Sechster Jahrestag Hanau: Frankfurt bereitet Gedenkort am Main vor
Sechster Jahrestag Hanau: Frankfurt bereitet Gedenkort am Main vor - neun Ermordete, Angehörige und Überlebende aus unserer Nachbarstadt Hanau stehen im Zentrum des Gedenkens
Am 19. Februar jährt sich der rassistische Terroranschlag von Hanau zum sechsten Mal. Frankfurt gedenkt der neun Ermordeten: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kenan Kurtović, Vili-Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov und steht an der Seite der Angehörigen sowie der Überlebenden. Emre Telyakar, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Römer und Kandidat der GRÜNEN Frankfurt auf Listenplatz 4 erklärt: „Hanau ist unsere Nachbarstadt, und rassistische und menschenverachtende Gewalt macht nicht an unseren Stadtgrenzen halt. Deshalb übernimmt Frankfurt Verantwortung für eine zeitgemäße Erinnerungskultur, auch mit einem angemessenen Ort des Gedenkens am nördlichen Mainufer, an der Schönen Aussicht.“
„2023 haben wir dafür die Grundlagen geschaffen: zunächst für Konzeption und Wettbewerb, anschließend für die Umsetzung eines Mahnmals mit Gedenktafel, Platzgestaltung und digitalen Elementen, insgesamt 300.000 Euro. Von Beginn an war leitend, dass Angehörige und Überlebende Dreh- und Angelpunkt des gesamten Prozesses sind: vertrauensvoll und eng abgestimmt."
Ziel ist ein Gedenkort, der nicht nur erinnert, sondern Menschen einlädt: zum Innehalten, zum Nachdenken und zum Zusammenkommen. Die Umsetzung ist bis Ende dieses Jahres geplant. Der Platz soll nicht nur Sitzmöglichkeiten bieten, sondern könnte auch mit neun Bäumen, die von den jeweiligen Familien ausgesucht werden, versehen werden.
Abschließend betont Telyakar: „Dieses Mahnmal kennt keine Parteifarben. Es atmet die Luft unserer Stadt und trägt die Namen der Ermordeten aus unserer Nachbarstadt, verbunden über den Main von Frankfurt bis Hanau. Es stellt die neun jungen Menschen in den Mittelpunkt und gibt dem Gedenken einen sichtbaren, würdigen Ort. Erinnerung ist Verpflichtung: gegen Rassismus, gegen rechte Gewalt und gegen das Vergessen.“