Für die Forderungen der Jugend und einen verantwortungsvollen Umgang mit Sprache
Liebe Freund*innen,
am vergangenen Samstag haben Tausende junge Menschen in Frankfurt für ihre Zukunft demonstriert. Sie fordern bessere Bildung, ein bezahlbares Leben und konsequenten Klimaschutz. Diese Anliegen sind auch grün und wir müssen dafür sorgen, dass sie politisch Gehör finden und in konkrete Politik umgesetzt werden.
Die Angriffe einzelner gewaltbereiter Personen während des Demonstrationszugs verurteilen wir ebenso wie die schweren Ausschreitungen, Plünderungen und Angriffe auf Einsatzkräfte und Rettungskräfte am späten Abend. Schaufenster einzuschlagen und Sneakers zu klauen hat nichts mit politischem Protest zu tun. Die nächtlichen Krawalle gingen nach bisherigem Kenntnisstand nicht von den Teilnehmer*innen der friedlichen Demonstration aus. Versuche, in Zukunft das in der Verfassung verankerte Demonstrationsrecht einzuschränken, lehnen wir ab.
Unsere Solidarität gilt den geschädigten Gewerbetreibenden, den verletzten Polizist*innen und allen Menschen, die bedroht oder Opfer von Gewalt geworden sind. Unser Dank gilt zugleich den Mitarbeiter*innen der FES und den Bürger*innen, die gemeinsam Verwüstungen beseitigt und die Innenstadt aufgeräumt haben. Frankfurt hat wieder gezeigt, dass es zusammenhalten und die Ärmel hockrempeln kann.
Was jetzt notwendig ist, ist eine gründliche Aufklärung. Dabei muss auch untersucht werden, ob und wie die Ausschreitungen vorbereitet und organisiert wurden. Nur wenn wir die Ursachen und Abläufe verstehen, können wir wirksame Konsequenzen ziehen.
Entschieden wenden wir uns gegen jeden Versuch, die Krawalle pauschal Menschen mit Migrationsgeschichte zuzuschreiben. Wie gefährlich solche rassistischen Zuschreibungen werden können, hat sich gerade in Frankreich gezeigt: In Trappes und La Verrière tötete ein mutmaßlich rechtsextrem motivierter Täter einen jungen Mann und verletzte sieben weitere Menschen. Er erklärte, aus Rache für Plünderungen gehandelt und gezielt Menschen mit Migrationsgeschichte angegriffen zu haben. Rassismus tötet.
Deshalb müssen alle und vor allem die, die politisch Verantwortung tragen, verantwortungsvoll mit Sprache und Zuschreibungen umgehen.
Tara (Moradi) & Burkhard (Schwetje)
Vorstandssprecher*innen
