Rede zur Aktuellen Stunde zum Thema Hitzeschutz
Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
erst mal großen Dank an die Linken. Völlig richtig, was Sie vortragen, und vielen Dank auch für die angekündigte Unterstützung. Die können wir tatsächlich gebrauchen.
Der erst kürzlich aktualisierte Klimaplanatlas zeigt eine dramatische Überhitzung im gesamten Kernbereich der Stadt. Es stimmt, dass vulnerable Personen besonders darunter leiden. Ich möchte einen Hinweis geben: Auch weltweit ist es so, dass gerade die ärmeren Menschen unter dem Klimawandel am stärksten leiden. Und ich empfinde das als besonders ungerecht, weil genau die diejenigen sind, die am wenigsten dafür können.
Das bestehende Angebot mit Trinkbrunnen, kühle Orte, Begrünungsmaßnahmen, Verschattungen und so weiter ist wichtig. Nächstes Jahr kommen auch noch Nebelduschen dazu. Uns ist aber allen klar, dass wir noch wesentlich mehr machen müssen. Hitzeschutz ist eine Aufgabe für die ganze Stadt. Aber ich kann Ihren Pessimismus nicht ganz nachvollziehen. Wir haben im Koalitionsvertrag zum Beispiel die 3-30-300-Regel stehen, die bedeutet, man soll von jeder Wohnung aus drei Bäume sehen können, 30 Prozent der Fläche in jedem Quartier soll unter Baumkronen sein und die Entfernung zur nächsten Grünfläche soll nicht mehr als 300 Meter betragen. Das hat auch die CDU mitgemacht, und da bin ich jetzt gespannt, wie wir das umsetzen. Es stimmt sicherlich, dass es Konflikte geben wird, um Parkplätze zum Beispiel. Aber wer sagt Ihnen denn, dass wirklich um jeden einzelnen Parkplatz gekämpft wird und nicht gerade angesichts dieses Hitzesommers eine allgemeine Einsicht um sich greift, dass man auch mal an einer Stelle, wo ein Auto steht, lieber vielleicht besser einen Baum pflanzt. Kann doch sein.
(Beifall)
Ich möchte Ihnen auch zustimmen bei der Aussage, dass wir es auf jeden Fall nicht nur bei Klimaanpassungen belassen dürfen, sondern dass wir auch weiter Maßnahmen gegen die Reduktion von Treibhausgas ergreifen müssen. Das möchte ich an der Stelle ganz deutlich machen, weil das ein ganz wichtiger Punkt ist. Nichtstun führt nicht dazu, dass der Klimawandel jetzt aufhört. Wenn wir jetzt nichts tun, dann geht er mit Stärke weiter. Es wird nicht der letzte heiße Sommer sein, und es wird auch nicht der heißeste Sommer sein, sondern im Jahr 2030, im Jahr 2040. Es gibt Leute hier, die haben Kinder, die wollen sich auch im Jahr 2050 und 2060 noch auf diesem Planeten wohlfühlen, und das wird nicht möglich sein, wenn nicht irgendwann mal gebremst wird und diese weitere Zunahme des Klimawandels verhindert wird.
(Beifall)
Also, ich stelle eine große Einigkeit in diesem Parlament fest, und diese Einigkeit brauchen wir auch.
Ja.
Wir brauchen diese Einigkeit sowohl zur Klimaanpassung als auch für den Kampf gegen den Klimawandel.
Vielen Dank!
(Beifall)
Die Rede wurde im Wortprotokoll der Stadtverordnetenversammlung vom 27.08.2026 dokumentiert.