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Grüne Woche - KW 20/2026

Die Gruene Woche

Liebe Freund*innen,

im April erscheint immer der aufschlussreiche statistische Bericht der Stadt „Leben in Frankfurt“. Die gute Nachricht: Wir leben weiter in einer sehr lebenswerten Stadt. 48 % der Frankfurter*innen geben an, sehr zufrieden mit dem Leben in Frankfurt zu sein – ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr. Weitere 31 % sind eher zufrieden. Damit leben insgesamt 79 % gerne oder sehr gerne in dieser Stadt. 17 % antworten mit teils/teils, während nur 4 % angeben, eher ungern oder sehr ungern in Frankfurt zu leben.

Gleichzeitig macht die Studie deutlich, über welche Themen die Frankfurter*innen sich Sorgen machen.

Das drängendste Problem bleibt Wohnen. 21 % nennen teuren Wohnraum als größtes Problem, weitere 7 % das mangelnde Wohnungsangebot. Dahinter stehen konkrete soziale Ungleichheiten: Im Durchschnitt verfügen Frankfurter*innen über 36 Quadratmeter Wohnfläche. Gleichzeitig lebt ein Viertel der Menschen auf 26 Quadratmetern oder weniger, während ein ebenso großer Anteil 50 Quadratmeter oder mehr zur Verfügung hat. Diese Unterschiede zeigen, wie ungleich Wohnraum in unserer Stadt verteilt ist.

Auch das Thema Sauberkeit wird von vielen Menschen als Herausforderung wahrgenommen. Für uns GRÜNE ist klar: Sauberkeitspolitik darf sich nicht allein auf das nachträgliche Aufräumen beschränken. Es braucht einen Ansatz, der Müllvermeidung stärker in den Mittelpunkt rückt – etwa durch weniger Einwegverpackungen und bessere Konzepte in Gastronomie und öffentlichem Raum. Müll sollte gar nicht erst entstehen, bevor er aufwendig entsorgt werden muss.

Beim Thema Sicherheit zeigt sich ein differenziertes Bild. Im eigenen Wohnumfeld ist das Sicherheitsgefühl mit 84 % sehr hoch. Auch Grünanlagen in den Helligkeitsphasen werden mit 62 % überwiegend positiv bewertet. In der Innenstadt bleibt das Sicherheitsgefühl bei Helligkeit mit 53 % sowie an Haltestellen mit 48 % hoch. Gleichzeitig sinkt das Sicherheitsempfinden insbesondere abends und bei Dunkelheit deutlich. Daraus folgt: Das Sicherheitsempfinden der Frankfurter*innen ist differenziert nach Situation und Ort. Gute Sicherheitspolitik muss dieser Differenzierung Rechnung tragen durch unterschiedlichste Maßnahmen: von verbesserter Beleuchtung über kluge Stadtplanung bis hin zu Prävention und sozialer Infrastruktur.

Positiv entwickeln sich Bereiche, die für Lebensqualität zentral sind. Das Angebot an Parks und Grünflächen bewerten 72 % positiv oder eher positiv (+1 % im Verhältnis zum letzten Jahr), Spielplätze 62 % (+2 %).

Auch bei der Mobilität zeigt sich, dass Frankfurt auf einem Weg des Wandels ist. 54 % nutzen den ÖPNV täglich oder mehrmals pro Woche und machen ihn damit zum meistgenutzten Verkehrsmittel. 45 % nutzen regelmäßig das Auto, bei täglicher Nutzung sind es 21 %. Das Fahrrad nutzen 36 % – ein Anstieg um 4 % gegenüber dem Vorjahr.

Mit den Liniennetzen sind 68 % zufrieden, bei Taktzeiten 57 %. Hier ist zu berücksichtigen, dass die Erhebung noch vor den Verbesserungen durch die Personaloffensive im Nahverkehr stattfand, durch die sich die Taktung von Straßen- und U-Bahn-Angeboten seit Ende 2025 wieder spürbar verbessert hat. Positiv ist zudem, dass Zufriedenheit mit Zustand und Sicherheit der Gehwege gestiegen ist, ebenso wie die Bewertung von Zustand und Angebot der Radwege.

