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Rede zur Erweiterung der Europäischen Schule

Donnerstag, 21.5.2026

Einen wunderschönen guten Abend,
lieber Herr Schneider,

Sie stellen wieder mal einfach eine Behauptung auf, die es uns unmöglich macht, diese sofort zu widerlegen, weil Sie irgendwie mit Zahlen rumhantieren. Das ist echt schwierig.

Die Europäische Schule begleitet uns seit sie – und jetzt erzähle ich auch mal was, eigene Dezernenten wurden ja heute viel genannt – von der damaligen GRÜNEN Schuldezernentin Jutta Ebeling Anfang der 2000er Jahre nach Frankfurt geholt wurde. Aber jetzt kommt eine andere Partei: Auch der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl hatte sich für Frankfurt als Standort eingesetzt. Ich weiß nicht, wer ihn noch kennt, ich kenne ihn noch.

(Heiterkeit)

Die Europäische Schule platzt schon länger aus allen Nähten. Seit Jahren suchen wir deshalb nach einem neuen Standort, um den Mitarbeitenden der europäischen Institutionen für ihre Kinder ein europäisches Schulangebot machen zu können. Dieser scheint nun gefunden. In der Zwischenzeit müssen wir aber am jetzigen alten Standort die Schule erst einmal erweitern. Wir verabschieden also heute die Magistratsvorlage für einen Schulerweiterungsbau der Europäischen Schule, und zwar in Holzmodulbauweise. Mich begeistert es immer wieder, Holzmodulbauweise, die Idee war von Sarah Sorge, GRÜNE, die Durchführung macht Sylvia Weber, SPD, also wir haben doch ein breites Spektrum an Leuten, die sich um alles kümmern. Dazu einige Worte: Hatten wir in Zeiten von Raumnot früher hallende Container aus Metall, die im Sommer unerträglich heiß, im Winter schwer warmzubekommen waren und in denen unsere Kinder manchmal ihre gesamte Schulzeit verbringen mussten, so können wir heute mit der Holzmodulbauweise eine gesunde, zukunftsfähige Alternative anbieten. Holzmodule sind vorgefertigte, komplette Raumeinheiten mit gedämmten Wänden, einer guten Akustik, warmen Oberflächen und viel Tageslicht, welche extern an einem anderen Ort fertig hergestellt werden und danach in kurzer Bauzeit an dem Ort, wo die Schule stehen soll, zusammengefügt werden können. Das bedeutet eben auch, dass wir nicht einen ewig langen Baustellenverkehr am Schulort haben, was mit den vielen Schüler:innen, die da auch sein wollen, immer äußerst schwierig ist.

Holz fühlt sich sinnlich anders an. Es riecht gut, und sowohl das Sprechen als auch insbesondere das gemeinsame Singen und Musizieren findet hier eine erholsame Resonanz. Hier ist auch überall Holz. Interessanterweise bestehen Holzbauten nicht nur aus einem nachwachsenden und nachhaltigen Rohstoff aus heimischen Wäldern mit guter CO 2 -Bilanz für ein gesundes Lärmklima, sondern sie sind inzwischen bei den Schülerinnen und Schülern und dem Lehrpersonal überaus beliebt. Sie alle wünschen sich diese Holzbauten. In einer Zeit der hektischen, schnellen Bilder sowie der digitalen Überflutung und Überlastung der Sinne wird es immer wichtiger, dass der Schulort auch ein Ort des Aufatmens, der Ruhe und Konzentration werden kann, was viel mit den Räumlichkeiten zu tun hat. „Hier komme ich zu mir, ich fühle mich hier so wohl und es duftet so gut“, so der Ausspruch einer Sechstklässlerin. Wir wollen das nicht zu sehr romantisieren, aber wenn ich an so manches Gebäude denke, welches aus Raumnot zum Schulgebäude umgeswitcht werden muss, dann braucht es eine hohe künstlerische Planungs- und Umsetzungsfantasie, um auch nur annähernd eine solche Atmosphäre zu schaffen. Was als flexible Übergangslösung geplant war, nämlich die Holzmodulbauten, hat sich als stabiles Element entpuppt. Durch den Rahmenvertrag mit der verabschiedeten Schulbauoffensive können wir auch schneller den Auftrag vergeben und so zeitlich vorwärts kommen. Perspektivisch wird dieser Erweiterungsbau dann nach dem Auszug der Europäischen Schule an ihren neuen endgültigen Standort für andere Schulauslagerungen während derer Sanierungsphasen verwendet werden. Auch das ist nachhaltig, ebenso der geplante Anschluss der Schule an die Fernwärme und die Dachbegrünung.

Selbstverständlich werden die Leitlinien zum wirtschaftlichen Bauen und die Anforderungen an das Gebäudeenergiegesetz vollständig beachtet werden, denn wir leben im 21. Jahrhundert und im vollen Bewusstsein einer großen Verantwortung für unsere nachfolgenden Generationen. Wir wollen und werden alles tun, um ihnen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen – ohne Atomkraftwerke –, in der sie selbst tatkräftig wirken können. Das bewirken wir durch solche Holzmodule.

Also: Mehr Mut zu mehr Holzbauten, nicht nur im Schulbereich.

Herzlichen Dank!

(Beifall)

Die Rede wurde im Wortprotokoll der Stadtverordnetenversammlung vom 21.05.2026 dokumentiert.