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Dank an Dr. Nargess Eskandari-Grünberg für ihr Wirken als Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin und ihr langjähriges Engagement für Vielfalt, Demokratie und Menschenrechte

Freitag, 28.8.2026

Die Stadtverordnetenversammlung hat am 27. August die Abberufung der Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg beschlossen. In einer Demokratie sind politische Ämter immer zeitlich begrenzt und Mehrheitsverhältnisse ändern sich.
Aus den Mehrheitsverhältnissen nach der Kommunalwahl und der neuen Koalition ergibt sich, dass Nargess Eskandari-Grünberg ihre erfolgreiche Arbeit nicht fortsetzen kann. Die GRÜNEN Frankfurt danken ihr für ihren unermüdlichen Einsatz für eine vielfältige, weltoffene und demokratische Stadtgesellschaft.

Dr. Nargess Eskandari-Grünberg hat wie keine andere das Thema Diversität in der Frankfurter Stadtpolitik und Stadtverwaltung verankert. Sie hat Vielfalt nicht als Einzelthema verstanden, sondern als Grundlage einer modernen Stadtgesellschaft. Frankfurt ist eine internationale Stadt, in der Menschen mit unterschiedlichsten Biografien, Sprachen, Kulturen und Erfahrungen zusammenleben. Mehr als die Hälfte der Frankfurter Stadtgesellschaft hat einen Migrationshintergrund. Nargess Eskandari-Grünberg hat dieser Realität ein Gesicht gegeben und dafür gesorgt, dass diese Menschen auch in der Stadtpolitik stärker gesehen und gehört werden.
Dabei war ihr Verständnis von Diversität immer eng mit gesellschaftlichem Zusammenhalt verbunden. Ihr ging es nicht darum, Unterschiede gegeneinanderzustellen, sondern darum, dass alle Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung oder sozialer Stellung gleichberechtigt an dieser Stadt teilhaben können.

Besonders prägend war ihr Engagement gegen Rassismus und Antisemitismus und gegen jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Sie hat immer wieder deutlich gemacht, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist und aktiv verteidigt werden muss. Mit der von ihr gegründeten Stabsstelle Antidiskriminierung hat Frankfurt eine wichtige Struktur geschaffen, um Diskriminierung wirksam entgegenzutreten und Betroffenen Unterstützung zu geben. Damit hat sie ein dauerhaftes Fundament für eine diskriminierungsärmere Stadtgesellschaft gelegt.

Auch der Kampf gegen Antisemitismus war für Nargess Eskandari-Grünberg eine Herzensangelegenheit. Dabei stand für sie die konkrete Unterstützung jüdischen Lebens ebenso im Mittelpunkt wie die klare Auseinandersetzung mit antisemitischen Einstellungen und Strukturen. Ihr Einsatz für die jüdische Stadtgesellschaft und gegen Antisemitismus war geprägt von Haltung und persönlicher Nähe.
Mit dem Welcome and Information Center hat sie zugleich einen Ort geschaffen, der neu nach Frankfurt kommenden Menschen Orientierung und Zugang zur Stadtgesellschaft ermöglicht.

Mit dem Pride Month hat Nargess Eskandari-Grünberg zudem ein sichtbares Zeichen für die Rechte und Anerkennung queerer Menschen in Frankfurt gesetzt. Sie hat damit die Vielfalt der Lebensformen in unserer Stadt sichtbar gemacht und deutlich gemacht, dass Gleichberechtigung nicht nur auf dem Papier stehen darf, sondern im öffentlichen Leben der Stadt ihren Platz haben muss.

Ein weiteres Beispiel für ihr Verständnis von Demokratie ist der von ihr initiierte Pavillon der Demokratie. Er steht für die Überzeugung, dass Demokratie Orte braucht, an denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen, sich begegnen und gemeinsam über die Zukunft ihrer Stadt diskutieren können.
Für Nargess Eskandari-Grünberg war dabei die Zivilgesellschaft nie nur Gesprächspartnerin, sondern ein zentraler Teil politischer Gestaltung. Vereine, Initiativen und engagierte Bürger*innen fanden in ihr eine Ansprechpartnerin, die ihre Anliegen ernst nahm, ihnen zuhörte und gemeinsam mit ihnen nach Lösungen suchte. Sie hat dadurch die Frankfurter aktive und selbstbewusste Zivilgesellschaft gestärkt und sie in die Gestaltung der Stadt einbezogen.
„Nargess Eskandari-Grünberg hat Frankfurt verändert, weil sie Menschen sichtbar gemacht hat, die in der Stadtgesellschaft längst selbstverständlich dazugehören, in der Politik aber noch viel zu oft nicht ausreichend repräsentiert waren. Sie hat Vielfalt eine politische Stimme gegeben und gleichzeitig immer den Zusammenhalt unserer Stadt im Blick behalten. Dafür danken wir ihr von ganzem Herzen“, erklären Tara Moradi und Burkhard Schwetje, Sprecher*innen der GRÜNEN Frankfurt.
Ihr Wirken war dabei immer auch persönlich geprägt. Nargess Eskandari-Grünberg hat aus ihrer eigenen Erfahrung heraus eine besondere Sensibilität dafür entwickelt, was es bedeutet, in einer Gesellschaft nicht selbstverständlich dazuzugehören. Daraus hat sie keine Abgrenzung, sondern eine besondere Kraft für Offenheit, Demokratie und Menschenrechte entwickelt. „Nargess hat gezeigt, dass Politik Haltung braucht. Sie hat sich nicht gescheut, dort klar zu sein, wo andere lieber ausweichen. Gleichzeitig war ihr wichtig, Menschen zusammenzubringen und Brücken zu bauen. Ihr Engagement für Vielfalt und für eine starke Zivilgesellschaft wird uns auch über ihre Amtszeit hinaus prägen“, unterstreicht Tara Moradi für die GRÜNEN Frankfurt.

Als Bürgermeisterin hat Nargess Eskandari-Grünberg zudem den internationalen Charakter und die Weltoffenheit unserer Stadt repräsentiert und damit auch nach außen deutlich gemacht, was Frankfurt ausmacht: eine Stadt, die von ihrer internationalen Stadtgesellschaft lebt und in der Menschen aus der ganzen Welt zuhause sind. „Wir bedauern sehr, dass Nargess Eskandari-Grünberg aufgrund der neuen Mehrheitsverhältnisse ihre Arbeit im Magistrat nicht fortsetzen kann. Zugleich ist für uns klar: Ihre Themen bleiben grüne Themen. Wir werden Nargess’ Arbeit der letzten Jahre fortführen und dafür sorgen, dass die Strukturen und Projekte, die sie geschaffen hat, Bestand haben und weiterentwickelt werden“, erklären Tara Moradi und Burkhard Schwetje.
Die GRÜNEN Frankfurt verbinden ihren Dank deshalb mit einem klaren politischen Versprechen: Die Arbeit für eine vielfältige, weltoffene und solidarische Stadtgesellschaft geht weiter. Der Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus, der Schutz vor Diskriminierung, die Unterstützung der Zivilgesellschaft und die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts bleiben zentrale Aufgaben grüner Politik in Frankfurt. „Nargess Eskandari-Grünberg hat deutliche Spuren in dieser Stadt hinterlassen. Wir wünschen uns sehr, dass ihre Kompetenz, ihre Erfahrung, ihre Haltung und ihre Kraft Frankfurt auch künftig erhalten bleiben. Und wir werden alles dafür tun, dass das, wofür sie in den vergangenen Jahren gekämpft hat, weiterwirkt“, schließen Tara Moradi und Burkhard Schwetje.