Gleichzeitig zeigt die Studie auch ein eingetrübtes Zukunftsbild. 39 % gehen davon aus, dass sich die Lebensqualität in Frankfurt künftig eher verschlechtern wird. Nur 27 % blicken optimistisch auf die Zukunft, 23 % erwarten gleichbleibende Verhältnisse. Diese Stimmung ist Ausdruck der Krisen der vergangenen Jahre und wirtschaftlicher Unsicherheiten, die die Zuversicht in Deutschland allgemein sehr eingetrübt haben. Diese Stimmung reflektiert sich natürlich auch in Frankfurt.

Trotzdem bleibt Frankfurt für viele eine Stadt mit positiver Identität: 77 % nehmen sie als weltoffen wahr, 74 % als wirtschaftsstark und 63 % als modern.

Politik hat deshalb nicht nur die Aufgabe, bestehende Probleme konkret anzugehen, sondern auch aufzuzeigen, wie eine gute Zukunft für diese Stadt aussehen kann. Sie muss Orientierung geben, Zuversicht schaffen und Menschen mit einer positiven Zukunftsvision mitnehmen.

Wir GRÜNE Frankfurt sehen genau darin unseren Auftrag. Seit inzwischen mehr als neun Wochen arbeitet unsere Sondierungsgruppe intensiv daran, eine tragfähige Lösung für Frankfurt zu entwickeln. Unser Ziel ist eine Stadtregierung, die Probleme nicht nur verwaltet, sondern die Stadt gestaltet.

Dabei ist uns bewusst: Wir vertreten gut ein Fünftel der Frankfurter Wähler*innen – nicht alle. Deshalb gehören zu verantwortungsvoller Politik auch Kompromisse und tragfähige Lösungen mit Partner*innen. Wir wollen hier auch Partner*innen, die neben den grünen zukunftsorientierten Inhalten, noch zusätzliche innovative Impulse in eine Stadtregierung einbringen, nämlich Volt.

Entscheidend ist für uns, dass die nächste Koalition keine des bloßen Stillstands wird. Frankfurt braucht eine Regierung, die diese Stadt zukunftsfähig gestaltet – mit konkreten Maßnahmen für die Gegenwart und Ideen für morgen. Denn gerade in unsicheren Zeiten braucht es nicht nur Verwalten sondern Ideen und Maßnahmen, die den Menschen wieder Zuversicht geben.

Euer

Burkhard (Schwetje)

Vorstandssprecher

Die Themen:

Mal ein paar gute Nachrichten: Grün wirkt!

Mal ein paar gute Nachrichten: Grün wirkt!

So eine Sondierung ist wahrlich kein Spaziergang. Und deshalb hilft manchmal genau dies: Ein Spaziergang durch Frankfurt, durch die Stadtteile, vorbei an Dingen, die uns daran erinnern, warum wir das hier eigentlich machen. Dabei entdeckt man überall: Es passiert was! Dinge, die wir in der vergangenen Wahlperiode angestoßen haben, werden real, sichtbar, erlebbar.

Wer zum Beispiel die Straßen der Innenstadt entlangläuft, begegnet jetzt mit wachsender Häufigkeit orangefarbenen Müllwagen, die fast lautlos ihrem Dienst nachgehen. Kein Dieselbrummen, keine schwarzen Abgaswolken. Die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) hat gerade zehn weitere Mercedes-Benz eEconic bestellt – damit wächst die Flotte auf insgesamt 34 elektrische Müllautos. Wenn man so ein neues Müllauto mal im Stop-and-Go des Bahnhofsviertels neben sich hat, weiß man: Das ist nicht nur besser für die Umwelt, das ist auch besser für die Umgebung. Angestoßen hatte das unser David Edelmann mit einem Antrag für klimaneutrale städtische Mobilität bis 2030. Danke dafür!

Ähnliches gilt für die Carsharing-Stellplätze, die sich in immer mehr Stadtteilen in den öffentlichen Raum einfügen. Das ist der Wandel der Mobilität im Sinne des Masterplan Mobilität: Geteilte Autos bekommen eigene Stellplätze im öffentlichen Raum, und Frankfurt verändert sich dadurch sichtbar. Wer kein Auto besitzt, soll keine Nachteile haben. Wer eins teilt, soll dafür auch sichtbar Platz finden. Das Konzept greift.

