Das freiwillige europäische Umweltmanagementsystem EMAS
Liebe Freund:innen,
manchmal zeigen sich große Veränderungen nicht in spektakulären Projekten, sondern in etwas, das auf den ersten Blick eher technisch klingt: in Tabellen, Kennzahlen und regelmäßigen Prüfungen.
Genau darum geht es beim freiwillige europäische Umweltmanagementsystem EMAS (Eco-Management and Audit Scheme). Wie hoch sind Energie- und Ressourcenverbräuche? Wo können Prozesse effizienter werden? Welche Maßnahmen wirken tatsächlich? Es geht also um überprüfbare Wirkungen.
Deshalb ist es ein wichtiger Schritt, dass Palmengarten und Botanischer Garten nun als erstes Amt der Stadt Frankfurt diesen Weg gehen.
Nun könnte man fragen: Umweltmanagement? Liegt das nicht ohnehin im Kern des Auftrags der beiden Gärten?
Und ja: Ein sorgsamer Umgang mit Ressourcen und die Verantwortung für Umweltauswirkungen gehören im Palmengarten seit Langem zum Selbstverständnis der Mitarbeiter:innen – Pflanzen zu pflegen, Lebensräume zu erhalten und Natur zu vermitteln. Doch nun gehen Palmengarten und Botanischer Garten einen Schritt weiter: Mit EMAS machen sie ihre Verbräuche systematisch sichtbar, setzen sich konkrete und überprüfbare Ziele und stellen sich einer regelmäßigen externen Kontrolle durch staatlich unabhängige Umweltgutachter:innen.
Das ist vorbildlich. Und es zeigt, wie moderne Verwaltung heute funktioniert: datenbasiert, transparent und lernfähig.
Wenn wir über Nachhaltigkeit sprechen, denken viele zuerst an Klimaschutz oder Müllvermeidung. EMAS zeigt aber, dass Nachhaltigkeit breiter gedacht werden muss. Es geht um die nachhaltige Nutzung von Energie und Wasser, um Ressourcenschonung, um verantwortungsvollen Materialeinsatz und um dauerhafte Verbesserungsprozesse. Denn hinter jedem funktionierenden Prozess steckt die Frage: Wie können wir besser werden?
Damit leistet EMAS einen konkreten Beitrag zu den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen – den Sustainable Development Goals (SDGs): etwa zu nachhaltigem Konsum und Produktion, zu Klimaschutz, zu nachhaltigen Städten und zu verantwortungsvollen Institutionen.
Denn es bleibt nicht bei einem einmaligen Schritt. EMAS ist ein Kreislauf: hinschauen, verbessern, überprüfen – und wieder von vorn. Die Gärten berichten nun jährlich transparent über zentrale Umweltkennzahlen. Genau diese Verbindlichkeit macht den Unterschied.
Die Ergebnisse werden in einer Umwelterklärung veröffentlicht und sind so nachvollziehbar für alle.
Wer tiefer einsteigen möchte, findet auf der Seite des Palmengartens nicht nur Zahlen und Fakten, sondern auch Einblicke in die konkrete Arbeit der Teams rund um Energie, Wasser, Material und Abfall.
Eure Tina