Grüne Woche KW 33 - KW 33/2026
Liebe Freund*innen,
Dieser Sommer fühlt sich auch für viele nicht Grüne an wie ein Weckruf: eine apokalyptische Nachricht jagt die nächste. In Frankfurt haben wir sowohl im Juni als auch im Juli wieder viel zu viele heiße Tage und Nächte erlebt – zugleich war der Juli der zweit-trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Viel zu häufig kletterte das Thermometer über 35 Grad, an manchen Tagen sogar über 40 Grad. Flüsse trocknen aus, Ernten vertrocknen auf den Feldern. In einigen Kommunen wird der Wasserverbrauch bereits eingeschränkt, Bürger*innen werden aufgefordert, auf Duschen und Baden zu verzichten.
Das Robert Koch-Institut muss im Wochenrhythmus die Zahl der Hitzentoten nach oben korrigieren: Menschen sterben wegen des Klimawandels.
Und gleichzeitig brennen die Wälder: von Bordeaux bis Griechenland, von Hessen bis Sizilien. Was dort verbrennt, sind nicht nur Wälder und Landschaften, sondern auch lebenswichtige CO₂-Senken, die uns eigentlich dabei helfen könnten, die Klimakrise zu begrenzen.
Deshalb hat unsere Aktion am Samstag so gut gepasst: Mit dem brennenden Känguru von Jacques Tilly waren wir am Bockenheimer Depot und haben gemeinsam mit den Menschen über die Klimakrise gesprochen. Tillys Figuren greifen aktuelle politische Themen pointiert auf – und dieses Känguru hat den Finger genau in die Wunde gelegt. Viele Menschen blieben stehen, fotografierten die Figur und kamen mit uns ins Gespräch. Das Interesse war groß.
Der Klimawandel ist im Alltag der Menschen angekommen. Die Frage ist deshalb nicht mehr, ob wir über Klimaschutz sprechen müssen. Die Frage ist, was wir jetzt daraus machen.
Genau hier liegt der Auftrag für uns GRÜNE: Wir müssen das erneuerte Interesse und die wachsende Aufmerksamkeit in konkrete Politik übersetzen – und gleichzeitig eine neue Zukunftsvision entwickeln, die Menschen überzeugt. Wir müssen zeigen, wie eine klimagerechte Stadt das Leben besser macht: mit mehr Bäumen und Schatten, kühleren öffentlichen Räumen, weniger versiegelten Flächen, sauberer Energie, besserer Mobilität und Wohnungen, in denen man auch im Hochsommer gut leben kann.
Das ist gerade auch eine soziale Frage. Denn extreme Hitze trifft diejenigen besonders hart, die am wenigsten Möglichkeiten haben, sich davor zu schützen. Hitzeschutz ist deshalb gelebte Sozialpolitik. Das zeigt auch die Arbeit unserer Sozialdezernentin Elke Voitl mit dem Hitzeschutzbus, der obdachlose Menschen und andere besonders gefährdete Menschen an heißen Tagen unterstützt.
Unsere Aufgabe ist es jetzt, aus der Erfahrung dieses Sommers Zuversicht entstehen zu lassen: Wir können Frankfurt an den Klimawandel anpassen und gleichzeitig lebenswerter machen. Eine Stadt mit mehr Grün, mehr Schatten, sauberer Luft, attraktiven öffentlichen Räumen und einem guten sozialen Miteinander ist nicht nur besser gegen die Klimakrise gewappnet – sie ist schlicht die bessere Stadt zum Leben.
Deshalb gilt auch jetzt für unsere politische Arbeit und Aktion der Titel unseres Wahlprogramms weiter: „Grün fängt beim Menschen an.“ Es geht um die Menschen, ihre Bedürfnisse und ihre Lebensqualität. Das ist unser Auftrag auch in der nächsten Stadtregierung, zu deren Gelingen wollen wir als GRÜNE unseren Beitrag leisten.
Ich freue mich, am Samstag bei unserer Kreismitgliederversammlung und bei unserem Sommerfest über dies und Anderes mit Euch zu diskutieren.
