Grüne Woche - KW 21/2026
Liebe Freund*innen,
am 23. Mai ist Tag des Grundgesetzes. Und mein Gott, können wir dankbar für dieses Grundgesetz sein. Wir haben eine der modernsten, demokratischsten Verfassungen der Welt. Ist unsere Verfassung oder viel mehr ihre Anwendung perfekt? Nein, leider nicht. Garantiert sie vielen trotzdem eines der menschenwürdigsten Leben auf diesem Planeten? Ja.
Es ist ein bündnisgrünes Klischee, ich weiß, aber ich möchte den Frankfurter Universitätsprofessor Jürgen Habermas ins Spiel bringen, bei dem ich den Begriff „Verfassungspatriotismus“ gelernt habe und dem ich aus vollem Herzen zustimme. Wenn es denn ein Patriotismus sein soll oder muss, dann bitte der Verfassungspatriotismus. Unser Grundgesetz als verbindend zu empfinden und es zu verteidigen, auf diese Form des Patriotismus kann ich mich einlassen.
Ein Buch möchte ich Euch dazu gerne ans Herz legen, nämlich „Über Tyrannei. Zwanzig Lektionen für den Widerstand“ von Timothy Snyder. Ein knappes, sehr verständlich geschrieben Buch des Yale Professors (aktuell lebt er in Kanada, aus Gründen…) darüber, wie wir aus Erfahrungen lernen und unsere Demokratien schützen können.
Ein Kapitelanfang hat mich sehr berührt:
„Institutionen helfen uns, den Anstand zu wahren. Sie brauchen aber auch unsere Hilfe. Sprich nicht von ‚unseren Institutionen‘ , bevor Du sie Dir nicht zu Eigen gemacht hast, indem Du für sie und in ihrem Namen aktiv wirst. Institutionen schützen sich nicht selbst. Sie stürzen eine nach der anderen, wenn nicht jede von ihnen von Anfang an verteidigt wird.
Such Dir also eine Institution, die Dir am Herzen liegt - ein Gericht, eine Zeitung, ein Gesetz, eine Gewerkschaft-, und ergreife für sie Partei.“
Zum ersten Mal wird es dieses Jahr am 23. Mai auch einen bundesweiten Mitmachtag geben, um unser demokratisches Grundgesetz zu feiern, wer mag, guckt mal rein, vielleicht möchte jemand von Euch in Frankfurt bei einer Aktion dabei sein, das wäre toll!
Ein schönes Wochenende Euch und vergesst nicht, unsere Institutionen zu schützen. Ich habe am 14. April 2025 Timothy Snyder gelesen und am 14. Juni 2025 war ich Vorstandsmitglied, so schnell kann es gehen.
Alles Liebe
Marlene, Beisitzerin im Kreisvorstand
Die Themen:
Gesucht: Ideen für die Interkulturelle Woche
Vom 24. September bis 4. Oktober feiern wir in diesem Jahr die Vielfalt der Menschen und Vereine mit der Interkulturellen Woche (IKW). Veranstalter ist diesmal der Verein „El árbol que crece“, der dafür vom AmkA eine finanzielle Förderung in Höhe von 10.000 Euro erhält. Nach dem Motto „Frankfurt in Szene – Stimmen des Zusammenlebens“ sollen in diesem Jahr Theater, Musik, Tanz, Performances und Literatur den Schwerpunkt der IKW bilden. Dafür braucht „El árbol que crece“ Partnerinnen und Partner: Der Verein lädt andere Organisationen, Vereine und Engagierte ein, eigene Veranstaltungen beizusteuern oder neue Formate für die Interkulturelle Woche zu entwickeln. Programmideen können bis zum 26. Juni unter www.crece-ev.org oder per E-Mail an ikw@crece-ev.org eingereicht werden. Bereits in Vorbereitung sind ein internationales, mehrsprachiges Theaterfestival und eine Fachkonferenz zu „Theater und Integrationsförderung“. Der Verein „El àrbol que crece“ (deutsch etwa „der wachsende Baum“) wurde 2016 gegründet und befasst sich mit Bildung und Kultur im Zusammenhang mit Migration. Weitere Infos gibt es unter www.amka.de/ikw. Meine Pressemitteilung zum Thema findet Ihr hier.
