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Grüne Woche - KW 16/2026

Die Gruene Woche

Liebe Freund*innen!

In meinem virtuellen Buchclub war am vergangenen Dienstag Katrin Eigendorf zu Gast.  Die ZDF-Journalistin war lange Korrespondentin in Russland und berichtet regelmäßig aus Kriegs- und Krisengebieten. Im letzten Monat haben wir ihr neues Buch „Erzählen was ist: Berichten am Limit in einer Zeit der Kriege“ gelesen. Katrin erzählte sehr eindringlich von ihrem persönlichen Lebensweg und von den Herausforderungen als Journalistin, gleichzeitig neutral und empathisch zu berichten. Und dabei – trotz des ganzen Leids und der Gefahren, denen sie und ihre Kolleg*innen ausgesetzt sind – nicht die Hoffnung zu verlieren.

Die Zahl der Kriege und Konflikte weltweit ist auf einem historischen Höchststand.

Laut Analysen aus 2024/ 2025 gibt es über 60 bewaffnete Konflikte, darunter 35 Kriege.

Die Definition „Krieg“ variiert je nach Quelle, die Zahlen sind also nur geschätzt. Die großen Kriege sind in den Medien präsent, über die kleinen lokalen Konflikte wird, wenn überhaupt, nur als Randnotiz berichtet.

Deshalb haben Katrin und Carl Gierstorfer für das ZDF eine zweiteilige Dokumentation zum Thema Frieden gedreht: So geht Frieden! Die Beispiele sind aus Island, Liberia, Syrien, Ukraine, Nordirland, Nordmazedonien und Uruguay.

Wie kann Frieden gelingen? Das ist die zentrale Frage. Denn auch wenn ein bewaffneter Konflikt beendet ist, fängt nicht automatisch Frieden an. Wie können Menschen als Nachbarn weiterleben, die sich einige Zeit vorher noch bekämpft haben? Die Dokumentation liefert da natürlich/ leider keine Gebrauchsanleitung, sondern nur Denkanstöße. Frieden ist kein Zustand, sondern ein Prozess, der von Menschen gestaltet wird. Und gerade deshalb ist diese Doku sehenswert!

Ich wünsche euch ein friedliches Wochenende!

Eure Daniela

Schatzmeisterin des Kreisverbandes

Die Themen:

Frankfurter Klimatage

Frankfurter Klimatage

Liebe Freund:innen, 

in der nächsten Woche treffe ich mich mit meinen Vorstandskolleg:innen vom europäischen Netzwerk Klima-Bündnis am Gründungsort hier in Frankfurt. Ich freue mich sehr auf diesen Austausch zu wichtigen Themen, zu denen auch das neue Gebäudemodernisierungsgesetz der Bundesregierung gehört.  

Unser Treffen ist zugleich Anlass für die „Frankfurter Klimatage“ vom 19. bis 22. April. 18 Initiativen, Vereine, Ämter und Referate zeigen, wie vielfältig Klimaschutz und Klimaanpassung in Frankfurt schon umgesetzt werden. 28 Angebote sind in kürzester Zeit entstanden: von der „Krautschau“ über Entdeckungstouren im Tiny Forest bis hin zu Diskussionsrunden zu Trinkwasser, E-Mobilität oder Photovoltaik. Es geht um Information, Diskussion und ganz konkret ums Mitmachen. Wir hätten noch viel mehr aufnehmen können. Eine Fortsetzung ist also mehr als denkbar.

Natürlich kann Frankfurt den globalen oder bundespolitischen Trend nicht allein umkehren. Aber wir können zeigen, dass Klimaschutz konkret funktioniert. Kommunen sind die Orte, an denen Klimapolitik umgesetzt wird. Und Frankfurt kann mit sichtbaren Projekten, mit Beteiligung und mit einem klaren Fokus auf Praxis Vorbild sein. Gerade jetzt beobachten wir beides: eine wachsende Aufmerksamkeit für das Thema, aber auch lautstarke Gegenbewegungen. Umso wichtiger ist es, dass wir mit guten Beispielen dagegenhalten, mit Zusammenarbeit und mit einer starken Stadtgesellschaft.

Wenn ich eine Veranstaltung besonders hervorheben soll, dann fällt mir das gar nicht leicht – denn jede einzelne Veranstaltung macht die Besonderheit unserer Klimatage aus. Besonders gespannt bin ich aber auf die Podiumsdiskussion am 20. April, ab 18:30 Uhr, gemeinsam mit dem Klima-Bündnis: „Kommunaler Klimaschutz kann mehr – Herausforderungen und Best Practice in europäischen Städten“. Meine Kolleg:innen aus dem Vorstand des Klima-Bündnisses werden in der Evangelischen Akademie Beispiele aus ihren Städten vorstellen. Gleichzeitig zeigt das europäische Netzwerk eine Ausstellung mit dem Titel: „Unser Griff nach den Rohstoffen der Welt“. Diese besondere Ausstellung zeigt die Folgen unseres konsumorientierten Lebensstils und gibt der globalen Klimakrise ein Gesicht.

