Rede zur Prüfung und zum Ausbau der Geothermie in Frankfurt
Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich fände es gut, wenn wir uns enger am Thema dieses Berichtes B 127 halten könnten und nicht jeder seine eigenen Sachen aus irgendeiner anderen Wärmeplanung oder was auch immer rauspickt und daraus irgendetwas macht.
Beginnen möchte ich aber schon mit einer allgemeinen Anmerkung. Wenn es darum geht, dass wir Verantwortung tragen, etwas gegen den Klimawandel zu tun, dann heißt das natürlich nicht, dass wir versuchen, von Frankfurt aus den Klimawandel alleine aufzuhalten. So vermessen sind wir nicht. Aber natürlich haben wir die Verantwortung, unseren Teil beizutragen beim Kampf der Welt gegen den Klimawandel. Und dieser Verantwortung müssen wir gerecht werden.
(Beifall)
Herr Schwander hat behauptet, die ganze Diskussion würde im stillen Kämmerlein geführt. Ich kann mich an Veranstaltungen im Haus am Dom erinnern, fast um die Ecke, wo vorgestellt wurde, was die Planungen sind. Jetzt ist der Entwurf der kommunalen Wärmeplanung vorgelegt worden und er wird breit diskutiert. Einerseits sagen Sie stilles Kämmerlein, andererseits zitieren Sie dann oder berufen sich auf Diskussionsbeiträge von verschiedensten Akteurinnen und Akteuren eben genau zu diesem Entwurf der kommunalen Wärmeplanung. Also das passiert keineswegs im stillen Kämmerlein, sondern das wird in einer breiten Öffentlichkeit ausgetragen. Und diese Diskussion ist bei Weitem noch nicht zu Ende.
Ich möchte, Herr Schwander, aus Ihrem Antrag zitieren, denn Ihren Vorwurf fand ich schon ein bisschen krass und darauf muss ich dann auch eingehen. Sie haben am 05.10.2022 einen Antrag zur Geothermie gestellt, darin steht: „Der Magistrat wird aufgefordert, das Potenzial von Tiefengeothermie als Wärmequelle für Frankfurt zu ermitteln und bei einem positiven Ergebnis gemeinsam mit der Mainova ein Konzept zur Nutzung dieser Energiequelle zu erstellen. Beispielsweise könnte das Fernwärmenetz der Stadt Frankfurt perspektivisch auf diese Energieform umgestellt werden.“ Das ist der komplette Antragstext Ihres Antrags vom 05.10.2022. Ich finde, so viel Substanz ist in diesem Text nicht drin, um sich jetzt so kritisch zu äußern und gleichzeitig einen Antragstext mit so viel Substanz oder so wenig Substanz zu formulieren.
Nächster Punkt: In Ihrem Etatantrag, den Sie übrigens in zwei Jahren hintereinander gestellt haben, steht, dass Sie Probebohrungen für einen Kataster fordern. Übrigens, Roger, deine Rede war super, aber an der Stelle hast du dich geirrt, das sind nicht 1.500 Euro, sondern 1,5 Millionen, die aber weggenommen werden sollten vom Erneuerbaren-Energien-Fonds. Mit diesem Erneuerbaren-Energien-Fonds haben wir eine ganze Menge gute Sachen gemacht. Es wurden insgesamt 3.800 Maßnahmen umgesetzt, 2.400 Batteriespeicher, 2.200 Solaranlagen, Mini-PV-Anlagen, Ladeinfrastruktur, Wassermanagement, Dachbegrünung und so weiter. Wir haben das Geld vom Erneuerbaren-Energien-Fonds verwendet, aber wir haben zur Tiefengeothermie sehr wohl etwas gemacht, nämlich – und jetzt komme ich zum Bericht B 127 – diese gesamte Geschichte mit den Überfliegungen, die gerade stattfinden. Die haben Sie völlig ausgespart. Es steht in dem Bericht, dass es sein kann, dass im zweiten Quartal 2026 diese Überfliegungen gemacht werden. Das heißt, man guckt mit dem Flugzeug, sowas kann man technisch heutzutage und macht im Prinzip ein Bild von der Wärmeverteilung im Boden in der Stadt. Es soll ein dreidimensionales Modell gemacht werden, auch das steht im Bericht, und damit soll die Basis geschaffen werden, dass man dann vernünftiger gucken kann, das hat Roger Podstatny sehr richtig dargestellt. Einfach nur auf Teufel komm raus blind bohren, ist nicht zielführend. Man muss genauer wissen, wo man was erwartet, wie man bohren kann und wo man bohren kann. Man muss das mit einem System angehen. Einfach nur mal einen Antrag stellen, 1,5 Millionen im Haushalt umzuverteilen und blind draufloszubohren, ist nicht wirklich zielführend.
Wir haben es anders gemacht. Wir beteiligen uns an diesem Konzept, dass – ich glaube – vom Land Hessen aufgelegt worden ist. Man überfliegt Frankfurt mit dem Flugzeug, da kriegen wir ein vernünftiges Bild und damit können wir arbeiten. In der kommunalen Wärmeplanung, die Sie hier so kritisieren, steht, dass wir anstreben, 25 Prozent der Wärme mit Geothermie zu erzeugen. Das finde ich ein vernünftiges Ziel und das soll man angehen. Ich weiß nicht, was daran zu kritisieren ist.
(Zurufe)
Haben Sie nicht? Prima.
(Zurufe)
Ich fand Ihren Vortrag ...
(Zurufe)
Also gut, dann nehmen wir das mal auf.
Ich halte fest, Herr Schwander hat die kommunale Wärmeplanung nicht kritisiert. Das finde ich prima. Herr Podstatny hat sie auch nicht kritisiert, sondern verteidigt. Wir GRÜNEN verteidigen sie auch. Wir alle zusammen finden die kommunale Wärmeplanung schon mal gut – prima.
(Beifall, Zurufe)
Das halte ich so fest. Das finde ich gut. Damit kann ich eigentlich auch zum Schluss meiner Rede kommen, denn wir sind uns am Ende doch alle sehr einig: Wir finden alle Geothermie gut, jedenfalls alle, die geredet haben. Wir finden die kommunale Wärmeplanung gut, die FDP etwas weniger, aber okay und die Linken, okay. Die Stilllegung der Gasnetze hat natürlich wehgetan, das ist klar. Das macht es schwierig, eine Diskussion auf sachlicher Grundlage zu führen. Wir streben es auch an, dass man kein Gas mehr braucht, aber nicht einfach, dass man jetzt mal eben par ordre du mufti die Stilllegung der Gasnetze fordert.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
(Beifall)
Die Rede wurde im Wortprotokoll der Stadtverordnetenversammlung vom 21.05.2026 dokumentiert.