Gewalt trifft unsere Stadt: Betroffene schützen, friedlichen Protest sichern
Pressemitteilung der GRÜNEN im Römer vom 02.11.2026
Nach den schweren Ausschreitungen am Samstag stellen sich die GRÜNEN im Römer an die Seite der Verletzten, der Geschäftsleute und Beschäftigten sowie aller Menschen, die in der Innenstadt betroffen waren. Angriffe auf Menschen, Beamt*innen sowie Plünderungen und Zerstörungen sind durch nichts zu rechtfertigen. Pia Troßbach und Emre Telyakar begleiteten das Geschehen als städtische Demonstrationsbeobachter*innen für die Fraktion und bedanken sich bei der Polizei für das sichere Geleit und die gute Zusammenarbeit. Sie fordern eine konsequente Verfolgung der Gewalttaten und eine Aufarbeitung, die auch den Schutz Unbeteiligter und friedlich Demonstrierender untersucht.
Emre Telyakar, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Sprecher für Kinder, Jugendliche und Diversität, erklärt: „Ich bin in Frankfurt-Nied groß geworden und weiß, wie wichtig Orte sind, an denen junge Menschen zusammenkommen können, ohne Geld ausgeben zu müssen. Sie gehören in unsere Innenstadt und müssen dort willkommen sein. Zugleich müssen sich alle darauf verlassen können, dort sicher zu sein. Wer Menschen angreift oder Geschäfte plündert, verletzt diese Freiheit. Unsere Solidarität gilt den Verletzten, den betroffenen Geschäftsleuten und Beschäftigten. Wir danken den Demonstrierenden, Einsatzkräften und Frankfurter*innen, die unter persönlicher Gefahr Menschen oder Geschäfte geschützt haben. Allen Verletzten, ob Beamt*innen oder Passant*innen, gilt unser Mitgefühl. Wir haben am Samstag viele junge Menschen erlebt, die für ihre Zukunft demonstriert haben. Ihre Forderungen nach guten Schulen, bezahlbarem Leben, weniger Diskriminierung und wirksamem Klimaschutz bleiben richtig. Dafür kämpfen wir weiter, ebenso für eine Stadt, in der Herkunft keine Türen schließt. Junge Menschen müssen erfahren, dass Politik ihnen zuhört und ihren Alltag verbessert. Diese Verantwortung bleibt auch nach den Ausschreitungen bestehen. Ihre Anliegen jetzt in den Hintergrund zu drängen, wäre ein Fehler. Gestern konnte ich beobachten, wie Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte zusammen Menschen und Läden geschützt haben und gleichermaßen von Gewalt betroffen waren. Verantwortung trägt, wer Gewalt ausgeübt hat, aber niemand alleinig aufgrund seiner Herkunft. Über 70 % der Frankfurter Kinder und Jugendlichen haben eine Migrationsgeschichte. Diese zum alleinigen Erklärungsfaktor für Gewalt zu machen, ist falsch und wird unserer Stadt nicht gerecht.“
Pia Troßbach, Sprecherin für Frauenpolitik und Mitglied im Ausschuss für Sicherheit, Digitalisierung und Smart City, ergänzt: „Wir haben tausende junge Menschen gesehen, die friedlich für ihre Forderungen demonstriert haben. Gleichzeitig gab es bereits aus dem Demonstrationszug heraus vereinzelte Eskalationen. Zu den Ausschreitungen kam es jedoch erst, nachdem die Demonstration aufgelöst wurde. Wir begrüßen, dass diese Unterscheidung von Seiten der Einsatzleitung getroffen wird und erwarten dies auch in der politischen Debatte der kommenden Tage. Es ist nun Aufgabe der zuständigen Behörden, aufzuarbeiten, wie auch in Zukunft das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit gewährleistet und die Sicherheit von Demonstrierenden, Passant*innen und Einsatzkräften sichergestellt werden kann. Zu einer vollständigen Aufarbeitung gehören für uns aber notwendigerweise auch die von uns beobachteten Situationen, in denen Personen von polizeilicher Gewalt getroffen wurden, von denen keine augenscheinlichen Aggressionen ausgingen. Ein Dank an alle Einsatzkräfte und eine kritische Aufklärung gehören für uns zusammen.“