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Über die Relevanz des „Internationalen Tages der sicheren Abtreibung“

Über die Relevanz des „Internationalen Tages der sicheren Abtreibung“

Freitag, 25.9.2026

Liebe Freund*innnen!

Es gibt viele verschiedene lustige, skurrile und wichtige Gedenktage. Heute am Freitag, wenn diese Grüne Woche erscheint, ist der „Tag des Butterbrotes“, initiiert 1999 von der CMA, der Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft, um für die traditionelle Kombination aus Brot und Butter sowie die deutsche Brot- und Esskultur zu werben.

Und regelmäßig kommen neue Tage dazu:

Gavin Newsom, der demokratische Gouverneur in Kalifornien, hat gerade den 25.09. zum Dolly-Parton-Tag benannt.

Und dann gibt es die politisch relevanten Tage, die auf Missstände und Ungerechtigkeiten hinweisen. Am 28.09. ist der „Internationale Tag der sicheren Abtreibung“. Ziel ist seit 1990 die Aufklärung über reproduktive Rechte und den weltweiten Bedarf an (medizinisch) sicheren und legalen Schwangerschaftsabbrüchen.

Die Zeit der Engelmacher*innen scheint vorbei. Unter häufig hygienisch bedenklichen Bedingungen haben auch medizinisch nicht vorgebildete Personen illegal Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen, Komplikationen wie Blutungen, Infektionen oder Unfruchtbarkeit und Todesfälle wurden in Kauf genommen. Hilfsmittel dabei waren Stricknadeln, Drahtbügel, Chemikalien oder Giftpflanzen.

Die Situation für ungewollt schwangere Frauen hat sich in den letzten Jahren weltweit nicht verbessert, sondern nur verändert:

In den USA wurde im Sommer 2022 das Urteil Roe vs. Wade gekippt, das bundesweit Abtreibungen erlaubte. Dort reisen Frauen nun in Bundesstaaten, in denen diese Eingriffe erlaubt sind. Ärzte fürchten, sich schuldig zu machen, wenn sie Frauen bei einer Fehlgeburt helfen. Es könnte sich ja doch um eine Abtreibung handeln.

Doch wir müssen gar nicht so weit über den Atlantik schauen:

In Malta gibt es das in der EU härteste Abtreibungsverbot.

In Polen sind auch bei medizinischer Indikation Abtreibungen nicht möglich – und Frauen sterben z. B. an einem septischen Schock.

Und in Deutschland? Da ist die Situation nicht ganz so dramatisch. Abtreibungen sind legal möglich, aber es muss erst eine ergebnisoffene Beratung erfolgen (§218a StGB). Vor diesen Beratungsstellen wie z. B. pro familia werden Frauen dann oft bedrängt und belästigt. Dann muss ein Arzt/ eine Ärztin gefunden werden für diesen Eingriff. Auch das ist nicht einfach. Nur wenige Mediziner*innen geben diese Leistung auf der Praxis-Website an. Der Gießener Ärztin Kristina Hänel ist die Abschaffung des § 219a StGB (Werbeverbot für Abtreibungen) im Jahr 2022 zu verdanken. Und dann gibt es Ärzte wie Prof. Joachim Volz aus Lippstadt. Als sein Krankenhaus von einem katholischen Träger übernommen wurde, untersagte dieser ihm die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen. Die Klage von Prof. Volz vor dem Landesarbeitsgericht scheiterte. Das kirchliche Selbstbestimmungsrecht wurde höher bewertet als der Einsatz von Prof. Volz für seine Patientinnen.

Und die generelle Selbstbestimmung von Frauen über ihren eigenen Körper wäre nur der letzte wichtige Punkt in der Argumentationskette! Wir brauchen diesen Gedenk- und Aktionstag also weiterhin!

Es gibt also noch viel zu tun!

Eure Daniela Heynen

Schatzmeisterin im Kreisverband

P. S.: Auch pro familia Frankfurt braucht Spenden und neue Fördermitglieder. Unsere Parteifreund*innen Ursula auf der Heide und Noreen von Schwanenpflug sind dort im ehrenamtlichen Vorstand und geben da sicher gerne Auskunft.