Logo Sonnenblume

Keine Faschismus verherrlichenden Konzerte in Frankfurt

Freitag, 21.8.2026

Für den 13. November 2026 ist ein Konzert des kroatischen Sängers Marko Perković „Thompson“ in der Frankfurter Jahrhunderthalle angekündigt. Bei seinen Auftritten kam es wiederholt zu faschistischen Gesten, Ustaša-Symbolik und der Verwendung des Ustaša-Grußes. Die GRÜNEN im Römer fordern die private Betreibergesellschaft deshalb auf, das Konzert abzusagen.

Emre Telyakar, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Römer erklärt:

„Unsere Kritik richtet sich nicht gegen Kroatien, die kroatische Kultur oder Menschen mit kroatischen Wurzeln, sondern gegen die Verherrlichung des faschistischen Ustaša-Regimes. In Frankfurt leben Menschen aus allen Nachfolgestaaten Jugoslawiens friedlich zusammen, darunter viele, deren Familien Krieg, Verfolgung und Vertreibung erlebt haben. Sie können von uns erwarten, dass wir der Normalisierung dieser Geschichte, die im engen Zusammenhang mit dem deutschen Nationalsozialismus steht, entschieden entgegentreten. In der Debatte um dieses Konzert geht es auch um den Schmerz innerhalb der serbischen, jüdischen und Roma-Gemeinschaften in Frankfurt, denn die Verbrechen des Ustaša-Regimes wirken in ihren Familien bis heute besonders nach. An erster Stelle steht deshalb, dass wir uns zu dem friedlichen Miteinander in dieser Stadt verpflichtet fühlen, ganz egal wo unsere Wurzeln liegen. Deshalb halten wir die Absage für die richtige Konsequenz.“

Julia Eberz, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Kulturpolitikerin der GRÜNEN im Römer ergänzt:

„Kunstfreiheit ist ein Grundpfeiler unserer Demokratie. Sie begründet aber keinen Anspruch auf jede Bühne. Wer eine bedeutende Kultur- und Veranstaltungshalle betreibt, trägt Verantwortung für sein Programm und dessen gesellschaftliche Wirkung. Wir fordern die Betreibergesellschaft der Jahrhunderthalle daher auf, die Buchung zu überprüfen und das Konzert abzusagen. Das ist keine Zensur, sondern eine klare Haltung für eine demokratische und der Menschenwürde verpflichtete Kultur.“

Da die Jahrhunderthalle privat betrieben wird, kann die Stadt nicht unmittelbar über die Vermietung entscheiden. Der Oberbürgermeister und das zuständige Sicherheitsdezernat sollten dennoch das Gespräch mit der Betreibergesellschaft suchen und deutlich machen: Für faschistische Verherrlichung darf es in Frankfurt keine Bühne geben.