Das freiwillige europäische Umweltmanagementsystem EMAS
Liebe Freund:innen,
manchmal zeigen sich große Veränderungen nicht in spektakulären Projekten, sondern in etwas, das auf den ersten Blick eher technisch klingt: in Tabellen, Kennzahlen und regelmäßigen Prüfungen.
Genau darum geht es beim freiwillige europäische Umweltmanagementsystem EMAS (Eco-Management and Audit Scheme). Wie hoch sind Energie- und Ressourcenverbräuche? Wo können Prozesse effizienter werden? Welche Maßnahmen wirken tatsächlich? Es geht also um überprüfbare Wirkungen.
Deshalb ist es ein wichtiger Schritt, dass Palmengarten und Botanischer Garten nun als erstes Amt der Stadt Frankfurt diesen Weg gehen.
Nun könnte man fragen: Umweltmanagement? Liegt das nicht ohnehin im Kern des Auftrags der beiden Gärten?
Und ja: Ein sorgsamer Umgang mit Ressourcen und die Verantwortung für Umweltauswirkungen gehören im Palmengarten seit Langem zum Selbstverständnis der Mitarbeiter:innen – Pflanzen zu pflegen, Lebensräume zu erhalten und Natur zu vermitteln. Doch nun gehen Palmengarten und Botanischer Garten einen Schritt weiter: Mit EMAS machen sie ihre Verbräuche systematisch sichtbar, setzen sich konkrete und überprüfbare Ziele und stellen sich einer regelmäßigen externen Kontrolle durch staatlich unabhängige Umweltgutachter:innen.
Das ist vorbildlich. Und es zeigt, wie moderne Verwaltung heute funktioniert: datenbasiert, transparent und lernfähig.
Wenn wir über Nachhaltigkeit sprechen, denken viele zuerst an Klimaschutz oder Müllvermeidung. EMAS zeigt aber, dass Nachhaltigkeit breiter gedacht werden muss. Es geht um die nachhaltige Nutzung von Energie und Wasser, um Ressourcenschonung, um verantwortungsvollen Materialeinsatz und um dauerhafte Verbesserungsprozesse. Denn hinter jedem funktionierenden Prozess steckt die Frage: Wie können wir besser werden?
Damit leistet EMAS einen konkreten Beitrag zu den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen – den Sustainable Development Goals (SDGs): etwa zu nachhaltigem Konsum und Produktion, zu Klimaschutz, zu nachhaltigen Städten und zu verantwortungsvollen Institutionen.
Denn es bleibt nicht bei einem einmaligen Schritt. EMAS ist ein Kreislauf: hinschauen, verbessern, überprüfen – und wieder von vorn. Die Gärten berichten nun jährlich transparent über zentrale Umweltkennzahlen. Genau diese Verbindlichkeit macht den Unterschied.
Die Ergebnisse werden in einer Umwelterklärung veröffentlicht und sind so nachvollziehbar für alle.
Wer tiefer einsteigen möchte, findet auf der Seite des Palmengartens nicht nur Zahlen und Fakten, sondern auch Einblicke in die konkrete Arbeit der Teams rund um Energie, Wasser, Material und Abfall.
