Kommunale Wärmeplanung
Liebe Freund:innen,
die kommunale Wärmeplanung (KWP) ist ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung in Frankfurt. Weil die Planung komplex ist und es zuletzt einige Diskussionen über Szenarien, Fernwärmeausbau und die Rolle der Stadt gegeben hat, würde ich gern ein paar Punkte zur Wärmeplanung klarstellen:
Die Szenarien zeigen unterschiedliche Wege, das gemeinsame Ziel ist aber klar: Fossile Energieträger müssen aus dem Wärmesystem heraus. Rund 40 % der Versorgung werden perspektivisch über Fernwärme abgedeckt, ein großer Teil über dezentrale, elektrifizierte Anlagen – vor allem Wärmepumpen.
Für die Karten wurde ein sogenanntes maßgebliches Szenario als Grundlage ausgewählt, insbesondere bezüglich des geplanten Fernwärmeausbaus. Das ist wichtig, damit die Karten für die Frankfurter:innen einen konkreten Nutzen haben und als Orientierung für Investitionsentscheidungen dienen können. Denn es wäre wenig hilfreich, auf Grundlage eines sehr ambitionierten, möglicherweise aber nicht realistischen Pfades beispielsweise für einen Straßenzug oder ein Quartier einen Fernwärmeanschluss für 2030 ausweisen, wenn dieser tatsächlich erst 2035 oder 2040 realistisch umgesetzt werden kann. Die Wärmeplanung soll verlässliche Orientierung geben und nicht Erwartungen wecken, die später enttäuscht werden.
Dass wir trotz aller schwieriger Rahmenbedingungen schneller vorankommen wollen, steht außer Frage. Das wird auch in der KWP und in der Magistratsvorlage immer wieder deutlich gemacht. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zahlen auf alle Szenarien ein und sollten unabhängig von der KWP so oder so umgesetzt werden. Und zwar so schnell wie möglich.
Dafür braucht es allerdings entsprechende Ressourcen und den politischen Willen in der gesamten Stadtregierung und in der Stadtgesellschaft. Der Koalitionsvertrag bietet da aus meiner Sicht schon eine sehr gute Grundlage. Gleichzeitig dürfen wir nicht unterschätzen, dass uns beispielsweise das Gebäudemodernisierungsgesetz der Bundesregierung erheblich ausbremsen könnte.
Die Kommunale Wärmeplanung wurde neben Mainova von drei wissenschaftlichen Institutionen erarbeitet. Dazu gehören das auf Energiewirtschaft und Transformation auf klimaneutrale Energieversorgung spezialisierte Forschungs- und Beratungsinstitut e-think energy research aus Wien, das Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und Energiestrategien (IFAM) und das Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES) aus Karlsruhe. Ich glaube deshalb, dass hier sehr viel wissenschaftliche und fachliche Expertise eingeflossen ist und kein „Lobbyismus“, wie es so manche Darstellung derzeit nahelegt.
Liebe Freund:innen,
ich weiß, dass die Wärmeplanung ziemlich komplex ist und viele Fragen aufwirft – gerade weil es um die zukünftige Wärmeversorgung und damit um ein Thema geht, das viele ganz konkret betrifft. Mir ist deshalb wichtig, dass wir uns die Zeit nehmen, die verschiedenen Aspekte in Ruhe zu erklären, Fragen zu beantworten und auch offen über Punkte zu sprechen, bei denen noch etwas unklar ist.Gerne können wir das Thema auch bei einer KMV gemeinsam besprechen oder einen Mitgliederabend dazu machen.
Eure Tina