Umfrage „Leben in Frankfurt 2025“: Mobilitätswendemaßnahmen zeigen Wirkung
Liebe Freundinnen, liebe Freunde,
kürzlich hat die Stadt Frankfurt die aktuelle Ausgabe der Bevölkerungsumfrage „Leben in Frankfurt 2025“ veröffentlicht, die auch Daten zur urbanen Mobilität beinhaltet. Das Ergebnis: Mobilität in Frankfurt wird vielfältiger, ÖPNV und Radverkehr gewinnen an Bedeutung – und die Zufriedenheit der Bürger:innen besonders mit der Fuß- und Radwegeinfrastruktur ist gestiegen.
In der Fünf-Jahres-Bilanz der Studie zeigt sich ein Wandel in der Verkehrsmittelnutzung: Von 2021 bis 2025 hat die Pkw-Nutzung in Frankfurt leicht abgenommen, Fahrradnutzung und ÖPNV-Nutzung sind gestiegen – 2022 hat der ÖPNV den MIV in Bezug auf die regelmäßige Nutzung sogar überholt.
Balance der Verkehrsarten am Horizont
Der öffentliche Personennahverkehr ist mit 54 % weiterhin das Rückgrat der städtischen Mobilität – obwohl 76 % der Menschen in der Mainmetropole einen Kfz-Führerschein besitzen. Seit 2021 ist der Anteil jener Frankfurter Bürger:innen, die den Nahverkehr täglich oder mehrfach pro Woche nutzen, um 19 % gestiegen – nur 7 % verzichten komplett auf Bus und Bahn. 36% der Frankfurter:innen nutzen das Fahrrad täglich oder mehrfach wöchentlich – auch wenn 45 % der Frankfurter:innen den Pkw in der Pendlerhauptstadt immer noch regelmäßig nutzen. Die Verkehrsträger ergänzen sich zunehmend, das System wird also immer ausgewogener.
Bürger:innen wechseln Verkehrsmittel je nach Anlass
Interessant ist, dass sich die Menschen in der „Stadt der kurzen Wege“ bei der Wahl ihres Verkehrsmittels flexibel am jeweiligen Ziel orientieren: Für den Weg zur Arbeit nutzen die meisten Frankfurter:innen den ÖPNV (42%). Für Einkäufe hingegen gehen die meisten Befragten zu Fuß (58%). Zu ihren Freizeitaktivitäten gelangen die Menschen am liebsten per pedes (39 %).
Zufriedenheit mit Geh- und Radweginfrastruktur gestiegen
Dass Fuß- und Radverkehr seit einigen Jahren stärker im Fokus der städtischen Mobilitätskonzepte steht, zeigt sich schon heute: Mit dem Zustand der Gehwege in Frankfurt sind 57 % der Menschen sehr oder eher zufrieden – 3 % mehr als 2024. Mit der Sicherheit auf Gehwegen sind 54% zufrieden, 2 % mehr als zuvor.
Zufrieden sind die Frankfurter-innen auch mit dem Radverkehr in Frankfurt – in allen abgefragten Aspekten sogar zufriedener als im Vorjahr. Das betrifft den Zustand (57%), das Angebot (51 %), Abstellmöglichkeiten (48 %) und die Sicherheit (41 %) der Radwege.
Deutlich mehr als die Hälfte der Frankfurter:innen auch mit ÖPNV zufrieden
Trotz der technischen und der Personalprobleme der letzten Jahre im ÖPNV zeigen sich auch 68% der Frankfurter:innen, mit dem städtischen Liniennetz und 57 % mit den Taktzeiten sehr oder eher zufrieden.
Und auch wenn unter allen Verkehrsteilnehmenden die Autofahrer:innen der Frankfurter Verkehrsinfrastruktur am kritischsten gegenüber stehen, sind – mit 36 % – 2 % mehr Menschen mit dem Straßenzustand in Frankfurt zufrieden als noch 2024.
Nachhaltiger MIV bleibt relevant
Die Daten zeigen: Auch der motorisierte Individualverkehr entwickelt sich weiter. Das Interesse an Elektroautos ist mit 16 % die höchste unter den neuen Mobilitätsoptionen. Das belegt, dass die Verkehrswende in Frankfurt nicht gegen, sondern auch mit dem Auto gestaltet wird – in Zukunft noch verstärkt durch den Ausbau der E-Ladeinfrastruktur, Carsharing und Park+Ride.
Wir nähern uns einer Balance der Verkehrsarten. Unsere Mobilitätspolitik wirkt und bietet eine echte Wahlfreiheit für alle Bürgerinnen und Bürger. Die Mobilität in Frankfurt entwickelt sich in Richtung eines differenzierten, resilienten, multimodalen Systems. Die Mobilitätswende ist kein Verdrängungsprozess, sondern ein Ausbau von Optionen – ökologisch, sozial und funktional.
Euer Wolfgang
Hier geht es zur Umfrage „Leben in Frankfurt 2025“