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Beschluss zum Strukturprozess 2026 der GRÜNEN Frankfurt

Samstag, 15.8.2026

Die Kreismitgliederversammlung beauftragt den Kreisvorstand, einen breit angelegten Beteiligungsprozess zur Weiterentwicklung der Struktur des Kreisverbands durchzuführen.

Ziel des Prozesses ist es, die Organisationsstrukturen des Kreisverbands gemeinsam mit den Mitgliedern weiterzuentwickeln und den Kreisverband für die kommenden Jahre zukunftsfähig aufzustellen.

Der Strukturprozess gliedert sich in die folgenden Phasen:

1. Mitgliederbefragung (September bis Dezember 2026)

Zum Auftakt des Prozesses führt der Kreisvorstand eine digitale, niedrigschwellige Mitgliederbefragung durch. Die Befragung gibt allen Mitgliedern die Möglichkeit, ihre Erfahrungen, Erwartungen und Verbesserungsvorschläge einzubringen. Die Rückmeldungen werden in einer anonymisierten Form für die Mitglieder einsehbar sein.

Zur Vorbereitung werden Erfahrungen anderer großer Kreisverbände mit vergleichbaren Strukturprozessen und Mitgliederbefragungen eingeholt.

2. Strukturgespräche (September bis Dezember 2026)

Ergänzend zur Mitgliederbefragung führt der Kreisvorstand moderierte Strukturgespräche mit unterschiedlichen Bereichen des Kreisverbands durch. Dazu gehören insbesondere:

  •     die Stadtteilgruppen,
  •     die Arbeitsgemeinschaften beziehungsweise deren Koordinator*innen,
  •     die Stadtverordnetenfraktion,die Frankfurter Landtagsabgeordneten und
  •     Bundestagsabgeordneten,
  •     aktuelle und ehemalige GRÜNE Mitglieder des Magistrats
  •     die Antidiskriminierungsbeauftragten, die Awarenessbeauftragten, die
  •     Antisemitismusbeauftragten, Sexismusbeauftragten und die
  •     Datenschutzbeauftragte,
  •     die GRÜNE JUGEND Frankfurt,
  •     interessierte Mitglieder.

Die Ergebnisse der Gespräche werden dokumentiert und gemeinsam mit den Ergebnissen der Mitgliederbefragung ausgewertet.

3. Auswertung und Entwicklung von Reformvorschlägen (Januar bis April 2027)

Auf Grundlage der Ergebnisse lädt der Kreisvorstand die Mitglieder zu themenbezogenen Arbeitsgruppen ein. Diese entwickeln konkrete Vorschläge zur Weiterentwicklung des Kreisverbands. Dabei werden auch die unterschiedlichen Rahmenbedingungen, Besonderheiten und Herausforderungen der 16 Stadtteilgruppen berücksichtigt. Insbesondere können folgende Themenfelder bearbeitet werden:

  •     Mitgliederaktivierung und Beteiligung,
  •     Kommunikation im Kreisverband,
  •     politische Programmarbeit,
  •     Kampagnen- und Wahlkampffähigkeit,
  •     Zusammenarbeit zwischen Kreisverband, Stadtteilgruppen, Fraktion und
  •     Magistratsgruppe,
  •     Nachwuchsgewinnung und Mitgliederentwicklung,
  •     Einbindung von Neumitgliedern,
  •     Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt,
  •     Umgang mit Übergängen: Beginn und Ende von Parteiämtern und hauptamtlichen Funktionen. Dazu gehört die Frage, wie Menschen in Ämtern ankommen, wie KnowHow von Vorgänger*innen weitergegeben wird und wie Erfahrungswissen nach einem Amtsende im Kreisverband gehalten werden kann, Einbindung und Arbeit der Delegierten zu BDK und gegebenenfalls LDK.
  •     interne Entscheidungs- und Gremienstrukturen,
  •     Aus- und Abwahlprozesse grüner Vertreter*innen für den Magistrat und
  •     andere Exekutivorgane,
  •     Stärkung von Frauen und Menschen mit Vielfaltsmerkmalen.
  •     Abläufe, auf die Mitglieder, Organe und Mandatstragende bei Konflikten
  •     zurückgreifen können
  •     Weiterentwicklung der Finanzstrukturen