Euer
Burkhard
Sprecher im Kreisverband
Die Themen:
Kühlmobile für Obdachlose
Liebe Freund:innen,
die Stadt Frankfurt reagiert auf die anhaltend hohen Temperaturen und stellt erstmals obdachlosen Menschen klimatisierte Busse als Rückzugsorte zur Verfügung. Das tolle dabei: Die Kühlmobile wurden bereits am ersten Tag extrem gut angenommen – nicht nur von obdachlosen Menschen! Alle Details zu diesem deutschlandweit einmaligen Projekt findet Ihr hier.
Eure Elke
GRÜNE Tradition lebt - das Rotlintstraßenfest wird 40!
Eines der größten und ältesten ehrenamtlich organisierten Nachbarschaftsfeste Hessens feiert am 22. August sein 40. Jubiläum!
Vor vierzig Jahren begannen die GRÜNEN im Nordend mit der Organisation eines Nachbarschaftsfestes. Anwohner*innen nahmen ihre Straße mit Flohmarktständen in Beschlag, Würstchen- und Kuchenstände sorgten fürs leibliche Wohl und auf einer kleinen Bühne präsentierten sich lokale Künstler*innen und Vereine.
Viele bekannte GRÜNE waren all die Jahre zu Gast und konnten dort Auftritte genießen: von Joschka Fischer (hessischer Umweltminister und späterer Außenminister), Jutta Ebeling (Bürgermeisterin der Stadt), Tom Koenigs (Kämmerer der Stadt), Daniel Cohn-Bendit oder Tarek Al-Wazir (stv. Ministerpräsident). Selbst Oberbürgermeister*innen waren anzutreffen: Petra Roth, Peter Feldmann oder Mike Josef gaben sich ein Stelldichein.
In vier Jahrzehnten ist das Fest gewachsen und hat sich etabliert. Die Festmeile reicht vom Friedberger Platz bis zur Egenolffstraße, das Programm geht inzwischen von 14-23 Uhr und die Bühnentechnik ist längst professionell, denn Livemusik darf nicht fehlen. Diesmal mit MIMII, Leyla Trebbie & Band und THE OHOHOHS.
Natürlich ist das Fest auch fest in meinem Terminkalender vorgemerkt: Ihr trefft mich um 15 Uhr im Grünen Bereich oder um 16.30 Uhr beim Dosenwerfen an der Kulturbühne.
Feiern, flanieren, essen, tanzen, Nachbarn und lokale Vereine kennenlernen. Viele Tausend Menschen jährlich bestätigen den Erfolg dieses bewusst „altmodischen Konzeptes“, das sich auch nicht ändern will: Ein nicht-kommerzielles Fest mit jeder Menge nachbarschaftlichem Miteinander, demokratischem Austausch und ehrenamtlichem Engagement. Seid dabei!
Alle Infos auf einen Blick:
40. Rotlintstraßenfest, 22.08.26, 14-23 Uhr, Rotlintstraße zw. Eggenolfstraße und Friedberger Platz Das Programm findet Ihr hier und wer das Organisations-Team unterstützen will, trägt sich hier oder via QR-Code für eine Schicht ein.
Schulstart nach den Sommerferien: Schwarz-Rot ohne Plan in Bildungspolitik
Nach den Sommerferien sind 809.000 Schüler*innen in Hessen ins neue Schuljahr gestartet. 58.400 von ihnen sind Erstklässler*innen. Für sie beginnt ein neuer, aufregender Lebensabschnitt. Leider fällt ihr Schulstart in eine schwierige Zeit. Die Maßstäbe, die CDU und SPD in der Bildungspolitik bisher gesetzt haben, sind niedrig. Doch Besserung ist nicht in Sicht: Die Ankündigungen des Kultusministers zum Schuljahresbeginn waren einfach nur enttäuschend.
Obwohl die angekündigte Rücknahme der Kürzungen an den Integrierten Gesamtschulen und beim Sozialindex angesichts des für September angekündigten Haushaltsentwurfs längst beschlossene Sache sein müsste, fiel hierzu kein Wort. Das vom Ministerpräsidenten zur Halbzeitbilanz angekündigte Bildungspaket lässt weiter auf sich warten. Und einen Plan, wie man die Chancen des Digitalpakts 2.0 inklusive 185 Millionen Euro Bundesmittel für einen Aufbruch in der Digitalen Bildung in Hessen nutzen will, gibt es offenbar auch nicht. Stattdessen gibt es mal wieder zwei neue Pilotprojekte, unter anderem für eine tägliche Lesezeit an Grundschulen. Das ist dann offenbar das, was von der im Koalitionsvertrag angekündigten zusätzlichen Deutschstunde für die ersten Klassen übriggeblieben ist.
