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Schwarz-rote Landesregierung plant systematische Benachteiligung von Schüler*innen

Donnerstag, 12.3.2026

Um arbeitsfähig für alle Kinder zu sein und Defizite ausgleichen zu können, benötigen Schulen mehr Personal und multiprofessionelle Teams, vor allem in sozial schwachen Stadtteilen.

Die hessische Landesregierung aus CDU und SPD sendet aber genau das gegenteilige Signal aus und plant zum kommenden Schuljahr drastische Stellenkürzungen an Hessens Schulen, die auch Frankfurt erheblich treffen werden: Nach Schätzungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen werden im Schulamtsbezirk Frankfurt allein über Kürzungen im Sozialindex über 67 Lehrkräftestellen wegfallen. Hessenweit werden 300 Stellen aus dem Stellenpool des Sozialindexes gestrichen – das sind fast 50 Prozent aller hier zur Verfügung stehenden Stellen.

Zusätzlich wollen CDU und SPD hessenweit etwa 90 Stellen nur an Integrierten Gesamtschulen und 40 Millionen Euro bei den Deutschförderkursen für geflüchtete Schüler*innen streichen. Insgesamt handelt es sich um Kürzungen in einer Größenordnung von rund 70 Millionen Euro.

Dieses Vorhaben kritisiert BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Frankfurt scharf.

„Alle drei Kürzungen treffen also allein Bereiche bzw. Maßnahmen, die bisher besonders benachteiligten bzw. förderbedürftigen Schüler*innen zu Gute kommen“, erklären die Frankfurter Landtagsabgeordneten von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Miriam Dahlke, Martina Feldmayer, Mirjam Glanz und Marcus Bocklet empört.

Auch bei den sozialpädagogischen Fachkräften, die für die Integrierten Gesamtschulen so notwendig sind, sollen die Hälfte der Stellen wegfallen.

„Kinder aus Familien mit erwerbslosen Eltern, Kinder aus Familien, die Transferleistungen erhalten und Kinder aus Elternhäusern mit Migrationsgeschichte brauchen professionelle Unterstützung, denn sie erhalten oftmals keine oder unzureichende Unterstützung zu Hause. Durch die Kürzungen in der Bildung plant die Landesregierung die systematische Benachteiligung von Schüler*innen“, erklären Wendel Burkhardt und Dörte Liboschik, Koordinator*innen der Arbeitsgemeinschaft Bildung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Frankfurt.

Hat der Kultusminister die alarmierenden Ergebnisse aus der Bildungsforschung übersehen? Immer mehr Kinder erreichen laut Kultusministerkonferenz der Länder in der Mittelstufe weder in sprachlichen Fächern noch in Mathematik die erforderlichen Kompetenzen.

„Die Kürzungen sind katastrophal für Frankfurt und die Folgen werden gravierend sein: Die ohnehin schon hohe Arbeitsbelastung von Lehrkräften wird nochmal steigen, die Qualität von Unterricht an den Gesamtschulen wird durch die Kürzungen sinken. Die schwarz-rote Landesregierung verabschiedet sich von Bildungsgerechtigkeit“, so die Sprecher*innen Tara Moradi und Burkhard Schwetje.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Frankfurt fordern die Landesregierung Hessens auf, die Ergebnisse der Bildungsforschung nicht zu ignorieren und die Kürzungen zurückzunehmen. Dementsprechend unterstützen sie den Stadtelternbeirat Frankfurt in seiner Forderung und die Petition gegen die geplanten Kürzungen.

Das politische Ziel muss die Verringerung der Bildungslücken und damit größere Bildungsgerechtigkeit sein!