Koalitionsantrag Hitze-Sofortprogramm
Die Koalitionsfraktionen von CDU, Grünen und SPD haben zusammen mit der Fraktion Volt im Römer einen Antrag für die Ausweitung des Hitze-Sofortprogramms in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht.
Frankfurt zählt zu den heißesten Großstädten Deutschlands. Im Juni 2026 sorgten mehrere Hitzewellen mit Temperaturen von über 40 Grad für eine erhöhte Auslastung der Notfallrettung. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts starben bundesweit bis Anfang August mehr als 11.900 Menschen an den Folgen der Hitze.
Frankfurt hat beim Klimaschutz und bei der Klimaanpassung schon viel auf den Weg gebracht – von der Gestaltungssatzung „Freiraum und Klima“ über das Schwammstadtprinzip bis zu mehr als 15.000 neuen Bäumen seit 2015. Diese Maßnahmen sind richtig und notwendig, aber sie wirken mittel- bis langfristig.
Die Klimakrise ist längst da und stellt die Stadt – nicht erst seit diesem Sommer – vor akute Fragen. Deshalb werden die Maßnahmen zur Soforthilfe aus dem Klimawandelaktionsplan (KWAP) ausgeweitet. Als einer der ersten Anträge der neuen Koalition zeigt er die Wichtigkeit des Themas und dass Hitzeschutz in Frankfurt keine Frage der Parteifarbe, sondern der Daseinsvorsorge ist.
„Hitze ist kein Komfortthema, sondern gerade auch im Hochsommer ein Gesundheitsrisiko – und sie trifft nicht alle gleich. Wer pflegebedürftig ist, allein und ohne Unterstützung lebt, auf der Straße schläft oder ein Baby betreut, ist bei Temperaturen um 40 Grad in echter Gefahr. Unsere Rettungsdienste spüren das jeden Sommer sehr deutlich. Mit dem Sofortprogramm sorgen wir dafür, dass Hilfe die Menschen erreicht, bevor der Notruf klingelt: mit der Ausweitung von kühlen Orten in der Stadt, mit einem freiwilligen Hitzeschutz- und Vulnerabilitätsregister für gefährdete Personen, mit ausgeweiteten Trinkwasserangeboten und Hitzeschutz in Kitas, Schulen, Pflegeheimen und Seniorenwohnanlagen sowie mit mehr aufsuchender Arbeit für wohnungslose und alleinlebende Menschen. Vorsorge ist der wirksamste Gesundheitsschutz, den eine Stadt bei Hitze leisten kann“, erklärt der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Robert Lange.
Christoph Rosenbaum, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und gesundheitspolitischer Sprecher der GRÜNEN im Römer, ergänzt: „Konkret sieht der Antrag unter anderem vor, die bestehenden Warn- und Informationswege so zu bündeln, dass alle relevanten Ämter und Einrichtungen frühzeitig informiert werden und Maßnahmen automatisch anlaufen. Die Kommunikation soll gezielt auf vulnerable Gruppen ausgerichtet und über die Behördennummer 115 zentral gebündelt werden. Außerdem soll der Magistrat binnen sechs Monaten eine Liste städtischer und stadtnaher Gebäude vorlegen, die sich kurzfristig als kühle Aufenthaltsorte eignen, und dafür auch auf Dritte wie Kirchen, Sportvereine und Stadtteilbüros zugehen.“
„Uns geht es darum, die Schwächsten zu schützen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich effektiv vor der Hitze zu schützen. Die erstmals bereitgestellten Hitzebusse waren der erste Schritt. Wir müssen in den Hitzeperioden mehr öffentliche Gebäude für die Schutzbedürftigen öffnen. Vorbilder gibt es genug, so öffnen Mannheim und Erfurt an Hitzetagen kostenfrei ihre Museen. Amsterdam bietet sogar kühle Orte an, zu denen Haustiere mitgebracht werden können“, so Roger Podstatny, der umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion.“
„Die Reaktion auf die Klimakrise erfordert Kreativität: Deswegen freuen wir uns besonders, dass in Zukunft auch Übernachtungsmöglichkeiten – zum Beispiel in Parks, öffentlichen Gebäuden und anderen kühleren Orten – mitgedacht werden, wie es bereits in Lyon praktiziert wird. Gleichzeitig behalten wir alle im Blick, die sich nicht selbst helfen können und schaffen mit dem freiwilligen Vulnerabilitätsregister eine Entlastung nicht nur für gefährdete Personen, sondern auch ihre besorgten Angehörigen“, so Tim Englert, klimapolitischer Sprecher der Volt-Fraktion.