Aber bei den Frankfurter Klimatagen sind es vor allem die vielen Mitmachaktionen und Informationsangebote, die das Herz dieser Veranstaltungsreihe bilden. Deshalb möchte ich Euch herzlich einladen, mitzumachen und selbst zu erleben, was innerhalb kurzer Zeit auf die Beine gestellt wurde und wie groß das Engagement vieler Vereine und Initiativen in Frankfurt ist. Mehr zu den Klimatagen erfahrt Ihr hier: Frankfurter Klimatage - Klima-Bündnis

Eure
Tina

 

Alles auf null!

Alles auf null!

Am 1. April begann eine neue Wahlperiode – und damit auch: der große Reset. Die Stadtverordnetenversammlung existiert nicht mehr. Alle Mandate sind erloschen. Alle Ausschüsse aufgelöst. Das Präsidium weg. Und auch die Fraktionen existierten – zumindest für eine juristische Sekunde – nicht mehr: Sie sind an die Dauer der Wahlperiode gebunden und müssen sich in der neuen formal neu konstituieren. Dreiundneunzig Menschen, die am 15. März gewählt wurden, stehen am Anfang von etwas Neuem – und müssen jetzt erst mal gemeinsam herausfinden, wie dieses Neue aussehen soll.

Was hingegen einfach weiterläuft: OB Mike Josef. Ihn hat Frankfurt 2023 direkt gewählt, seine Amtszeit beträgt sechs Jahre und hat mit der Kommunalwahl rein gar nichts zu tun. Er bleibt bis 2029 im Amt – egal, was der Römer beschließt. Ähnlich verhält es sich mit den Dezernent:innen. Unsere hauptamtlichen Stadträt:innen sind auf sechs Jahre gewählt und können nur aktiv abgewählt werden. Das braucht zwei Abstimmungen, und innerhalb der ersten sechs Monate nach der Wahl genügt dafür eine einfache Mehrheit – danach ist eine Zweidrittelmehrheit nötig. Bis dahin sind sie schlicht weiter im Amt. Der ehrenamtliche Magistrat hingegen bleibt nur geschäftsführend tätig, bis die neue Stadtverordnetenversammlung einen neuen wählt.

Bevor das alles passieren kann, muss sich das neue Stadtparlament aber erst mal selbst konstituieren. Nächsten Donnerstag, am 23. April, um 16 Uhr ist es so weit – im Plenarsaal des Römers tritt die Stadtverordnetenversammlung zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Eingeladen hat – so schreibt es die HGO vor – der Oberbürgermeister. Das war's dann aber auch mit seinen Befugnissen an diesem Tag. Die eigentliche Regie übernimmt zunächst die*der Alterspräsident*in.

Auch hier hat sich übrigens etwas geändert: Die HGO wurde im vergangenen Jahr vom Landtag neu gefasst. Statt des lebensältesten Mitglieds übernimmt jetzt das „am längsten ununterbrochen der Stadtverordnetenversammlung angehörende Mitglied" die vorläufige Sitzungsleitung. Offiziell begründet wird das mit dem Wunsch nach kommunalpolitischer Erfahrung. Den eigentlichen Hintergrund kann man sich denken. Wer gehofft hatte, in diesem Zuge eine Eröffnungsrede von Jutta Ditfurth zu erleben – Pech gehabt. Sie hatte eine Unterbrechung ihrer Mitgliedschaft, scheidet damit aus dem Rennen aus. Alterspräsident wird stattdessen Luigi Brillante, der zusammen mit Ursula Busch zu den am längsten ununterbrochen amtierenden Stadtverordneten gehört – und von beiden der etwas Ältere ist.

Er leitet also die Wahl der Stadtverordnetenvorsteherin – die CDU als stärkste Fraktion hat dafür Claudia Korenke nominiert. Anschließend werden ihre Stellvertreter*innen gewählt, außerdem Schriftführer*innen und Beisitzer*innen, womit das Präsidium vollständig wäre. Schließlich werden die beiden Ausschüsse eingerichtet, die die HGO zwingend vorschreibt: der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Ältestenausschuss.