Jede Arbeitsgruppe erhält den Auftrag,

  •     bestehende Herausforderungen zu beschreiben,
  •     Ziele zu formulieren,
  •     konkrete Maßnahmen zu entwickeln sowie
  •     soweit erforderlich Vorschläge für Satzungs- oder
  •     Geschäftsordnungsänderungen zu erarbeiten.

4. Beratung und Beschlussfassung (Mai/Juni 2027)

Die Ergebnisse des Strukturprozesses werden den Mitgliedern im Rahmen einer Zukunftswerkstatt vorgestellt und gemeinsam diskutiert.

Im Anschluss legt der Kreisvorstand der Kreismitgliederversammlung spätestens im Mai oder im Juni 2027 einen Antrag zur Weiterentwicklung der Strukturen des Kreisverbands einschließlich gegebenenfalls erforderlicher Satzungsänderungen zur Beratung und Beschlussfassung vor. Der Kreisvorstand informiert die Mitglieder regelmäßig über den Stand des Prozesses und gewährleistet während des gesamten Verfahrens eine transparente Beteiligung.

Begründung:

Der Kreisverband Frankfurt ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Mit inzwischen mehr als 2.700 Mitgliedern gehören wir zu den größten Kreisverbänden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bundesweit. Dieses Wachstum ist Ausdruck des großen Vertrauens in unsere politische Arbeit und eröffnet zahlreiche neue Möglichkeiten für Engagement und Beteiligung.

Gleichzeitig stellen wir seit einigen Monaten zunehmend fest, dass unsere bestehenden Strukturen mit diesem Wachstum nicht in gleichem Maße mitgewachsen sind. Viele Prozesse, Kommunikationswege und Beteiligungsformate stammen aus einer Zeit, in der unser Kreisverband deutlich weniger Mitglieder hatte. Heute stoßen unsere Strukturen zunehmend an ihre Grenzen, was zu Konflikten und enttäuschten Erwartungen führen kann.

Nach den intensiven Wahljahren der vergangenen Jahre bietet sich nun ein geeignetes Zeitfenster, um unseren Kreisverband gemeinsam weiterzuentwickeln. Die nächste Wahl wird voraussichtlich erst im Herbst 2028 stattfinden. Diese Zeit wollen wir bewusst nutzen, um uns strategisch weiterzuentwickeln, bevor erneut eine intensive Zeit beginnt.

Der Strukturprozess soll deshalb bewusst breit angelegt sein. Er beginnt mit einer Mitgliederbefragung, um allen Mitgliedern eine einfache Möglichkeit zur Beteiligung zu geben. Ergänzend werden Strukturgespräche mit den unterschiedlichen Bereichen unseres Kreisverbands geführt, langjähriger Engagierter als auch die Perspektiven neuer Mitglieder in den Prozess einfließen. Ebenso fließen die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Herausforderungen unserer 16 Stadtteilgruppen in den Strukturprozess ein.

Auf dieser Grundlage sollen gemeinsam tragfähige Reformvorschläge entwickelt werden. Die Zukunftswerkstatt bietet allen Mitgliedern die Möglichkeit, diese Vorschläge zu diskutieren und weiterzuentwickeln, bevor sie der Kreismitgliederversammlung zur Entscheidung vorgelegt werden.

Unser Ziel ist ein Kreisverband, der auch in Zukunft offen, beteiligungsorientiert, schlagkräftig und gut organisiert ist – damit wir als starke grüne Kraft in Frankfurt erfolgreich Politik gestalten können.

Der Beschluss wurde von der Kreismitgliederversammlung einstimmig getroffen.