Die Schulen in Hessen brauchen Klarheit, ob und wann die Kürzungen im Bereich Sozialindex, Digitale Welt und Integrierten Gesamtschulen zurückgenommen werden. Die Schulen brauchen Klarheit wie es mit der Schuldigitalisierung vorangeht. Die Schulen brauchen einen mutigen Einstieg in die datengestützte Schulentwicklung statt nur ein Pilotprojekt. Die Schulen in Hessen brauchen einen klaren Fahrplan, um die Ganztagsschule zu entwickeln statt Kompetenz-Hickhack. Schwarz-Rot hat in der Bildungspolitik nichts mehr zu bieten.
Mehr zum Thema findet Ihr hier.
Veranstaltungen am 28.8. // Trump & Afghanistan // Europa & UEFA // Anschlag auf Berliner CSD: Dschihadismus bekämpfen // Parlamentskreis Deutsche Welle // 30 Jahre bei den Grünen
Rundgang: „EZB bis Osthafen“, 28.8., 16:30-18 Uhr
Die Stadtteilgruppe 4 lädt alle Interessierten zum spannenden Rundgang “EZB bis Osthafen” mit mir, Daniela Heynen und anderen ein. Wir treffen uns am Freitag, den 28.8., um 16:30 Uhr an der Ecke Hanauer Landstraße / Philipp-Holzmann Weg, 60314 Frankfurt (Ankündigungstext folgt).
Podium: „Weltpolitik im Wandel“, 28.8., 19:30-21 Uhr
Unter dem Titel „Weltpolitik im Wandel. Wie begegnen Europa und Deutschland den Herausforderungen der Außenpolitik?“ diskutieren Katrin Eigendorf, Journalistin und Krisenreporterin, und ich mit dem interessierten Publikum über Deutschlands Rolle in einer Zeit weltpolitischer Umbrüche. Freitag, 28.8., 19:30-21 Uhr, Einlass ab 19 Uhr, Stadthalle Oberursel, Rathausplatz 2, 61440 Oberursel. Anmeldung & Ankündigung, Eintritt frei.
Trump und die Akte Afghanistan
Im August 2021 übernahmen die Taliban erneut die Macht in Afghanistan. In der Auftaktfolge der vierteiligen Podcast-Serie „Trump und die Akte Afghanistan“ geht es um die Ursachen des Scheiterns, die Verantwortung für das Chaos in Kabul und die Frage, welche Rolle Donald Trump dabei spielte. Dazu gebe ich im Auslandsjournal-Podcast meine Einschätzung. Wir haben damit untergraben, was wir selber aufgebaut haben: die Sicherheitsmaßnahmen, den Aufbau von Armee, Sicherheitskräften und Justiz, den Kampf gegen Korruption. Wir haben das versemmelt, weil wir uns um die existenziellen Sorgen der Leute nicht gekümmert haben. Die ganze Folge könnt ihr euch bei auslandsjournal – der Podcast anhören.
Europa muss von der UEFA lernen, um zu bestehen
Europa kann vom Umgang der UEFA mit Gianni Infantino viel lernen. Wie im Fußball gilt auch in der Außenpolitik: Mut, Stärke, Härte und neue Allianzen - diese Rezeptur funktioniert, im Gegensatz zur reinen Appell-Politik à la Johann Wadephul. Zu diesem Thema habe ich einen Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau geschrieben. Mehr zum Streit zwischen FIFA und UEFA könnt ihr im Beitrag von ntv Sport nachlesen.
Anschlag auf Berliner CSD: Dschihadismus bekämpfen
Der islamistische Anschlag auf den Berliner CSD ist entsetzlich. Der CSD ist ein Fest für die Freiheit der Liebe. Dagegen richtet sich dieser Terror. Dieser bestialische Hass darf niemals siegen, egal woher er kommt. Wir müssen zusammenstehen gegen jede Art von Hass. Auch gegen den mörderischen Islamismus.
