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Grüne Woche der KW 38 - KW 38/2026

Die Gruene Woche

Liebe Freund*innen,

2026 wurde die chronische Krankheit PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom) in PMOS umbenannt: Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom. Für mich ist dieser Schritt weit mehr als eine Namensänderung. Denn endlich wird sprachlich sichtbar, dass es nicht nur um die Eierstöcke und einen unerfüllten Kinderwunsch von tausenden von Frauen geht, sondern um eine komplexe hormonelle und metabolische Erkrankung.

„Ich verschreibe Ihnen eine Ernährungsberatung.“ Diesen Satz habe ich bereits von drei verschiedenen Ärzt*innen gehört. Nur um anschließend dreimal mitgeteilt zu bekommen, dass ich an meiner Ernährung und meinem Sport eigentlich nicht mehr viel verändern kann. 

„Wenn Sie die Pille nicht mehr nehmen, dann trocknet Ihre Gebärmutter aus und Sie werden unfruchtbar.“ „PCOS? Ja, davon habe ich keine Ahnung. Aber dafür ist eh ihre Frauenärztin zuständig.“ Seit über zehn Jahren lebe ich mit dieser Erkrankung und seinen Folgen.

Für mich bedeutet PMOS das ständige Gefühl, dass mein eigener Körper gegen mich arbeitet. Unregelmäßige Perioden, hormonelle Schwankungen, Zysten, prämenstruelle Beschwerden, Müdigkeit, depressive Phasen, Unsicherheiten und die Erfahrung, dass der eigene Körper plötzlich nicht mehr so funktioniert, wie man es gewohnt war. Dazu kamen Übergewicht, das scheinbar aus dem Nichts kam, seit über zehn Jahren Bluthochdruck und inzwischen auch eine diagnostizierte Insulinresistenz.

Und als wäre das nicht genug, kommt noch etwas hinzu: der Blick der Gesellschaft auf Frauenkörper. Kommentare von Menschen aus dem eigenen Umfeld. Kommentare von Fremden. Kommentare über Gewicht, Aussehen, Fruchtbarkeit und vermeintlich „gesunde“ Lebensweisen. Irgendwann beginnt man, den eigenen Körper nicht mehr nur als etwas Eigenes zu erleben, sondern als etwas, das ständig bewertet wird.

Doch besonders bitter ist: Selbst wenn ich mich immer wieder zu Ärzt*innen schleppe und Hilfe suche, begegnen mir dort nicht selten Unwissen, Vorurteile und die Reduktion meiner Beschwerden auf mein Gewicht. Und das, obwohl PMOS keine seltene Erkrankung ist. Schätzungsweise eine von acht Frauen ist betroffen. Trotzdem kennen viele Betroffene ihre Diagnose erst nach Jahren und manche Ärzt*innen sie kaum.

Für mich ist das ein riesiges Zeichen des Patriarchats, das uns ins Gesicht brüllt: Frauengesundheit interessiert uns nicht.

Frauengesundheit ist weit mehr als Krebsvorsorge und Schwangerschaftsbegleitung. Es geht um Forschung. Um Diagnosen. Um Stoffwechsel. Um psychische Gesundheit. Um Schmerzen. Um chronische Erkrankungen. Um einen respektvollen Umgang mit unseren Körpern. Und darum, dass Frauen nicht erst dann medizinische Aufmerksamkeit bekommen, wenn es um ihre Fähigkeit geht, Kinder zu bekommen (zugespitzt formuliert).

Als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen wir deshalb eine Medizin, in der Frauen nicht länger ein blinder Fleck bleiben. Wir brauchen mehr geschlechtsspezifische Forschung, bessere Aus- und Weiterbildung von medizinischem Personal und eine Versorgung, die hormonelle, metabolische, psychische und gynäkologische Aspekte zusammendenkt. Wir brauchen außerdem eine Medizin, in der Körpergewicht nicht zur Universalantwort auf jede gesundheitliche Frage wird.

Der September ist PMOS-Awareness-Month. Die Umbenennung von PCOS zu PMOS war überfällig. Aber ein neuer Name und Sichtbarkeit in den Medien allein verändern noch keine Versorgung.

Ich möchte, dass die nächste Frau, die mit ihren Beschwerden in eine Arztpraxis geht, nicht mehr hört: „Davon habe ich keine Ahnung, aber nehmen sie mal die Pille.“ Ich möchte, dass sie ernst genommen und nicht mit einer Aussage wie "Vielleicht akzeptieren sie einfach ihre Situation", allein gelassen wird. Ich möchte, dass sie eine Diagnose bekommt. Dass sie eine Behandlung bekommt.