Und das war's dann auch schon. Weitere Ausschüsse? Noch nicht. Deren Zuschnitt, Größe und Zusammensetzung werden erst in den Koalitionsverhandlungen festgelegt – so wie auch die Anzahl und Zuschnitte der Dezernate und die Frage, welche Partei dann welches Dezernat verantworten wird. Das heißt, die hauptamtlichen – und sinnvollerweise auch die ehrenamtlichen – Mitglieder des Magistrats können erst nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen gewählt werden. Und das könnte noch etwas dauern…

Noch etwas sollten wir kurz erwähnen: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt derzeit in mehreren Verfahren wegen des Verdachts auf Briefwahlmanipulation bei der Kommunalwahl. Das Wahlamt hatte selbst Anzeigen erstattet, weitere kamen dazu. Vermutlich deshalb steht die förmliche Feststellung der Wahlgültigkeit – eigentlich ein klassischer Punkt auf der TO einer konstituierenden Sitzung – diesmal nicht auf der Tagesordnung. Wir nehmen das ernst und vertrauen darauf, dass die Ermittlungen gründlich und unabhängig geführt werden.

Ihr seht: Alles auf null also. Aber null ist ja bekanntlich auch ein Anfang. Nächsten Donnerstag drücken wir gemeinsam den Startknopf. Was dann kommt, wird spannend. Wir berichten.

Kosten für neues Corporate Design der Landesregierung noch höher als bekannt

Wirtschaftsminister entlässt Staatssekretär nach Vorwürfen sexueller Übergriffe - Zentrale Fragen nicht geklärt

Wirtschaftsminister entlässt Staatssekretär nach Vorwürfen sexueller Übergriffe - Zentrale Fragen nicht geklärt

Nach den Vorwürfen der sexuellen Belästigung und der Entlassung von Staatssekretär Umut Sönmez bleiben zentrale Fragen offen.

Wir haben Staatsminister Mansoori daher erneut schriftlich aufgefordert, in der morgigen Sitzung des Wirtschaftsausschusses umfassend Stellung zu nehmen und zu Beginn der öffentlichen Sitzung zu berichten.

Dabei geht es insbesondere um die Fragen, wann der Vorwurf erstmals im Ministerium gemeldet und der Minister persönlich informiert wurde, welche konkreten Maßnahmen seitdem ergriffen wurden, welche Schutzmaßnahmen für die betroffene Person ergriffen wurden und ob es Hinweise auf weitere Betroffene oder Vorwürfe gibt.

Darüber hinaus haben wir weitere Fragen zum zeitlichen Ablauf und zur Einbindung der Staatskanzlei gestellt.“

Unsere Fragen:

  1. Wann genau ist der Vorwurf der sexuellen Belästigung durch Staatssekretär Sönmez erstmals im Ministerium gemeldet worden?
  2. Wann wussten Sie persönlich von dem Vorwurf?
  3. Seit wann läuft das Verfahren zur Aufklärung der Vorwürfe und wann wurde es formal eingeleitet?
  4. Welche konkreten Schritte wurden seit Bekanntwerden des Vorwurfs ergriffen und zu welchem Zeitpunkt?
  5. Wer hat die jeweilige Maßnahme entschieden?
  6. Wie wurde sichergestellt, dass das Verfahren zur Aufklärung der Vorwürfe unabhängig geführt wird, obwohl der zuständige Abteilungsleiter dem Staatssekretär unterstellt war?
  7. Wurde geprüft, Staatssekretär Sönmez früher von seinen Aufgaben zu entbinden? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
  8. Wie erklären Sie den zeitlichen Ablauf zwischen Vorfall und Entlassung?
  9. Wann ist mit einem Abschluss der Aufklärung zu rechnen?
  10. Welche konkreten Schutzmaßnahmen wurden für die betroffene Frau ergriffen und seit wann gelten diese?
  11. Gab es Hinweise auf weitere Vorwürfe oder Betroffene?
  12. Wann wurde die Staatskanzlei über die Vorwürfe informiert?
  13. War Ihnen die persönliche Erklärung von Herrn Sönmez vorab bekannt? War sie mit Ihnen abgesprochen?
  14. Herr Sönmez spricht von einer Vorverurteilung durch die Berichterstattung der Medien. Teilen Sie diese Einschätzung?
  15. Herr Sönmez spricht davon, dass die Vorwürfe unberechtigt seien und er von einer Rehabilitation ausgeht. Wie sieht ggf. aus Ihrer Sicht eine solche Rehabilitation aus? Kommt eine Wiederberufung als Staatssekretär in Betracht?
  16. Sind Medienberichte zutreffend, dass Sie Herrn Sönmez zunächst nicht entlassen wollten und die Entlassung auf Drängen der Staatskanzlei erfolgt ist?

