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Unser Maßnahmenplan zur Umsetzung der Istanbulkonvention

Unser Maßnahmenplan zur Umsetzung der Istanbulkonvention

Freitag, 23.10.2026

Liebe Freund:innen,

Fünf Jahre nach Beginn der Umsetzung der Istanbul-Konvention ziehen wir in Frankfurt eine Zwischenbilanz: In dieser Woche haben wir in der Evangelischen Akademie Frankfurt bei einer Fachveranstaltung der Koordinierungsstelle Istanbul-Konvention die Ergebnisse unseres gesamtstädtischen Prozesses zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen vorgestellt. Gemeinsam mit vielen Fachleuten haben wir daran gearbeitet, den Schutz vor Gewalt zu verbessern und einen Maßnahmenplan erarbeitet, wie bestehende Lücken im Hilfesystem geschlossen werden können.

Die Grundlage dafür war eine Bestandsaufnahme, die 81 Handlungsbedarfe identifiziert hat. In Arbeitsgruppen, Workshops und auf Fachtagen haben wir daraus konkrete Maßnahmen entwickelt. Mehr als 450 Menschen haben sich im Rahmen des Umsetzungsprozesses vernetzt und ihre Erfahrungen und fachlichen Perspektiven eingebracht. Das Ergebnis ist ein Maßnahmenplan mit 53 Maßnahmen in zwölf Themengebieten. Bei der Fachveranstaltung haben wir diese mit Vertreter:innen aus städtischen Ämtern, Vereinen, Justiz und Polizei sowie weiteren Institutionen der Stadtgesellschaft im Bereich Gewaltprävention und -schutz vorgestellt und in unterschiedlichen Themenforen diskutiert.

Nur wenige Wochen vor dem diesjährigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen sage ich es noch einmal sehr eindringlich: Mein Ziel ist es, dass jede Frau und jedes Mädchen in Frankfurt vor Gewalt geschützt ist.

Dafür müssen wir bestehende Schutzlücken schließen und unser Hilfesystem gezielt weiterentwickeln. Wir brauchen beispielsweise Schutzplätze für Frauen mit Behinderungen und Beratungsangebote in verschiedenen Sprachen. Auch wohnungslose Frauen und andere besonders gefährdete Gruppen müssen besser geschützt werden.

Der Maßnahmenplan enthält dafür konkrete Vorschläge. So sollen Polizeibeamt:innen Strafanzeigen direkt in Einrichtungen der Drogen- und Wohnungslosenhilfe aufnehmen können. Außerdem wollen wir Präventionsangebote in den Bereichen Gesundheit, Bildung und der Arbeit mit jungen Menschen auf- oder ausbauen. Eine Fachstelle für Täter:innenarbeit soll ebenfalls eingerichtet werden.

Ich freue mich sehr, dass wir die Ergebnisse dieses umfangreichen Prozesses gemeinsam vorstellen konnten. Die enge Zusammenarbeit zwischen städtischen Ämtern, Beratungsstellen, Frauenhäusern, Polizei und Justiz war dafür entscheidend. Sie hat dazu beigetragen, die Maßnahmen fachlich zu konkretisieren und gezielt weiterzuentwickeln. Jetzt kommt es darauf an, die notwenigen Voraussetzungen für die Umsetzung zu schaffen und die erforderlichen finanziellen Mittel sicherzustellen. Mehr zum aktuellen Stand der Umsetzung der Istanbul-Konvention findet Ihr hier oder hier.

Herzlichst,

Eure Tina