GRÜNE legen 13-Punkte-Plan zum Umgang von Kindern und Jugendlichen mit Sozialen Medien vor
Soziale Medien bergen für Kinder und Jugendliche Risiken. Studien zeigen, dass beispielsweise bei einem Viertel der 10- bis 17-Jährigen bereits ein suchtartiges Nutzungsverhalten vorliegt. Wir dürfen Kinder und Jugendliche nicht länger den Tech-Plattformen und ihren Algorithmen überlassen. Deshalb brauchen wir dringend politische und rechtliche Leitplanken. Wir GRÜNEN haben einen 13-Punkte-Plan erarbeitet, der zeigt wie Schutz, Teilhabe und Befähigung von Kindern und Jugendlichen in Sozialen Medien gelingt. Zentral ist ein altersabhängiges Stufenmodell zur Nutzung dieser Medien. Das Modell orientiert sich am Vorschlag der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina: kein Social-Media-Account für unter 13-Jährige, Zustimmung der Eltern bei 13- bis 15-Jährigen, keine suchtverstärkenden Mechanismen für alle unter 18-Jährigen. Das Stufenmodell ist in weitere Maßnahmen eingebettet, denn reine Nutzungseinschränkungen greifen zu kurz.
Zu den weiteren Bausteinen zählen eine konsequente Durchsetzung der bestehenden Kinder- und Jugendschutzstandards im Digital Services Act (DSA) der Europäischen Union, eine breit angelegte Aufklärung und Sensibilisierung und eine massive Ausweitung der Medienbildung für Kinder, Eltern und Fachkräfte beginnend in der frühkindlichen Bildung. Ferner fordern wir eine authentische Polizeipräsenz im digitalen Raum, eine Stärkung von Beratungsstellen und psychosozialer Unterstützung, die Einführung digitaler Streetworker*innen, den Ausbau analoger Freizeitangebote und eine angemessene Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Ausgestaltung von Vorgaben und Regeln.
All dies ermöglicht für Kinder und Jugendliche einerseits Schutz und Fürsorge und andererseits Meinungs- und Informationsfreiheit sowie adäquaten Zugang zu Medien. Wie wichtig beides ist, zeigen Studien: 46 Prozent der 10- bis 11-Jährigen und 71 Prozent der 12- bis 13-Jährigen nutzen mindestens einmal pro Woche TikTok, bei einem Viertel der 10- bis 17-Jährigen zeigt sich ein riskantes oder suchartiges Nutzungsverhalten und 73 Prozent der 14- bis 20-Jährigen verbringen mehr Zeit mit sozialen Medien, als sie es eigentlich möchten. Die Folge können erheblichen Schädigungen für die psychische und physische Gesundheit junger Menschen sein: Schlafprobleme, Depressionen, Angst- und Essstörungen bis hin zu suizidalem Verhalten. Hinzu kommen Gefahren, wie Cybergrooming, KI-generierte Inhalte, Hass und Gewalt, die leider längst keine Randphänomene mehr sind. Den 13-Punkte-Plan mit allen Maßnahmen im Detail findet Ihr hier.