Der Niddaradweg: Ein Lückenschluss zum Ende meiner Amtszeit
Liebe Freundinnen, liebe Freunde,
mein letztes Projekt als Mobilitätsdezernent ist ein Lückenschluss im Radwegenetz: Die Stadtentwässerung asphaltiert derzeit den Niddaradweg zwischen Heddernheim und Berkersheim auf 2,6 Kilometern. Der bisher wassergebundene Weg war bei schlechtem Wetter voller Pfützen, im Sommer staubig; jetzt entsteht ein drei Meter breiter Abschnitt, der nicht nur sicherer, sondern ganzjährig deutlich komfortabler nutzbar ist. Und von dem hellen Asphalt, den wir hier einsetzen, profitieren auch Amphibien und Insekten, weil die Oberfläche nicht so heiß wird wie herkömmlicher Asphalt – ein guter Kompromiss zwischen den Bedürfnissen von Mensch und Natur. Denn der Niddaradweg ist als Freizeitweg, Pendlerverbindung und Teil des deutschladweiten Radfernwegenetzes wichtig für Frankfurt. Ein Lückenschluss von 2,6 Kilometern ist keine riesige Leistung; aber solche fehlenden Stücke entscheiden darüber, ob ein Netz im Alltag funktioniert – oder eben nicht.
Das ist ein passender Abschluss, aber keineswegs die ganze Geschichte. In meiner Amtszeit haben wir an vielen Stellschrauben gleichzeitig gearbeitet: Wir bauen die U5 aus und planen die Verlängerung der U4, haben die Vorplanung der Gutleutstraßenbahn und den Masterplan Mobilität beschließen lassen, die öffentliche E-Ladeinfrastruktur massiv erweitert, P+R stadtweit vorangebracht, Mobilitätsstationen einschließlich Carsharing eingeführt. Dazu kommen Fahrradstraßen, Schulstraßen und andere verkehrsberuhigte Zonen. Wir haben unsere Fußverkehrsstrategie gestartet, Flächen entsiegelt und begrünt. Wir sind als fahrradfreundlichste Metropole auf Platz 1 des ADFC-Fahrradklimatest. Aber unsere eigentliche Leistung ist, dass wir den Straßenraum für alle gerechter aufgeteilt und sicherer gemacht haben. Dabei berücksichtigen wir auch die vulnerableren Personengruppen: Kinder und Senior:innen, FLINTA*, mobilitätseingeschränkte Menschen.
Und das unter Bedingungen, die sich deutlich verändert haben: Corona, Kriege, Energiekrise, Fachkräftemangel, Lieferengpässe, steigende Baukosten und eine Infrastruktur, deren Erhalt und Erneuerung immer anspruchsvoller wird. Gleichzeitig sind die Erwartungen an eine sichere, leistungsfähige und klimaverträgliche Mobilität gestiegen. Mobilitätswende bedeutet nicht, ein Projekt nach dem anderen abzuarbeiten, sondern dafür zu sorgen, dass viele große und kleine Bausteine ineinandergreifen. Sie bedeutet auch, mit knappen Flächen, knappen Ressourcen und sich widersprechende Interessen umzugehen – und trotzdem Entscheidungen zu treffen. Dazu gehört auch, Widerspruch auszuhalten. Nicht immer gab es Konsens, nicht jede Entscheidung war bequem. Aber Veränderung braucht Argumente, Dialog und am Ende eine klare Haltung.
Mir ist in den vergangenen Wochen immer wieder gespiegelt worden, wie viele Menschen wahrnehmen, dass sich der Frankfurter Stadtraum verändert hat: mit mehr Raum für Begegnung, mehr Grün, guten Bedingungen nicht nur für den Kfz-Verkehr. Ich hoffe, dass diese Veränderung einen Unterschied in Eurem Alltag macht.
Und ich freue mich schon darauf, künftig als Baudezernent dazu beizutragen, Frankfurt lebenswerter zu machen. Ihr werdet von uns lesen!
Euer Wolfgang
Alle Infos zum Lückenschluss am Niddaradweg hier.