Eure Tina
Fußverkehrskonzepte für drei Modellquartiere: Rödelheim, Niederrad und Bonames
Liebe Freundinnen, liebe Freunde,
das Thema Fußverkehr betrifft jede und jeden. Dennoch sind die Perspektiven beim Zufußgehen sehr unterschiedlich – je nach Alter, Fitnesslevel, Geschlecht, Herkunft und persönlichen Erfahrungen. Je nachdem, ob Ihr zur Arbeit, zur Bahn oder zum Einkaufen lauft oder ob Ihr sonntags spazieren geht. Und je nach Stadtteil, in dem Ihr unterwegs seid: Im Oeder Weg oder in der Schweizer Straße, auf der Zeil oder in Zeilsheim. Deshalb schauen wir bei der Entwicklung der Fußverkehrsstrategie wir besonders gründlich und differenziert auf die Bedürfnisse und Interessen der Menschen. Nachdem wir im letzten Jahr die Sichtweisen der Frankfurter:innen abgefragt, die Ist-Situation im Frankfurter Fußverkehr analysiert und ein übergeordnetes Fußverkehrsnetz entwickelt haben, ist nun die zweite Phase gestartet. Darin entwickeln wir konkrete Fußverkehrskonzepte für drei Modellquartiere: Rödelheim, Niederrad und Bonames. Wir haben bewusst drei Stadtteile jenseits der Innenstadt ausgewählt, die keine starke Lobby haben und wenig im Fokus der Debatten stehen.
Die drei Quartiere haben eine jeweils unterschiedliche, aber für Frankfurt typische Struktur. Das urbane Rödelheim ist geprägt von einer Einkaufsmeile mit den typischen Herausforderungen und Konflikten zwischen Handel, Gastronomie und Anwohnenden. Niederrad ist ein heterogenes Viertel mit unterschiedlichen architektonischen Strukturen und Nutzungsformen. Und Bonames ist geprägt von Familienleben mit Jung und Alt in kleinräumigen, dörflichen Strukturen.
In einem ersten Schritt führt das städtische Team Fußverkehr in jedem Quartier Veranstaltungen mit Ortsbeiräten, Behinderten- sowie Wirtschaftsverbänden, Vereinen und weiteren wichtigen Stakeholdern durch. Anschließend bieten wir diese Stadtteilspaziergänge für Bürger:innen des jeweiligen Stadtviertels an, zu denen ich Euch – sofern Ihr in Rödelheim, Niederrad oder Bonames lebt – herzlich einladen möchte.
Ziel ist es, Quartierskonzepte mit sinnvollen und umsetzbaren Maßnahmen, Budget und Zeitplanung zu entwickeln. Die Erkenntnisse daraus bilden die Grundlage für Fußverkehrsmaßnahmen in weiteren Stadtteilen. Die drei Quartierskonzepte werden voraussichtlich Ende 2026 abgeschlossen sein. Mehr über die neue Fußverkehrsstrategie erfahrt Ihr hier.
Euer Wolfgang
Interesse an einem der Stadtteilspaziergänge?
Ortsbegehung Rödelheim
- 18.6.2026, ab 16 – 18h
- Anmeldung bis 25.5. möglich
- Fußverkehrsstrategie - Ortsbegehung Rödelheim - Veranstaltungen - Frankfurt fragt mich
Ortsbegehung Niederrad
- 23.6.2026, 16 – 18h
- Anmeldung bis 28.5. möglich
- Fußverkehrsstrategie - Ortsbegehung Niederrad - Veranstaltungen - Frankfurt fragt mich
Ortsbegehung Bonames
- 19.8.2026, 16 – 18h
- Anmeldung bis 26.7. möglich
- Fußverkehrsstrategie - Ortsbegehung Bonames - Veranstaltungen - Frankfurt fragt mich
Beteiligung ist der Schlüssel
Liebe Freund:innen,
seit Anfang dieser Woche können Kinder und Jugendliche in Frankfurt wieder die beliebte Ferienkarte beantragen. Mit ihr können die jungen Frankfurter:innen in den anstehenden Ferien attraktive Angebote unterschiedlicher Freizeit- und Kultureinrichtungen kostenlos oder ermäßigt nutzen. Inhaber:innen des Frankfurt-Passes bekommen die Ferienkarte sogar komplett kostenlos von der Stadt.