Es ist erschreckend, wie wenig wir in den vergangenen Jahren nach vorne gekommen sind. Wenn es um islamistischen Terror und um unsere Sicherheit geht, haben wir weniger ein Erkenntnisproblem, wir haben ein Umsetzungsproblem. Nach dem Anschlag vom Breitscheidplatz 2016 habe ich in meinem Buch “Was tun gegen Dschihadisten? Wie wir den Terror besiegen können” zusammengefasst, wie eine wehrhafte Demokratie mit dem islamistischen Terror umgehen sollte. Schon der Fall Amri zeigte, dass die hochbetagte deutsche Sicherheitsarchitektur mit ihren föderalen Strukturen überdacht und modernisiert werden müsste. Gefühlt sind wir im Umgang mit Gefährdern kaum weiter. Der Dschihadismus ist in erster Linie eine barbarische und gewalttätige Idee. Eine Idee, die unsere Sicherheit bedroht, unsere demokratischen Werte, unseren gesellschaftlichen Frieden. Und so eine gefährliche Idee besiegt man nur, wenn man sie versteht. Dazu braucht es Prävention. Junge Menschen brauchen Informationen. Die Frage ist eben nicht „Wie hältst Du’s mit der Religion?“, sondern „Wie hältst Du’s mit der Demokratie?“. Näheres über mein Buch erfahrt ihr in den Artikeln der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der BILD aus 2017.
Gründung Parlamentskreis Deutsche Welle
Gemeinsam mit den Kolleg*innen Nancy Faeser, Armin Laschet und Bodo Ramelow haben wir den Parlamentskreis Deutsche Welle ins Leben gerufen. Zur Auftaktsitzung durften wir unter anderem Barbara Massing, Intendantin der Deutschen Welle, begrüßen. Vielen Dank für den offenen und spannenden Austausch und die Einblicke in die Arbeit der Länderredaktionen. Die Deutsche Welle informiert täglich Menschen in über 30 Sprachen und erreicht mit ihrem unabhängigen Journalismus ein weltweites Publikum. Gerade in Zeiten globaler Unsicherheit zeigt sich, wie unverzichtbar eine freie, kritische und unabhängige Presse ist. Sie zu schützen, ist unsere gemeinsame Verantwortung.
30 Jahre bei den GRÜNEN
Am 10. Juli waren es für mich genau dreißig Jahre bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Ich verdanke dieser Partei so viel. Sie brachte mir so viel bei. Und sie ist einfach gut. Mein Dank bleibt unermesslich. Danke an den besten Kreisverband der Welt für diese Erinnerung.
Die nächsten Stadtteilgruppentreffen
Wir haben 16 Stadtteilgruppen, die eigenständig organisiert sind und maßgeblich beim Wahlkampf durch Organisation von Ständen und Haustürwahlkampf unterstützen. Lernt Grüne in euren Stadtteilen kennen und seht, wie ihr euch engagieren könnt:
STG 1: 27.08., 19 Uhr, KGS, Oppenheimer Str. 17, Sachsenhausen
STG 2: 10.09., 19:30 Uhr, Restaurant Lilium, Leipziger Str. 4, separater Raum im Untergeschoß
STG 3: 18.08., 19 Uhr, rot&vogel
STG 4: 25.08., 20 Uhr, Arthur-Pfungst-Stiftung, Waldschmidtstr. 39
STG 5: 14.09., 19:30 Uhr, Haus der Jugend Kleiner Saal, Deutschherrnufer 12, 60598 Frankfurt
STG 6: TBA
STG 7: TBA
STG 8: 19.08., 19 Uhr (ab 18:30 Uhr Neumitglieder & Interessierte), Clubhaus im Wenzelweg 21, Heddernheim
STG 9: TBA
STG 10: 21.08., 19 Uhr, Haus Ronneburg, Gelnhäuserstr 2
STG 11: TBA
STG 12: 07.09., Treffpunkt und Uhrzeit werden noch bekannt gegeben
STG 13: 27.08., 19:30 Uhr, Bürgerhaus Nieder-Erlenbach
STG 14: 24.08., 20 Uhr, Motorradclub
STG 15: TBA
STG 16: 09.09., 19:30 Uhr, Ort auf Anfrage über info@gruene-bergen-enkheim.de
