Frankfurter Feste - Rede in der aktuellen Stunde der Stadtverordnetenversammlung am 27.02.2025
- es gilt das gesprochene Wort-
Sehr geehrte Frau Vorsteherin,
liebe Kolleg*innen!
Die närrische Jahreszeit hat am Wochenende seinen Höhepunkt und Frankfurt möchte ausgelassen feiern. Die schrecklichen Anschläge wie in Magdeburg und Aschaffenburg sorgen bei der Bevölkerung für ein subjektives Unsicherheitsgefühl. Dieses Gefühl muss auch ernst genommen werden und deswegen sind erhöhte Sicherheitsvorkehrungen notwendig, um dieses Unsicherheitsgefühl ein Stück zu nehmen. Wir sollten aber als Politiker*innen nicht die Spaltung weiter vorantreiben, besonnen bleiben und klar kommunizieren, dass Deutschland objektiv sicher ist und aktuell liegt den Behörden ja auch keine konkrete Terrorgefahr vor.
Allerdings ist es tatsächlich alles anderes als einfach die Zuversicht und den Humor nicht zu verlieren, in Zeiten, in denen gesellschaftliche Spaltungen und Krisen die Menschen verunsichern. Karneval kann Momente ermöglichen, die uns in diesen Zeiten verbinden. Hier kommen Menschen unabhängig von Herkunft, Alter, sozialem Status oder politischer Überzeugung zusammen und – das mag einige überraschen - auch GRÜNE feiern übrigens gerne Karneval. Für mich ist Karneval nicht nur Fest des Frohsinns, sondern hält uns als Politik auch den Spiegel vor. Seit jeher nutzen Menschen die närrischen Tage, um auf Missstände hinzuweisen, Kritik humorvoll zu äußern und Denkanstöße zu geben.
Die kreativen Karnevalswagen und Reden – sie alle sind Ausdruck gelebter Meinungsfreiheit. Natürlich aber frei von Diskriminierung, denn die teilweise auch problematischen Darstellungen in manchen Karnevalsumzügen sollte man nicht verschweigen. Vielfalt und Toleranz gehören zum Karneval und das zu zeigen, ist dieses Jahr wichtiger denn je. Denn genau das macht unsere Demokratie so stark: die Möglichkeit, sich frei zu äußern, auch – oder gerade – mit einem Augenzwinkern. Da komme ich nicht auf die Idee 551 Fragen zu stellen, weil da auch mal gerne GRÜNE kritisiert werden, sondern das unterstütze ich finanziell sehr gerne!
Als Koalition finden wir auch immer wieder eine Lösung was die steigenden Kosten von Festen generell angeht. Frau Rinn hat das erläutert. Stadtweit tätigen Vereine, Verbände und Veranstalter*innen von CSD bis Karneval bei der Organisation und Durchführung von größeren Festen mit überregionaler Bedeutung ein wertvolles Engagement für die Stadt Frankfurt. Mehr Sicherheitsmaßnahmen und aber auch gestiegene Kosten für Strom, Toilettenwagen und weitere Notwendigkeiten sollen kein Aus für beliebte Frankfurter Feste bedeuten!
Wir GRÜNE stehen nicht nur ideell hinter unseren Frankfurter (Karneval) Vereinen, sondern unterstützen, besonders im Notfall, auch wo es geht finanziell!