Der Vorwurf gegen den ehemaligen Staatssekretär wiegt schwer. Daher werden wir weiter auf Aufklärung drängen.

Frieden in Nahost // NATO // Ukraine 

Frieden in Nahost // NATO // Ukraine 

Frieden in Nahost 

Die Menschen im Iran und der gesamten Region brauchen endlich Frieden. Die Atempause sollte als ernsthafte Möglichkeit auf Frieden im Nahen Osten genutzt werden. Europa muss mit einem eigenen Plan die Initiative dafür ergreifen. Die Bundesregierung ist gefordert, europäisch Initiative zu zeigen, damit am Verhandlungstisch Lösungen für einen dauerhaften Frieden gefunden werden können. Dazu habe ich im WELT TV Interview gesprochen. Auch zwischen den USA und dem Iran wächst der Druck zur Deeskalation: Washington hat sich verrannt, das iranische Regime kann die Blockade der Straße von Hormoz nicht ewig durchhalten. Mehr zum Thema hört ihr im Interview mit dem Deutschlandfunk.

Wie soll die NATO mit Trump umgehen?

Im Nahen Osten dürfen wir gerade zwei Punkte nicht aus dem Auge verlieren: Erstens, wie verheerend der Krieg für die Menschen in der Region ist, insbesondere im Iran und im Libanon und zweitens die Frage, wie wir unsere europäische Sicherheit und Friedensordnung schützen können. Über diese und weitere Fragen haben wir in der Sendung Maischberger gesprochen, die ihr euch in der ARD Mediathek anschauen könnt. 

Ukraine und Friedensordnung in Europa

Der abscheuliche Krieg Putins gegen die Ukraine droht aus dem Fokus zu geraten. Umso wichtiger ist es, dass wieder deutsch-ukrainische Regierungskonsultationen stattfinden. Die Friedensordnung in Europa ist untrennbar mit der Zukunft der Ukraine verbunden. Deshalb sollte die Bundesregierung konkrete Vorschläge vorlegen, wie die Verbündeten die Luftverteidigungsfähigkeiten der Ukraine stärken, den Daten- und Technologieaustausch vertiefen und den Ausbau von Drohnensystemen vorantreiben können, um den Kreml zum Frieden zu zwingen. Gleichzeitig müssen die russischen Kriegskassen - insbesondere durch Einnahmen aus ihrer Schattenflotte - gezielt ausgetrocknet werden. Gewinnt Putin diesen Krieg, ist Europas Friedensordnung zerstört. Deutschland muss alles dafür tun, damit Europas Freiheit bestehen wird.

Sudan-Konferenz im Auswärtigen Amt

Sudan-Konferenz im Auswärtigen Amt

Liebe Freund*innen,

in dieser Woche hat im Auswärtigen Amt die Sudan-Konferenz stattgefunden. Das ist ein
wichtiges Signal, gerade zum dritten Jahrestag des Kriegsbeginns. Aber so ehrlich müssen wir
sein: Ein Signal allein reicht nicht aus.

Der Sudan erlebt aktuell eine der schwersten humanitären Krisen weltweit. Rund zwei Drittel der Menschen sind auf
humanitäre Hilfe angewiesen, Millionen sind auf der Flucht. Hunger und sexualisierte Gewalt
werden gezielt als Kriegswaffen eingesetzt.
Gerade vor diesem Hintergrund ist es richtig, dass Deutschland diese Konferenz ausgerichtet hat. 

Entscheidend ist jetzt aber, was daraus folgt. Denn gleichzeitig sind viele Hilfsprogramme
chronisch unterfinanziert, auch weil die Bundesregierung Mittel im Haushalt gekürzt hat. Das passt nicht zusammen.

Für mich ist klar: Wir brauchen endlich eine verlässliche und langfristige Finanzierung
humanitärer Hilfe für den Sudan. Es reicht nicht, punktuell zu reagieren, die Unterstützung muss
planbar und ausreichend sein. Besonders wichtig ist dabei die direkte Förderung lokaler
Strukturen, wie etwa der Emergency Response Rooms oder von frauengeführten Initiativen.

Gleichzeitig gilt: Humanitäre Hilfe allein beendet keinen Krieg. Die Bundesregierung muss ihren
diplomatischen Einfluss stärker nutzen, insbesondere gegenüber den regionalen Akteuren, die die Konfliktparteien unterstützen. Ziel muss ein Waffenstillstand, ein ernsthafter politischer Prozess und Frieden im Sudan sein.

Herzliche Grüße
Eure Debbie

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