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Tony-Sender-Preisträgerin Dörthe Jung ist tot „Wir trauern um eine prägende Stimme der Frankfurter Frauenpolitik“

Tony-Sender-Preisträgerin Dörthe Jung ist tot „Wir trauern um eine prägende Stimme der Frankfurter Frauenpolitik“

Freitag, 4.9.2026

Die Frankfurter Frauenrechtlerin Dörthe Jung ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Seit den 1970er Jahren hat sie sich in Frankfurt und weit darüber hinaus als Wissenschaftlerin, Publizistin, Beraterin und politische Impulsgeberin für die Gleichstellung von Frauen eingesetzt.

„Dörthe Jung hat die Frankfurter Frauenpolitik über Jahrzehnte maßgeblich mitgestaltet. Sie war eine Vordenkerin, eine Kämpferin und eine Frau, die immer darauf bestanden hat, dass Erkenntnisse in politische und gesellschaftliche Praxis übersetzt werden“, sagt Frauendezernentin Tina Zapf-Rodríguez.

In den 1980er Jahren war Dörthe Jung als persönliche Referentin der ersten Frankfurter Frauendezernentin entscheidend an der institutionellen Verankerung der Frauenpolitik im Frankfurter Römer beteiligt, als Pionierin und erste Büroleiterin auch an der Gründung von Frauendezernat und Frauenreferat.

„Dörthe Jung war prägende Gestalt der autonomen Frauenbewegung nach 1968. Die breite Verankerung von Frauenprojekten wäre ohne sie in unserer Stadt kaum denkbar“, so Frauendezernentin Tiny Zapf-Rodriguez. „Sie hat entschieden und konsequent mit ihrem genderpolitischen Engagement den Diskurs weit über die Stadtgrenzen hinaus belebt und beeinflusst“.

2011 wurde Dörthe Jung für ihr jahrzehntelanges frauen- und genderpolitisches Engagement mit dem Tony-Sender-Preis der Stadt Frankfurt ausgezeichnet.

Die langjährige Bürgermeisterin und ehemalige Frauendezernentin Jutta Ebeling würdigte die Preisträgerin damals in ihrer Laudatio als “Impulsgeberin und Mitgestalterin zahlreicher Frankfurter Frauenprojekte, die damit Strukturen geschaffen habe, die bis heute die Bildungs- und Beratungslandschaft der Stadt prägen.“

„Wir verlieren eine starke und kluge Frau, deren Spuren in unserer Stadt und in der Frauenpolitik weit über ihre eigene Zeit hinaus sichtbar bleiben. Gerade in einer Zeit, in der Errungenschaften der Gleichstellung wieder unter Druck geraten, werden wir ihre Stimme, ihre Klarheit und ihre Beharrlichkeit vermissen“, so Tina Zapf-Rodríguez.