Dann kommt man auf dem Weg in den Römer vorbei am „display", dem Raum für digitale Praxis, den es seit Februar in der Berliner Straße 60 mitten in der Innenstadt gibt – offen für alle, mit Workshops, Vorträgen, Experimenten und einem Programm, das von kreativem Programmieren bis zu digitalpolitischen Diskussionen reicht. Gerade läuft ein Workshop, in dem Kinder löten lernen. Dass es diesen Ort gibt, den wir im Koalitionsvertrag vereinbart hatten, hat auch viel mit dem Etatantrag zu tun, mit dem wir die Sache ins Rollen gebracht haben – und mit der Überzeugungsarbeit unserer Friederike von Franqué.

Im Büro lesen wir dann in der Zeitung von der Eröffnung des TUMO-Zentrums in der Nordweststadt. Wer Dana Kube kennt, weiß, dass sie für die Dinge, die sie für richtig hält, regelrecht brennt – und dass sie dabei ausdauernder ist als die meisten. Ihr Baby aus Armenien, das sie in den Römer getragen und mit großer Überzeugungskraft bis zur Beschlussfassung begleitet hat, öffnet jetzt seine Pforten: Im Nordwestzentrum stehen 1.000 kostenfreie Plätze für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren bereit, mit Angeboten in Programmierung, 3D-Modellierung, Filmgestaltung und mehr. Die Anmeldung läuft, die Plätze sind noch nicht vergeben. Das ist eine gute Nachricht, die man an Eltern weitergeben darf. Danke, Dana!

Das alles ist nicht vom Himmel gefallen. Es steckt Arbeit drin, manchmal jahrelange. Anträge, Debatten, Kompromisse, gelegentlich auch Frust. Aber das ist eben das Schöne an kommunaler Politik: Oft sieht man die Ergebnisse direkt vor der eigenen Tür, kann durch die Stadt gehen und draufzeigen. Und manchmal – wenn die Schlagzeilenlage gerade wieder besonders mies ist – hilft genau das, sich die Freude an der Kommunalpolitik zu erhalten.

Tausende demonstrieren gegen Ausbau der A5

Tausende demonstrieren gegen Ausbau der A5

Dem Aufruf des Bündnisses „Stopp A5-Ausbau“, gegen den zehnstreifigen Ausbau der A5 in Frankfurt zu demonstrieren, sind am vergangenen Sonntag tausende Radfahrer*innen gefolgt. Unter dem Motto „Zukunft statt Beton“ führte die Route der Demo auch über die A648 und die A66. Auf dem Platz vor der Alten Oper fand die Abschlusskundgebung statt.

Dass so viele Menschen zu der Demo gekommen sind, ist ein lautes, deutliches Nein der Region zu diesem Projekt. Die Argumente, die angeblich für einen Ausbau sprechen, sind fadenscheinig. Es gibt keinen Dauerstau auf der A5, der einen solchen Ausbau rechtfertigen würde. Im Gegenteil: Eine breitere Autobahn zöge noch mehr Autos an. Das heißt, es bleibt beim Stau, kommt aber zu mehr Lärm, höheren Belastungen, mehr Flächenverbrauch und kostet überdies Milliarden. Geld, das bei der Sanierung von Bestandstraßen und Brücken und der umweltfreundlichen Bahn fehlen würde. Das kann sich Hessen nicht leisten.

Die Frankfurter*innen sind nicht bereit, für den Monster-Highway ihre Naherholungsflächen, ja sogar ihre eigenen Grundstücke herzugeben. Und sogar der ADAC sagt, an einen Ausbau sei nicht zu denken, so lange der Sanierungsstau auf bestehenden Straßen groß ist. Verkehrsminister Mansoori und seine SPD spielen dabei wieder einmal eine bemerkenswerte Doppelrolle: Als Frankfurter Abgeordneter hat Mansoori noch wild gegen den Ausbau der A5 gewütet. Jetzt verfolgt er als hessischer Verkehrsminister aktiv das Ziel einer raschen Umsetzung des Projekts.

