intensive Gespräche mit anliegenden Kommunen geführt, um Potenziale von interkommunalen Flächen auszuloten, die sowohl teilweise in Frankfurt als auch teilweise außerhalb in der Region liegen. Diese Potenziale sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft und können perspektivisch für Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet als Gewerbestandort sehr wichtig sein.
Frankfurt muss ein bedeutender Wirtschaftsstandort bleiben – ökologisch nachhaltig und sozial gerecht.
Uwe Paulsen, wirtschaftspolitischer Sprecher
Wir GRÜNE machen uns im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung dafür stark, bestehende Gewerbegebiete weiterzuentwickeln und sie zukunftsfähig zu machen.
Zudem soll aus unserer Sicht eine Gewerbeflächenentwicklungsgesellschaft gegründet werden, welche Gewerbegrundstücke für die Stadt Frankfurt erwerben und vergeben soll. Diese Gesellschaft ist Teil eines Programms, welches unter anderem auch eine sinnvolle Nutzung der Abwärme von Rechenzentren vorsieht. Dafür hat die Koalition von 2023 bis 2026 Gelder für eine Personalstelle im städtischen Haushalt eingestellt, die ein Konzept für die Abwärmenutzung erarbeiten soll. Rein rechnerisch könnte die Abwärme, die in den Frankfurter Rechenzentren produziert wird, einen großen Teil des Wärmebedarfs der Frankfurter*innen decken. Um dieses große theoretische Potential auch praktisch nutzbar zu machen, bedarf es jedoch noch einiger Schritte und größerer Investitionen insbesondere in Nahwärmenetze und das Fernwärmenetz. Die beschlossene Ausweisung von Flächen für Rechenzentren soll sicherstellen, dass noch genügend Raum für Industrie und produzierendes Gewerbe verfügbar bleibt.
Gründungsstandort Frankfurt
Wir GRÜNE arbeiten intensiv daran, Gründungsaktivitäten seitens der Stadt Frankfurt, der Frankfurt University of Applied Sciences sowie von privater Seite auf Synergien und Effektivität hin zu überprüfen. So unterstützen wir im Rahmen der Koalition zum Beispiel „Frankfurt Forward“, ein Vorzeigeprojekt innerhalb der Start-Up-Förderung in der Rhein-Main Region. Es leistet einen wichtigen Beitrag für die Weiterentwicklung von Innovation und Digitalisierung in Frankfurt. Darüber hinaus hat die Koalition 2023 den Frankfurter Gründerfonds mit erheblichen Mitteln aufgestockt. Der Frankfurter Gründerfonds ist ein Bürgschafts-Förderprogramm zur Unterstützung von (Klein-)Gründungen und Start-Ups in Frankfurt. Auch im Bereich der KI wollen wir weiter vorankommen. Dafür hat die Koalition ein Konzept in Auftrag gegeben, wie ein „AI-Hub“ hier in Frankfurt entstehen kann, um der Branche und möglichen Start-Ups ein angemessenes Kompetenzzentrum zu bieten. Die Potenziale in der Rhein-Main-Region sind groß und vielfältig. Sie müssen unbedingt genutzt und gefördert werden.