Und vor allem: Dass sie nicht erst beweisen muss, dass ihr Körper krank genug ist, um Aufmerksamkeit zu verdienen. Wir brauchen keine Medizin, die Frauen beibringt, wie sie ihre Beschwerden aushalten und herunterspielen. Wir brauchen Forschung, Versorgung und Politik, die Frauengesundheit endlich zur Priorität machen. 

Liebe, feministische Grüße

Eure Kathi

Beisitzerin im Kreisvorstand

Die Themen:

Frankfurt kann fair - FAIRkickt

Frankfurt kann fair - FAIRkickt

Liebe Freund:innen

Frankfurt kann fair – und das Bildungscamp FAIRkickt zeigt, wie das ganz konkret aussehen kann. Drei Wochen lang geht es im Sportquartier im Stadtwald um Fußball und um die Welt dahinter: um Nachhaltigkeit, faire Arbeitsbedingungen, globale Gerechtigkeit und die Frage, wie wir unsere Zukunft gestalten wollen. Vor allem geht es darum, selbst etwas auszuprobieren und mitzumachen.

Hinter dem Bildungscamp stehen mit viel Engagement Daniela Cappelluti von der Stabsstelle Frankfurt handelt fair und Marlene Haas von Lust auf besser leben. Ihnen ist es zu verdanken, dass aus der Idee ein vielseitiges Programm geworden ist, das Jugendliche erreicht und zum Mitmachen einlädt.

Als Schirmfrau von FAIRkickt freue ich mich, dass wir in diesem Jahr gemeinsam mit Eintracht Frankfurt Sport und Fairtrade zusammenbringen. Denn ein Fußball, ein Trikot oder ein Paar Sportschuhe erzählen auch eine Geschichte darüber, wo und unter welchen Bedingungen sie hergestellt wurden.

Sehr beeindruckt haben mich die mehr als 1.530 gebrauchten Sportartikel, die Frankfurter Schüler:innen für unsere Tauschparty gesammelt haben. Am 12. September konnten sie weitergegeben und getauscht werden, statt im Schrank zu liegen oder im Müll zu landen. Und der Andrang war groß. Genau so kann faire und nachhaltige Stadtgesellschaft aussehen: gemeinsam, praktisch und mit Spaß.

FAIRkickt macht für mich deutlich: Fairtrade und Nachhaltigkeit sind keine abstrakten Themen. Sie gehören mitten in unseren Alltag – und mitten in unsere Stadt.

Herzliche Grüße

Eure Tina

Ortsbeiräte stärken – Planungssicherheit herstellen

Ortsbeiräte stärken – Planungssicherheit herstellen

Unsere Ortsbeiräte: Sie sind die unmittelbare politische Stimme der Stadtteile, nah an den Menschen, nah an den konkreten Bedarfen vor Ort. Mit ihren eigenen kleinen Budgets können sie Projekte und Maßnahmen unterstützen, die höhere politische Ebenen vielleicht gar nicht auf dem Schirm haben – eben weil sie nicht so dicht dran sind. Umso ärgerlicher, was in diesem Sommer passiert ist.

Der Jahresabschluss 2025 hat ein Loch von rund 400 Millionen Euro offenbart – ein Defizit, das vor allem dadurch entstanden ist, dass einzelne Dezernate deutlich mehr ausgegeben haben, als im Haushalt vorgesehen war. Daraufhin wurden kurzerhand die Budgetüberträge der Ortsbeiräte aus 2024 und 2025 eingezogen. Geld, das die Ortsbeiräte bereits verplant hatten – und auf das sie berechtigterweise vertrauen durften. Wichtig zu erwähnen: Das war keine politische Entscheidung, es war ein leider notwendiger Verwaltungsakt. Und dasselbe gilt übrigens auch für Etatanträge, die wir als Stadtverordnete auf den Weg gebracht hatten und die nun ebenfalls nicht umgesetzt werden können.

