Was Klimaanpassung im Alltag bedeuten kann
Liebe Freund:innen,
Wir zweifeln nicht daran, dass wir ganz tief in der Klimakrise stecken. Für all jene aber, die noch einen Beweis brauchten – dieser Sommer hat ihn eindrucksvoll geliefert: Heatdome, tropische Nächte, Wüstentage, wochenlange Hitze, keine spürbare Abkühlung in der Nacht, Temperaturen über 35 Grad und vor allem Dürre und Trockenheit und gerade eben noch der Brandgeruch aus Belgien über der Stadt. Was das für das Leben in unserer Stadt bedeutet, haben wir in den vergangen Wochen gespürt. Auch wenn die Temperaturen aktuell gesunken sind und es sogar ab und an regnet, das ändert nichts an der grundsätzlichen Entwicklung.
Zu einer klimaresilienten Stadt gehört deshalb neben konsequentem Klimaschutz auch die Anpassung an die Folgen der Klimakrise. Und diese Anpassung betrifft viele Bereiche unseres städtischen Lebens: Wir brauchen mehr Bäume und Grün, mehr Schatten und weniger versiegelte Flächen. Wir müssen Regenwasser dort halten, wo es fällt, statt es möglichst schnell abzuleiten. Und wir müssen unsere Wasserressourcen schützen und sorgsam mit ihnen umgehen.
Dabei geht es nicht um einzelne Projekte, sondern um eine langfristige Veränderung unserer Stadt. Wir wollen Frankfurt so entwickeln, dass die Stadt auch bei zunehmender Hitze für alle lebenswert bleibt.
Ein kleiner, aber wichtiger Baustein dabei sind unsere Wasserspielanlagen. Frankfurt hat sieben davon, verteilt über das gesamte Stadtgebiet. Sie sind etwas Besonderes und deshalb unbedingt erhaltenswert. Gerade für Kinder sind heiße Sommertage eine besondere Belastung. Öffentliche Orte, an denen sie sich abkühlen können, werden deshalb immer wichtiger.
In den vergangenen heißen Wochen liefen sie auf Hochtouren und haben vielen Kindern und Familien kostenlose Abkühlung und Spiel im Freien ermöglicht.
Damit dieses Angebot auch unter den Bedingungen der Klimakrise erhalten bleiben kann, müssen wir allerdings auch deren Betrieb weiterentwickeln. In den letzten Jahren wurden daher unsere Wasserspielanlagen nach und nach modernisiert und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Eine Anlage steht noch aus: Für die Wasserspielanlage im Park Louisa laufen die Planungen. Zuletzt grundlegend erneuert wurde die denkmalgeschützte Wasserspielanlage im Günthersburgpark.
Bei einem Termin im Günthersburgpark haben wir uns in dieser Woche zeigen lassen, was hinter dem Wasserspaß steckt: Größere und leistungsfähigere Filter sowie moderne Pumpen sorgen für eine zuverlässigere Wasseraufbereitung, weniger Wasserverluste und einen energieeffizienteren Betrieb.
Das ist auch finanziell relevant: Der Betrieb kostet im Durchschnitt rund 73.000 Euro pro Wasserspielanlage und Jahr – etwa 55.000 Euro für den laufenden Betrieb und rund 18.000 Euro für Strom und Wasser. Moderne Technik hilft deshalb nicht nur bei Hygiene und Zuverlässigkeit, sondern auch dabei, wichtige Ressourcen wie Wasser und Energie effizient einzusetzen.
Aus hygienischen Gründen werden unsere Anlagen mit Trinkwasser gespeist. Das Wasser wird aber gefiltert, umgewälzt und so im Kreislauf der Anlage weiter genutzt. Bei großer Hitze und sehr hoher Auslastung kann ein zusätzlicher Wasserwechsel notwendig werden.
Auch hier wollen wir noch besser werden: Für den Günthersburgpark wird aktuell eine Zisterne geplant. Sie soll das Wasser auffangen, dass nicht weiterhin für die Wasserspiele genutzt werden kann und kommt dann in eine Zisterne statt in den Kanal. Künftig es als Gießwasser für die Bäume im Günthersburgpark genutzt werden.
Klimaanpassung bedeutet für mich: Wir reagieren auf die Veränderungen, die bereits da sind, ohne die Ursachen aus dem Blick zu verlieren. Wir schaffen mehr Grün und Schatten, halten Wasser in der Stadt, schützen unsere Ressourcen und schaffen Orte, an denen Menschen auch an heißen Tagen gut leben können.
Die Wasserspiele sind dabei nur ein Baustein. Aber einer, an dem sich sehr konkret zeigt, was Klimaanpassung im Alltag bedeuten kann.
Herzlichst
Eure Tina