Solaroffensive: Frankfurt im Aufwind
Die Zahlen sind beeindruckend: Seit September 2022 hat sich die installierte Photovoltaik-Leistung in Frankfurt von knapp 53 auf heute 119 Megawatt mehr als verdoppelt. Allein 2025 kamen rund 25 Megawatt hinzu. Das bedeutet: In den drei Jahren seit Beginn der Solaroffensive wurde mehr Solarleistung ans Netz gebracht als in den 30 Jahren zuvor zusammen.
Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Politik. Auf Initiative unserer Fraktion hat die damalige Koalition aus GRÜNEN, SPD, FDP und Volt eine umfassende Solaroffensive für Frankfurt gestartet – und diese wurde von den Oppositionsparteien CDU und Linke aktiv unterstützt. Dieser breite, parteiübergreifende Konsens für den Solarausbau war entscheidend für den Erfolg. Dass wir das gemeinsam erreicht haben, ist insbesondere unserem klimapolitischen Sprecher David zu verdanken, der mit seiner zugewandten, diplomatischen und positiven Art alle demokratischen Kräfte zusammengebracht hat.
Was macht die Solaroffensive konkret? Das Klimareferat hat die Informations- und Beratungsangebote für Solarenergienutzung stark ausgebaut und erstmals eine städtische Förderung für Solaranlagen und Batteriespeicher eingeführt. Der „Klimabonus“ erfreut sich größter Beliebtheit – über 1.000 Mini-Photovoltaik-Anlagen konnten bereits gefördert werden. Menschen installieren Solarpanels auf ihren Balkonen, auf Dächern, an Fassaden. Die Energiewende wird sichtbar im Stadtbild.
Die Stadt geht mit gutem Beispiel voran: Auf allen geeigneten städtischen Gebäuden werden schrittweise Solaranlagen installiert. Jede neu gebaute oder dachsanierte Schule bekommt eine Solaranlage. Von den 2.500 städtischen Dachflächen werden immer mehr mit Photovoltaik belegt. Ein wichtiger Partner dabei ist die neu gegründete Frankfurter Bürgerenergiegenossenschaft, die ebenfalls mit Unterstützung der Politik entstanden ist.
Jetzt geht es darum, auch auf Freiflächen und entlang von Schienenwegen und Autobahnen leistungsstarke Solarparks zu errichten. Frankfurt hat immer noch sehr viel ungenutztes Solarpotenzial – an Balkonen, Fassaden, Dächern, Freiflächen und Lärmschutzwänden. Das wollen wir in den nächsten Jahren gemeinsam heben. Daher ist es wichtig, dass wir jetzt dranbleiben und sicherstellen, dass der Solarausbau im gleichen Tempo weitergeht.
Dieser Erfolg ist auch ein Ergebnis bundespolitischer Weichenstellungen. Unter Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck in der vorherigen Bundesregierung wurde der Solarausbau deutschlandweit stark vorangebracht – und Frankfurt hat eindeutig davon profitiert. Die rechtlichen Rahmenbedingungen stimmten, die Förderung war verlässlich, die Planungssicherheit gegeben.
Doch jetzt schauen wir aus Frankfurt mit Sorge auf die schwarz-rote Bundesregierung. Was plant sie bei der Solarförderung? Die Einspeisevergütung für Solarstrom soll sinken. Eine Verschlechterung der bundespolitischen Rahmenbedingungen würde die großen Fortschritte, die wir in Frankfurt gemeinsam erreicht haben, akut gefährden. Die historische Ausbaudynamik könnte wieder abgewürgt werden – genau dann, wenn wir richtig Fahrt aufgenommen haben.
Wir hoffen daher, dass der Bund förderliche Rahmenbedingungen setzt, die den weiteren Solarausbau in Frankfurt positiv unterstützen. Denn die Energiewende ist keine abstrakte Idee, sondern konkrete Realität auf Frankfurts Dächern. Und sie funktioniert – wenn alle demokratischen Kräfte gemeinsam daran arbeiten.