Aber man sollte nicht über vergossene Milch jammern, sondern lieber nach vorne schauen und Lösungen suchen – insbesondere für die Ortsbeiräte, die am allerwenigsten für diesen Schlamassel können. Deshalb haben wir gemeinsam mit CDU, SPD und Volt einen Antrag gestellt, den wir in unserer Plenarsitzung im Oktober beschließen werden und der drei Dinge sicherstellt: Erstens sollen alle Beschlüsse der Ortsbeiräte, die bis zum 25. Juni 2026 im Rahmen ihrer Budgets gefasst wurden, umgesetzt werden können. Zweitens soll die bewährte Möglichkeit erhalten bleiben, nicht ausgeschöpfte Mittel in die Folgejahre zu übertragen – denn gerade die Ortsbeiräte mit ihren überschaubaren Budgets brauchen diese Flexibilität, um auch größere Vorhaben über mehrere Jahre anzusparen. Und drittens: Ab dem Haushalt 2027 wird das Ortsbeiratsbudget verdoppelt – von derzeit 50 Cent auf dann wieder einen Euro je Einwohner*in und Jahr. Eine überfällige Stärkung der Stadtteildemokratie.

Frankfurt konsolidiert seinen Haushalt – das ist notwendig und richtig. Aber das darf nicht bedeuten, dass die Zeche ausgerechnet diejenigen zahlen, die mit den wenigsten Mitteln die meiste Nähe zu den Menschen herstellen. Die Ortsbeiräte haben diese Solidarität verdient.

Haushaltsentwurf 2027: Unambitioniert und rückwärtsgewandt

Haushaltsentwurf 2027: Unambitioniert und rückwärtsgewandt

Resilienz scheint das neue Lieblingswort der Landesregierung zu sein. Offenkundig verwechselt sie aber Resilienz mit mangelndem Gestaltungswillen. Der Haushaltsentwurf ist jedenfalls weder resilient noch zukunftsfähig. Er ist unambitioniert und rückwärtsgewandt.

Trotz des neuerlichen Pisa-Schocks hält die Landesregierung an den Kürzungen bei den Sprach-Kitas, der Lehrerzuweisung nach Sozialindex und dem Kahlschlag an den Hochschulen fest. Entgegen den Behauptungen der schwarz-roten Koalition sind die Bildungsausgaben in Hessen ohnehin schon niedriger als in anderen Bundesländern, wie gerade erst der Ländervergleich des in dieser Woche veröffentlichten Bildungsmonitors gezeigt hat.

Es ist schon ein Treppenwitz, wenn der Finanzminister heute behauptet, diese Landesregierung würde bei „sich selbst sparen“. Die Stellen in der Landesverwaltung sollen gerade mal um 48 Stellen leicht sinken. Dagegen hat diese schwarz-rote Landesregierung seit Beginn dieser Legislaturperiode den Ministerial-Apparat aufgebläht. Zur Erinnerung: Die Kosten für zwei neue Ministerien, vier zusätzliche Staatssekretärs-Posten und über 200 neue Stellen in den Ministerien belaufen sich mittlerweile auf über 25 Millionen Euro jährlich.

Bei den steigenden Investitionsausausgaben schmückt sich der Finanzminister zudem mit fremden Federn. Denn diese beruhen vor allem auf Bundesmitteln aus dem Sondervermögen. So wird das Sondervermögen vom Bund immer mehr zum Lückbüßer für fehlende Zukunftsgestaltung durch die Landesregierung.

Damit ist der Haushalt 2027 doppelt ungerecht gegenüber kommenden Generationen: Denn trotz XXL-Schulden wissen wir bereits aus den letzten Wochen, dass weder beim Hitzeschutz noch als Reaktion auf die drastischen PISA-Ergebnisse ausreichend Maßnahmen finanziert werden. Im selben Atemzug halbieren CDU und SPD die Baumittel für Hessens Hochschulen und legen damit die Axt an den Wissenschaftsstandort und das Fundament für unseren künftigen Wohlstand. Schwarz-Rot „saniert“ sich damit in den Sanierungsstau.

Gleichzeitig tut die Landesregierung mit dem Miniwachstum des Kommunalen Finanzausgleichs 2027 wenig gegen die Schuldenspirale bei den Städten, Gemeinden und Landkreisen. Aber jeder weiß, dass die Kommunen strukturell unterfinanziert sind und landesweit laufen die Kassenkredite schon jetzt aus dem Ruder.

Ist in diesen schwierigen Zeiten nur noch Mangelverwaltung möglich? Nein, wenn die Haushaltspläne vorliegen, werden wir – wie immer – sehr konkrete und gegenfinanzierte Änderungsvorschläge machen.

Mehr zum Thema findet Ihr hier.

Ethik und technologische Veränderungen // Empörung ist kein Ersatz für Verantwortung // Podium “Nach den Landtagswahlen”, 29.9.