Das mag auf den ersten Blick ein wenig nach Rabatt-Heftchen klingen – tatsächlich aber steht unsere gemeinsame Überzeugung hinter der Ferienkarte der Stadt: Eine Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn sich jeder nach Kräften daran beteiligt. Manchen Menschen gelingt das – etwa wegen ihres wirtschaftlichen Backrounds – besser, anderen schlechter. Gute Sozialpolitik hat damit zwei Aufgaben: Bei denjenigen, die sich in die Gesellschaft einbringen können und an ihr teilhaben, für mehr Solidarität werben und sie in die Verantwortung nehmen. Und bei denjenigen, die das noch nicht können, die Voraussetzungen dafür zu schaffen.
Das kann auf verschiedene Arten geschehen. Etwa durch bereits bestehende Leistungen. Oder darin, die Zugänge dazu weiter zu erleichtern. Hier leistet die Ferienkarte einen wichtigen Beitrag: Sie dient der Stärkung des großen Ganzen. Denn Beteiligung – davon bin ich überzeugt – ist der Schlüssel gesellschaftlichen Miteinanders.
Alle wichtigen Informationen zur Ferienkarte gibt es hier.
Eure Elke
Psychotherapeutische Versorgung in Hessen sicherstellen
Psychische Belastungen haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. Die Nachfrage nach psychotherapeutischer Unterstützung und Behandlung ist so groß wie nie. Gleichzeitig wurden zum 1. April 2026 die Honorare für Psychotherapeut*innen um 4,5 Prozent gekürzt. Das ist nicht nur ein fatales Signal an Menschen mit psychischen Erkrankungen, die dringend Hilfe benötigen, sondern auch an die Psychotherapeut*innen, die tagtäglich einen unverzichtbaren Beitrag zur gesundheitlichen Versorgung und zur Stabilität unserer Gesellschaft leisten.
Es braucht jetzt entschlossenes politisches Handeln, um die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Hessen zu stärken. Daher fordern wir GRÜNEN die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass die wichtige Arbeit der Psychotherapeut*innen angemessen vergütet und die Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung endlich gesetzlich abgesichert wird. Außerdem muss schleunigst die Bedarfsplanungsreform angegangen werden – ein Vorhaben, auf das sich auch die schwarz-rote Koalition in ihrem Koalitionsvertrag verständigt hat. Es kann nicht sein, dass Regionen, in denen Patient*innen monatelang auf einen Termin warten, auf dem Papier als überversorgt gelten und wir mit einer Planung arbeiten, die auf Zahlen aus den 1990ern basiert. Unseren Antrag findet Ihr hier.
Mehr zum Thema findet Ihr hier.
Bitterer Tag für unseren Wald auch in Frankfurt: Schwarz-Rot opfert Schutz des Bannwalds für die Interessen der Bauindustrie
Die nächsten Stadtteilgruppentreffen
Wir haben 16 Stadtteilgruppen, die eigenständig organisiert sind und maßgeblich beim Wahlkampf durch Organisation von Ständen und Haustürwahlkampf unterstützen. Lernt Grüne in euren Stadtteilen kennen und seht, wie ihr euch engagieren könnt:
STG 1: TBA
STG 2: 11.06., 19:30 Uhr, Restaurant Lilium, Leipziger Str. 4, separater Raum im Untergeschoß
STG 3: 09.06., 19 Uhr, Treffpunkt wird noch bekannt gegeben
STG 4: 23.06., 20 Uhr, Dr. Arthur Pfungst-Stiftung, Waldschmidtstraße 39
STG 5: 08.06., Treffpunkt und Uhrzeit werden noch bekannt gegeben
STG 6: TBA
STG 7: TBA
STG 8: TBA
STG 9: 08.06., 19:30 Uhr, Treffpunkt wird bekannt gegeben
STG 10: TBA
STG 11: TBA
STG 12: 01.06., 19 Uhr, Treffpunkt wird noch bekannt geben
STG 13: TBA
STG 14: TBA
STG 15: TBA
STG 16: 02.06., 19:30 Uhr, Ort auf Anfrage