Mehr zum Thema findet Ihr hier und hier.

Viel Erfolg, lieber Cem! // Narges Mohammadi // Parlamentskreis Libanon

Viel Erfolg, lieber Cem! // Narges Mohammadi // Parlamentskreis Libanon

Wahl zum Ministerpräsidenten: Viel Erfolg, lieber Cem!

Am Mittwoch war ein historischer Tag. Für viele, auch für mich, ist die Wahl des Ministerpräsidenten im Landtag von Baden-Württemberg nicht nur ein demokratischer Tagesordnungspunkt. Es ist ein Meilenstein. Für alle, die nicht deutsch-deutsche Vorfahren haben. Ohne Cem Özdemir wäre ich nicht dort, wo ich heute bin. Als ich ihn vor mehr als 30 Jahren im Fernsehen sah, ist mir klar geworden: Man muss nicht Helmut heißen, um in Deutschland Politik zu machen. Cem hat viele Menschen inspiriert und war auch für mich ein Vorbild. Ohne ihn wäre ich nicht mal auf die Idee gekommen, in eine Partei einzutreten.

Dafür von Herzen Danke! Cem ist ein Mann des Brückenbauens. Immer nach dem Motto: erst das Land, dann die Partei. So wird er auch Baden-Württemberg führen. Viel Erfolg und gutes Gelingen, lieber Cem!

Narges Mohammadi

Narges Mohammadi wurde endlich nach Teheran verlegt, wo sie die dringend notwendige medizinische Versorgung erhält. Ich hoffe sehr, dass sich ihr Zustand bald stabilisiert. Eines ist klar: Der Weg danach darf nicht zurück ins Gefängnis führen. Die Bundesregierung muss den politischen Gefangenen endlich sichtbare Aufmerksamkeit schenken. Öffentliche Aufmerksamkeit ist oft ihr einziger Schutz. Das ohrenbetäubende Schweigen Europas zur Situation im Iran ist nicht hinnehmbar. Mehr dazu könnt ihr im Beitrag der Morgenpost lesen.

Parlamentskreis Libanon

Vergangene Woche habe ich gemeinsam mit Paul Ziemiak und Niels Annen den Parlamentskreis Libanon im Deutschen Bundestag wieder ins Leben gerufen. Der Libanon steht am Abgrund. Gerade deshalb dürfen wir das Land und seine Menschen nicht aus dem Blick verlieren. Europa muss jetzt stärker darüber nachdenken, wie wir selbst mehr Verantwortung übernehmen und die Zentralregierung im Libanon gezielt unterstützen können. Deshalb ist es wichtig, den parlamentarischen Austausch wieder zu verstärken. Ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit im Parlamentskreis!

Die nächsten Stadtteilgruppentreffen

Stadtteilgruppen Uebersichtsbild

Wir haben 16 Stadtteilgruppen, die eigenständig organisiert sind und maßgeblich beim Wahlkampf durch Organisation von Ständen und Haustürwahlkampf unterstützen. Lernt Grüne in euren Stadtteilen kennen und seht, wie ihr euch engagieren könnt:

STG 1: 20.05., 18:30 Uhr, Treffpunkt wird noch bekannt gegeben

STG 2: 11.06., 19:30 Uhr, Restaurant Lilium, Leipziger Str. 4, separater Raum im Untergeschoß

STG 3: 09.06., 19 Uhr, Treffpunkt wird noch bekannt gegeben

STG 4: 23.06., 20 Uhr, Dr. Arthur Pfungst-Stiftung, Waldschmidtstraße 39

STG 5: 08.06., Treffpunkt und Uhrzeit werden noch bekannt gegeben

STG 6: TBA

STG 7: TBA

STG 8: TBA

STG 9: 08.06., 19:30 Uhr, Treffpunkt wird bekannt gegeben

STG 10: 15.05., 19 Uhr, Saalbau Ronneburg, Gelnhäuser Straße 2

STG 11: TBA

STG 12: 01.06., 19 Uhr, Treffpunkt wird noch bekannt geben

STG 13: TBA

STG 14: 18.5., 20 Uhr, Altes Rathaus am Alten Kirchplatz

STG 15: TBA

STG 16: TBA

Die Termine: