UHRZEIT 13 UHR; Hybrides Fachgespräch: Wann ist ein Mann ein Mann? Wie die Rückkehr alter Männlichkeitsbilder unsere Demokratie herausfordert
Ob in Debatten über den Erfolg von Influencern wie Andrew Tate, die wachsende Reichweite antifeministischer Inhalte auf Social-Media-Plattformen oder über die zunehmende Unterstützung rechtspopulistischer Parteien durch junge Männer: Die Frage, was Männlichkeit heute bedeutet, steht verstärkt im Zentrum gesellschaftlicher und politischer Auseinandersetzungen.
In der sogenannten „Manosphere“ werden traditionelle männliche Rollenbilder propagiert, die auf Dominanz, Kontrolle und der Abwertung von Gleichberechtigung basieren. Diese Erzählungen bieten einfache Antworten auf gesellschaftliche Veränderungen und stellen zugleich demokratische und emanzipatorische Fortschritte infrage. Aktuelle Studien zeigen, dass sich insbesondere junge Männer verstärkt autoritären und rechtspopulistischen Positionen zuwenden. Antifeminismus und traditionelle Geschlechterrollen werden dabei gezielt als politische Mobilisierungsstrategie genutzt.
Die Arbeitswelt, Familienmodelle und die Verteilung von Sorgearbeit wandeln sich. Damit verändern sich auch die Erwartungen an Männer. Viele erleben diese Entwicklungen als Bereicherung, andere als Verunsicherung und suchen nach Orientierung zwischen unterschiedlichen und teils widersprüchlichen gesellschaftlichen Erwartungen. Bislang fehlt es an einer sichtbaren und überzeugenden progressiven Erzählung von Männlichkeit.
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