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Frankfurterin Rümeysa muss bleiben

Donnerstag, 29.10.2026

Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 29.10.2026

Rümeysa Kaya ist 16 Jahre alt, besucht die Otto-Hahn-Schule in Nieder-Eschbach und möchte Ärztin werden. Sie singt im Schulchor, spielt Theater und ist Stipendiatin der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. In Frankfurt ist sie zu Hause. Trotzdem droht ihr die Abschiebung in die Türkei. Emre Telyakar, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Römer wirbt für breite Unterstützung in der Stadt und für den Verbleib der Familie. Er fordert Stadt und Land auf, eine Bleibeperspektive für sie und ihre 
Familie zu schaffen.

„Rümeysa sollte sich Gedanken über ihre nächste Prüfung machen können und nicht darüber, ob sie morgen noch ihre Freund*innen sieht. Sie ist Frankfurterin und hat hier ihre Zukunft vor sich. Dafür müssen wir als Stadt einstehen“, erklärt Telyakar, der seit einigen Wochen mit ihrem Umfeld in Kontakt steht.

Über den Einzelfall hinaus fordert er einen städtischen Konsens, um Kinder und Jugendliche vor Abschiebung zu schützen und ihre Rechte zu stärken: „Ich setze auf den Magistrat, Jugendhilfe, Schulen, Beratungsstellen und das Frankfurt Immigration Office zusammenzubringen, damit Bleibemöglichkeiten frühzeitig geprüft und konsequent genutzt werden. Kindeswohl, Bindungschancen und Integration müssen bei Entscheidungen maßgebliches Gewicht haben. Schulen müssen sichere Orte sein 
und Abschiebungen aus Bildungseinrichtungen darf es nicht geben. Ein entsprechender Prüfauftrag ist im Koalitionsvertrag vorgesehen.“

Rümeysas Fall zeige, was in der gesellschaftlichen Debatte aus dem Blick gerate: „Wer Abschiebungszahlen als politischen Erfolg verkauft und aus Schulen oder Arbeitsplätzen abschiebt, blendet die Menschen dahinter aus. Wenn junge Menschen hier aufwachsen, Freundschaften schließen und ihre Zukunft planen, muss das bei Entscheidungen über ihren Aufenthalt zählen. Und bei aller Anerkennung für Rümeysas Leistungen: Kinderrechte muss man sich nicht mit Bestnoten verdienen. Es geht um die Auslegung von geltendem Recht. Das kann der Petitionsausschuss jetzt unter Beweis stellen.“ 


Telyakar fordert vom Magistrat, sich gegenüber dem Land für Rümeysa und ihre Familie starkzumachen. Die Verantwortlichen in Hessen fordert er auf, im laufenden Petitionsverfahren alle Möglichkeiten für ihren Verbleib auszuschöpfen.

„Während die AfD mit ihrer Forderung nach ‚Remigration‘ Menschen ihre Zugehörigkeit abspricht, nach Pass, Hautfarbe und Religionszugehörigkeit Menschen wieder unterscheidet, müssen wir vor Ort für unser Lebensmodell einstehen. Ich denke an unzählige Menschen, die mich mit ihren Lebensgeschichten inspiriert haben, die Frankfurt prägen und der lebende Beweis sind, dass das AfD-Verbotsverfahren eingeleitet werden sollte. Frankfurt lebt davon, dass Menschen hier gemeinsam eine 
Zukunft aufbauen. Rümeysa braucht jetzt eine Stadt, die an ihrer Seite steht. Sie ist Frankfurterin. Sie muss bleiben.“