Rede zur Aktuellen Stunde zur Sanofi-Investition in Frankfurt
Sehr geehrte Vorsteherin,
meine Damen und Herren,
im Oktober dieses Jahres soll in Frankfurt der Grundstein für eine neue Produktionsanlage von Sanofi für Insulin gelegt werden. Rund zwei Milliarden Euro investiert das Unternehmen in den Standort Frankfurt. Das ist eine gute Nachricht, nicht nur für die rund 6.500 Mitarbeitenden, sondern für den gesamten Wirtschaftsstandort Frankfurt. Denn während derzeit viele Investitionen in Deutschland zurückgestellt werden, wird hier investiert. Trotz der Kosten und Herausforderungen, trotz der hier geltenden sozialen, ökologischen und steuerlichen Rahmenbedingungen. Das ist ein starkes Signal. Industrielle Produktion und wirtschaftlicher Erfolg sind auch in Deutschland möglich. Die EU-Kommission hat eine staatliche Unterstützung von 400 Millionen Euro genehmigt. Im Gegenzug verpflichtet sich Sanofi langfristig, Produktionskapazitäten sicherzustellen. Dahinter steht ein wichtiges europäisches Ziel.
Auch der Oberbürgermeister hat die Abhängigkeit von Lieferanten aus anderen Ländern erwähnt, die wir schmerzlich in der Coronazeit erleben mussten. Unentbehrliche Arzneimittel sollen wieder stärker in Europa produziert werden, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Gerade bei Insulin ist es angesichts der alternden Bevölkerung besonders relevant. Frau Avdic hat von ihren persönlichen Erfahrungen berichtet, aber ich glaube, wir kennen viele Menschen, die auf Insulin angewiesen sind. Angesichts der alternden Bevölkerung und der steigenden Zahl von Diabeteserkrankungen ist das von besonderer Bedeutung.
Für Frankfurt ist diese Investition auch aus einem weiteren Grund wichtig: Wir brauchen neben der Finanzwirtschaft weitere starke Unternehmen und Steuerzahler. Denn was macht unsere Stadt stark? Das ist nicht nur die gesellschaftliche, sondern auch die wirtschaftliche Vielfalt. Wir sind nicht nur ein Finanzplatz, Messestandort und Logistikdrehscheibe, sondern zugleich auch ein bedeutender Industriestandort. Diese Vielfalt macht unsere Stadt wirtschaftlich robust und – um es mit den Worten des Oberbürgermeisters zu sagen – resilient. Gleichzeitig wissen wir, dass die Flächen auf Frankfurter Stadtgebiet begrenzt sind. Deshalb müssen wir beim Thema interkommunale Gewerbegebiete vorankommen.
Bei dem Thema interkommunale Gewerbegebiete müssen wir zusammenarbeiten, deswegen ist Sanofis Investition mehr als eine einzelne Unternehmensentscheidung … nämlich ein starkes Zeichen für unseren Wirtschaftsstandort.
(Beifall)
Die Rede wurde im Wortprotokoll der Stadtverordnetenversammlung vom 01.10.2026 dokumentiert.