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GRÜNE fordern zur Rettung des Mousonturms auf: der Mousonturm muss als wichtiges künstlerisches Zentrum in Frankfurt erhalten bleiben

Donnerstag, 29.1.2026

Die Frankfurter GRÜNEN machen sich große Sorgen um die Zukunft des Künstler*innenhauses Mousonturm. Im Herbst wurde bekannt, dass die schwarz-rote Bundesregierung die Förderung für das Bündnis Internationaler Produktionshäuser, dem auch der Mousonturm angehört, komplett gestrichen hat. Der Mousonturm profitierte mit jährlich 600.000 Euro von dieser Förderung. Zusammen mit dem strukturellen Defizit in Höhe von 800.000 Euro pro Jahr ergibt dies einen zukünftigen Fehlbetrag i.H.v. 1,4 Millionen Euro.
Dies hat schon jetzt zur Folge, dass der Mousonturm nur noch 21 anstatt wie vorher 42 Wochen pro Jahr spielen kann. Die fehlende Bundesförderung führt auch dazu, dass weitere Drittmittelförderungen nicht möglich sind, so dass sich der Fehlbetrag noch weiter erhöht. Mit der Bundesförderung wurde bisher auch eine Stelle im Bereich Inklusion finanziert, die in den vergangenen Jahren den Mousonturm zu einem Vorreiter in der Inklusion in der Kultur gemacht hat. Viele andere kulturelle Institutionen lernen vom Mousonturm – derzeit wird die Stelle noch über von den GRÜNEN initiierte Etatanträge und interne Mittelumschichtungen finanziert, doch auch sie steht langfristig zur Disposition. Zudem werden weitere Stellenstreichungen sowie die Aufgabe des hauseigenen Cafés eine Folge der Kürzung sein.
Die Sprecher*innen des Kreisverband Frankfurt von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Tara Moradi und Burkhard Schwetje, fordern die zuständige Kulturdezernentin und Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Ina Hartwig zum Handeln auf: „Die Kulturdezernentin muss das Heft des Handelns in die Hand nehmen. Die Probleme des Mousonturms sind hier und jetzt, Ina Hartwig muss jetzt über unverbindliche Solidaritätsbekundungen hinausgehen“, erklärt Tara Moradi. „Der Mousonturm ist mit seinen innovativen Formaten eine wichtige Säule der Frankfurter Kulturlandschaft und verdient damit besondere Aufmerksamkeit. Die im Bereich Kultur geplanten ordentlichen Aufwendungen im städtischen Haushalt sind zwischen 2024 und 2025 um 5,3 Mio. € oder 2,1 Prozent gewachsen. Für 2026 sind im Etatentwurf des Magistrats Aufwendungen von 273 Mio. € geplant – eine deutliche Steigerung von über 14 Mio. € gegenüber 2025. Das Problem ist also nicht das Geld sondern die Prioritätensetzung“, ergänzt Burkhard Schwetje.
„Der Mousonturm ist neben Schauspiel und Oper das dritte städtische Haus, wird aber von der Kulturdezernentin äußerst stiefmütterlich behandelt. Der Mousonturm und die freie Szene scheinen für sie aber keine große Bedeutung zu haben. Die Intendanz des Mousonturms funkt bereits seit weit über einem Jahr SOS, aber anstatt mit einem Schnellboot schippert die Dezernentin lieber gemütlich mit einem Tretboot zum havarierten Mousonturm. Sollte der Mousonturm untergehen, liegt das einzig und allein in der Verantwortung von Ina Hartwig. Wir fordern die Dezernentin daher auf, endlich ihren Job zu machen und ihrer Verantwortung gegenüber dem Mousonturm, dessen Mitarbeitenden und den Besucher*innen gerecht zu werden“, erläutert Julia Eberz, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur, Wissenschaft und Sport der Stadtverordnetenversammlung und erneut Kandidatin für die GRÜNEN bei der Wahl am 15. März, die Situation.