Ethik und technologische Veränderungen // Empörung ist kein Ersatz für Verantwortung // Podium “Nach den Landtagswahlen”, 29.9.

Podcast mit Prof. Dr. Alena Buyx zu Ethik und technologischen Veränderungen

In dieser Folge meines Podcasts spreche ich mit der Medizinethikerin Prof. Dr. Alena Buyx, Professorin für Ethik der Medizin und Gesundheitstechnologien, darüber, was Ethik leisten kann und wie technologische Veränderungen verantwortungsvoll gestaltet werden können. Es geht um KI, Embedded Ethics und digitale Souveränität, aber auch um die größere Frage, woran wir gesellschaftlichen Fortschritt eigentlich messen. Außerdem geht es um Aufmerksamkeitsökonomie und permanente Empörung und darum, welche Folgen beides für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit haben kann. Den Podcast könnt ihr über verschiedene Plattformen anhören. 

Empörung ist kein Ersatz für Verantwortung

Wir empören uns viel und es gibt zweifelsohne viele Gründe, sich aufzuregen. Auch kann Empörung auf Missstände aufmerksam machen und Verbesserungen anstoßen. Aber: Dauer-Empörung allein verändert nichts. Sie kann uns viel mehr ohnmächtig machen und die Gräben in unserer Gesellschaft noch tiefer ziehen.

Gerade in einer Zeit, in der Debatten immer hitziger und lauter werden, sollten wir uns daran erinnern, was unsere Demokratie ausmacht: einander zuhören, Widerspruch aushalten und das Gemeinsame suchen. Das ist nicht immer einfach. Und es bedeutet auch nicht, die eigene Haltung aufzugeben. Im Gegenteil. Demokratie braucht keine Einigkeit in allem. Sie braucht die Bereitschaft, trotz unserer Unterschiede gemeinsam weiterkommen zu wollen. Denn am Ende geht es nicht darum, wer am lautesten empört ist. Sondern darum, ob wir gemeinsam unser Leben besser machen können.

Mein neues Buch „Empört euch nicht!“ erscheint am 1. Oktober und kann ab sofort beim Ullstein-Verlag vorbestellt werden.

Podium “Nach den Landtagswahlen”, 29.9., 19:30 Uhr, Haus am Dom

Mit Mirjam Wenzel (Direktorin jüdisches Museum Frankfurt), Peter Fischer (Ehrenpräsident Eintracht Frankfurt) und Reinhard Bingener (FAZ) spreche ich am Dienstag, den 29.9., ab 19:30 Uhr im Haus am Dom über die Ergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sowie der

Abgeordnetenhauswahl in Berlin. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung wird gestreamt. Den Link findet ihr demnächst auf der Homepage des Haus am Dom. 

Die nächsten Stadtteilgruppentreffen

Stadtteilgruppen Uebersichtsbild

Wir haben 16 Stadtteilgruppen, die eigenständig organisiert sind und maßgeblich beim Wahlkampf durch Organisation von Ständen und Haustürwahlkampf unterstützen. Lernt Grüne in euren Stadtteilen kennen und seht, wie ihr euch engagieren könnt:

STG 1: 24.09., 19 Uhr, Treffpunkt wird noch bekannt gegeben

STG 2: 1.10., 19 Uhr, Restaurant Lilium, Leipziger Str. 4, separater Raum im Untergeschoß

STG 3: 10.11., 19 Uhr, Treffpunkt wird bekannt gegeben

STG 4: 29.09., 20 Uhr, Henscheid, Mainkurstr. 27

STG 5: 12.10., Uhrzeit und Treffpunkt werden noch bekannt gegeben

STG 6: 30.09., Uhrzeit und Treffpunkt werden noch bekannt gegeben

STG 7: 13.10., 19 Uhr, Zum Goldenen Löwen, Alt-Rödelheim 10

STG 8: TBA

STG 9: 26.10., 19 Uhr, Treffpunkt wird noch bekannt gegeben

STG 10: 18.09., 19 Uhr, Saalbau Ronneburg, Gelnhäuser Straße 2

STG 11: 21.09., 19 Uhr, Seckbacher Rathaus, Hofhausstr. 2

STG 12: 05.10., 20 Uhr, Treffpunkt wird noch bekannt gegeben

STG 13: 1.10., 19:30 Uhr, Bürgerhaus Nieder-Erlenbach, Im Sauern 10

STG 14: 28.09., 20 Uhr, Vereinsheim der Motorradfreunde Harheim im Grundweg

STG 15: TBA

STG 16: TBA

Die Termine: